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Full text of "Systematische Uebersicht der Vögel Nord-Ost-Afrika's : nebst Abbildung und Beschreibung von fünfzig Theils unbekannten, Theils noch nicht bildlich dargestellten Arten"

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 SISTEIEREISCHE UEBERSICHT 
VÖGEL NORD-OST-AFRIKAS 


ABBILDUNG UND BESCHREIBUNG VON FÜNFZIG THEILS UNBEKANNTEN, 
THEILS NOCH NICHT BILDLICH DARGESTELLTEN ARTEN. 


VON 


- Dr EDUARD RÜPPELL. 


FORTSETZUNG 


DER NEUEN WIRBELTHIERE, ZU DER FAUNA VON ABYSSINIEN GEH(ERIG. 


FRANKFURT A. W. 


IN COMMISSION DER 5. SCHMERBER’SCHEN BUCHHANDLUNG. 
. (NACHFOLGER H. KELLER.) 
1845. 


r: 


H.L. BROENNER'S OFFICIN. 


Seinem hochgeschätzten u 
auf der Reise ne einien, 
Herrn FE. H. von Kittlitz, 


dem genialen Beobachter der Vegetations - Scenerie an den Ufern des stillen 


Oceans und der sie belebenden Vögel, 
- widmet dieses Schriftchen, 
als Zeichen aufrichtiger Freundschaft 


der Verfasser. 


Vorrede. 


Eine interessante Naturaliensendung, welche mir vor fünf 
Jahren ein mit meiner Geldunterstützung im südlichen Abys- 
sinien seit 1835 verweilender Jäger zuschickte, enthielt viele 
theils bisher ungekannte, theils von mir auf der Reise im 
nordöstlichen Afrika nicht beobachtete Vögel. Mehrere der- 
selben habe ich in kleinen Abhandlungen beschrieben, ver- 
öffentlicht in dem Museum Senckenbergianum und in den 
Schriften der Londoner zoologischen Gesellschaft; allewurden 
unter den von mir gegebenen Benennungen in dem hiesigen 
naturhistorischen Museum aufgestellt, dem ich sie geschenks- 
weise überliess, und die Doubletten durch Austausch an andere 
Sammlungen verbreitet. Doch hierdurch gelangen neue Vögel 
nur sehr vereinzelt und langsam zur Kenntniss der Freunde 
der Ornithologie. Ohne die Zugabe einer guten ikonographi- 
schen Darstellung wird die Beschreibung eines neuen Vogels 
gewöhnlich wenig berücksichtiget, und oft bei verwandten 
Arten irrig aufgefasst und verweclıselt. Die Ansprüche, welche 
man aber heut zu Tage an ornithologische Abbildungen 


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macht, sind schwer zu befriedigen, da man durch das Mei- 
sterhafte, was in dieser Beziehung in England geliefert wird, 
ganz verwöhnt ist. 

Der glückliche Zufall, mit einem sehr talentvollen jungen 
naturhistorischen Maler, Herrn Wolf in Darmstadt, bekannt 
zn werden, gab mir Gelegenheit, fünfzig im nordöstlichen 
Afrika vorkommende Vögel, die theils ganz ungekannt sind, 
oder von denen bisher nur Beschreibungen veröffentlicht wa- 
ren, abbilden zu lassen, welches auf das Befriedigendste aus- 
gefallen ist. Indem ich in gegenwärtigem Werkchen diese 
fünfzig interessanten Abbildungen und deren Beschreibungen 
veröffentliche, erfülle ich zugleich die mir schon längst oblie- 
gende Verpflichtung, ein systematisch geordnetes Verzeichniss 
aller von mir im nordöstlichen Afrika beobachteten und in 
meinen verschiedenen Publieationen beschriebenen Vögel zu 
geben, dem jetzigen Stand der Wissenschaft entsprechend, 
das heisst mit Rücksichtsnahme auf die vielen verschiedenen 
Gattungen, welche in neuester Zeit namentlich von englischen 
Naturforschern im ornithologischen System eingeführt wur- 
den. Es geschieht dieses mit der ausdrücklichen Bemerkung, 
dass ich weit entfernt bin, die unbedingte Zulässigkeit aller 
dieser neuen Abtheilungen und ihrer Namen anzuerkennen. 

Ich befolgte bei der Zusammenstellung der Gattungen 
so ziemlich die Ordnung, in welcher sie in der neuesten Aus- 
gabe von @. R. Gray’s genera of Birds, London 1843 ver- 
zeichnet sind. Ob es mir übrigens geglückt ist, jedem meiner 
afrikanischen Vögel eine richtige Stelle in jenen zahlrei- 
chen Unterabtheilungen anzuweisen, bin ich weit entfernt zu 
erwarten, wenn gleich ich eigens nach London gereist bin, 


um mich von Herrn Gray selbst über manches Zweifelhafte 


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belehren zu lassen. Diese Reise gab mir Gelegenheit, mehrere 
Vögel kennen zu lernen, die Major Harris auf einer Exeur- 
sion nach Schoa einsammelte, und welche ich als Bewohner 
des nordöstlichen Afrika in meinem Arten - Verzeichniss auf- 
zuführen erspriesslich fand, wie ich solches auch mit einigen 
Raubvögeln thue, die des Herzogs Paul Wilhelm von Württem- 
berg Kön. Hoh. von seiner wissenschaftlichen Reise nach 
Sennaar heimbrachte. 

In meinen beiden grösseren naturhistorischen Publica- 
tionen : „Zoologischer Atlas zur Reise im nordöstlichen Afrika“ 
und „Neue Wirbelthiere zur Fauna von Abyssinien gehörig“ 
sind die 73 Tafeln, welehe den Abbildungen der Vögel ge- 
widmet sind, ohne systematische Ordnung an einander ge- 
reihet, wodurch die Benutzung dieser Werke beschwerlich 
ist. In gegenwärtiger Arten-Zusammenstellung sind alle jene 
Abbildungen und Beschreibungen nebst etwaiger Berichtigung 
derselben an der im Systeme vorkommenden Stelle aufge- 
führt worden; so dass dieses Verzeichniss, obgleich ein für 
sich bestehendes abgeschlossenes Ganze, für die Besitzer je- 
ner Werke eine unentbehrliche Fortsetzung ist. — Wegen 
einiger Irrungen in den Unterschriften mehrerer Tafeln, ver- 
anlasst durch die Fertigung derselben ausserhalb Frankfurt, 
bitte ich um Nachsicht. Das im Text Angegebene ist immer 
allein zu berücksichtigen. Ein Verzeichniss aller jener Schrift- 


fehler auf den Tafeln ist umstehend gegeben. 


Frankfurt am Main im Juli 1845. 


Dr Eduard Rüppell. 


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Druckfehler auf den Tafeln. 


e Das Grössenverhältniss der Zeichnung für Taf. 3 und 2 ist 24, für Taf. 
25, 27, 30, 36 und 38 ist %, der natürlichen Grösse; bei allen andern 
Tafeln, ohne Angabe des Grössenverhältnisses, ist die Darstellung in na- 

N türlicher Grösse. 

1 Taf. 3. Caprim. tristigma statt Caprim. poliocephalus. 

En, „ 4. Caprim. poliocephalus statt Caprim. letrasligma. 

aa „» 8. Promerops minor statt Epimachus minor. 
Sp „10, 11, 12, 13. Drymoica statt Drimoica. 
E „ 22. Parisoma frontale statt Parisomus frontalis.. 
a „» 27. anguitimens statt angiutimens. \ 

R „29. Ploceus statt Textor. 

% „49. Pelecanus statt Onocrotalus. 
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pr Druckfehler und Berichtigungen im Texte. 
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Seite 18. Zeile 5 v. u. scapo statt scapho. 

we » 211. „ 1 - - nordwestlichen statt nordöstlichen. 

Br B »„ 35. „» 9 - - jene und diese statt jener und dieser. 

R' » 57. „10 - - Trochilus statt Trochillus. 

Br „ 64. ,„ 2 v.o.purpuropterus statt purpuroptera. 


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„» 65. „ 7Tv.u.torque statt torquete. 
re Bu Vögel S. 94. statt S. 10. 
Ausserdem ist anf mehreren Seiten zu lesen: vibrissae statt fibrissae, 
und längs statt längst. 
Seite 56 ist einzuschalten im Verzeichniss der Arten: 
125a. Cisticola schoenicola, Bonap. oder Sylvia eisticola Temm., häufig 
in Egypten. f 
Ferner Seite 57 als Anhang der Grasmücken: 
125b. Salicaria cinnamomea, Rüpp. Wirbelth. Taf. 42, f.1, Abyssinien. 
125.0. galactodes, Temm., Egypten, Nubien und Abyssinien. 
125d. i. leucoptera, Rüpp. syst. Uebers. Taf. 15, Schoa. 
125e. r palustris, Bechstein, Egypten. 
125 f. r phragmitis, Bechstein, Egypten, Nubien. 


Erste Ordnung. 


Raubvögel. Rapaces. 


Familie der Geier. Yulturidae. 


Taf. 1. 
Krilıfeo, 


Gypaötus meridionalis. Südländischer Bartgeier. 


Diaynosis: Gypaötus speciei europaeae (G. barbato) persimilis, a qua differt regione 
anguli oris et suboculari plumulis lanuginosis albis, tarsis parte in- 
feriore et interna plumis devestita. 


Kaiserling und Blasius in ihrem neuen Werke: Die Wirbel- 
thiere Europa’s pag. XXVIll. machten zuerst auf den Unterschied 
aufmerksam, welcher zwischen dem im gemässigten Europa 
und dem im ganzen afrikanischen Continent lebenden Bartgeier 
vorhanden ist, und bezeichneten letzteren mit dem Artennamen 
Gypa&ötus meridionalis. Beide Arten sind in der Färbung der Fe- 
dern und dem Grössenverhältnisse ganz übereinstimmend ; das 
Charakteristische des afrikanischen Bartgeiers ist, dass die Läufe 
vorn und inwendig über Y, der Länge, hinten und aussen über 
die Hälfte unbefiedert und mit Maschennetzhaut bedeckt sind, und 
dass dieG@egend am Mundwinkel und von da rückwärts unter den 
Augen hin bis zur Öhrengegend mit wolligen weissen Federdau- 
nen besetzt ist, ohne Beimischung jener schwarzen Borsten- 
haare, welche die europäische Art hier in jedem Alter zeigt, wo 


Ornith. von N.0.Afr, 1 


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sogar das Gefieder selbst theilweise schwarz ist. Die Füsse der 
letzteren sind bis unfern des Ansatzes der Zehen rundum befie- 
dert. Diese von vorgenannten Gelehrten herausgehobenen Un- 
terschieds-Merkmale finden sich bewährt an den fünf schönen 
Exemplaren, welche das Frankfurter Museum besitzt, und von 
denen zwei authentisch aus der Schweiz und Tyrol abstammen, 
die drei andern aber uns aus Abyssinien und der Caplandschaft 
direct zugekommen sind. Ein anderer von diesen Gelehrten an- 
gegebener Unterschied zwischen diesen beiden Arten in der 
Länge der Schwungfedern und einer verschiedenen Färbung 
ihrer innern Fahne ist dagegen vermuthlich Folge des Wachs- 
thums gewesen, denn er zeigt sich nicht auf die angegebene 
Weise an den Exemplaren unsers Museums. Im Uebrigen ist, 
wie schon bemerkt, bei beiden Arten die verschiedene Färbung 
des Gefieders in den correspondirenden Altersperioden die näm- 
liche, ebenso ist ihre Körperdimension dieselbe; und ich be- 
merke geflissentlich, dass die kleinere Statur, welche man bei 
einigen in der Schweiz und Sardinien erlegten Individuen beob- 
achtet hat, sicher nur die Folge einer durch unzureichende Nah- 
rung gehemmten natürlichen Entwickelung des Wachsthums ge- 
wesen ist. 

Da alle bis jetzt veröffentlichte Abbildungen der Bartgeier 
den in Europa lebenden Vogel darstellen, so halte ich es für die 
Naturforscher von Interesse, die genaue Zeichnung eines ächt 
afrikanischen Gypaetus bekannt zu machen, es einem Jeden an- 
heimstellend, diesen Vogel als eine von der europäischen Art 
specifisch verschiedene anzunehmen, oder ihn nur als eine eli- 
matische, aber constante Varietät zu betrachten. 

Der dargestellte Vogel ist ein ganz ausgefiedertes altes 
Männchen. Oberkopf und dessen Seiten von der Hälfte des Un- 
terschnabels bis zur Ohrengegend rein weiss; Basis des Schna- 
bels rundum mit vorwärtsgerichteten schwarzen Bartborsten; ein 


3 


schwarzer Streif von den Naslöchern durch die Augen, dann sich 
verschmälernd und auf dem Hinterhaupt zusammenstossend. Hals, 
Brust, ganze untere Körperseite und Schenkel weisslich, jede 
Feder nach ihrer Spitze zu rostroth, an der äusseren Seite der 
Schenkel bräunliche Flecken. Rücken, Schwanz und Flügel dun- 
kelbisterbraun, mit weisslichem Schaft und schwärzlichem Sei- 
tenrande. Die dritte Flugfeder die längste. Untere Schwanzdeck- 
federn schmutzig weiss, einige seitlichen auf der äusseren Fahne 
und an der Endspitze braun. Füsse bläulich. Nägel hornfarbig, 
Schnabel gelblichbraun. Iris schön feuerroth. 

Ganze Körperlänge in beiden Geschlechtern von 


der SchnabelspitzebiszumSchwanzende 41 ”*) — 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der dritten 
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Länge des Schwanzes besonders gemessen . 17 — 
Länge der Mittelzehe, ohne den Nagel . . . 2 11 
»  „ äusseren Zehe LEER VL LER, 1 9 
Een Bee aa a; 1 6 
» » hinteren Zehe 2 DER 207 1 4 


Der südländische Bartgeier findet sich auf den meisten 
hohen Felsengebirgen von Abyssinien, dem peträischen Arabien, 
Nubien und Egypten ; nirgends ist er häufig, und selten sieht 
man mehr als drei derselben in den Lüften kreisen, wie es scheint 
ein altes Paar und ihr einziges Junge. In Abyssinien begegnete 
ich ihm zuweilen, auf einzelnen hervorspringenden Felsenzacken 
sitzend, über einem steilen Bergabhang, nach seiner Beute 
spähend, die in Säugethieren von mittler Grösse, wie Ziegen, 
Schafe und besonders Klippschliefer besteht. Er kennt seine 
Kraft und scheint stolz darauf, denn er ist wenig scheu gegen 


annahende Menschen. 


*) Alle Maassangaben sind inZoll und Linien des Pariser Pied du Roiangegeben, 
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Ueber die verschiedenen Geier- Arten hatte ich im Jahre 
1830 einen Aufsatz in den Annales des sciences naturelles ver- 
öffentlicht, und in meinen neuen abyssinischen Wirbelthieren 
gab ich im Jahre 1838 eine berichtigende Uebersicht dieser 
Gattung mit Rücksicht auf die geographische Verbreitung der 
Arten. Seitdem erhielt ich durch mündliche Besprechung mit 
dem als vortrefflicher Beobachter rühmlichst bekannten engli- 
schen Naturforscher Dr. Andrew Smith wichtige Belehrungen 
über die Veränderungen im Gefieder der grauen Geier. Er hat 
nämlich auf seinen vieljährigen Reisen in Südafrika an zahlrei- 
chen Reihefolgen dieser Vögel, die er theils geschossen, theils 
lange in Gefangenschaft lebend beobachtete, ermittelt, dass die 
schlanken langen zugespitzten hellbraunen Federn der Halskrause 
des Vultur Chassefiente Le Vaillant sich nach und nach ganz 
abnutzen, kurz und breit werden, eine zugerundete Form an- 
nehmen, und dabei sich ganz weiss färben; jenes ist auch der 
Fall mit den zugespitzten Federn der kleinen Flügeldeckfedern, 
den langen Federn auf dem Bauch und an den Schenkeln. Die 
Farbe des Schnabels ist ferner nicht constant, und ist bald horn- 
braun, bald mehr oder weniger schwärzlich. Das allgemeine 
Gefieder des Vogels endlich, welches in der Jugend hellgelb- 
braun ist, gehet in Südafrika wenigstens mit zunehmendem Al- 
ter ins schmutzig weisse über *). Dr. Smith stellte diesem al- 
lem zufolge ausser Zweifel, dass Vultur Chassefiente das Jugend- 
gefieder, und Vultur Kolbii der ganz alte Vogel von Vultur fulvus 
der Autoren ist, und er nimmt an, dass der von mir auf Taf. 32 
meines Zoolog. Atlas abgebildete Geyer nichts als eine dunkel- 
braune Varietät eines alten Vultur fulvus ist. Durch von mir im 
Britischen Museum angestellte Vergleiche erkannte ich ferner, 


dass diese nämliche Art auch überall in Indien vorkömmt, und 


*) Dieses ward von mir niemals in Nord - Afrika beobachtet. 


5 


mithin so ziemlich über die ganze gemässigte und warme Zone 
der alten Welt, mit Ausnahme von Australien, verbreitet ist. 
Auch versicherte mir Dr. Smith, dass alle die vielen von ihm 
in Südafrika beobachteten Vultur auricularis mit sehr stark 
entwickelten schlappen fleischfarbigen Hautlappen längs der 
Seiten des Halses versehen waren, wie ich solches selbst sah 
an einer Reihenfolge lebender, von Südafrika kommender In- 
dividuen, die im Londner zoologischen Garten ausgestellt sind. 
Da nun diese Hautlappen am Halse den vielen von mir in Nu- 
bien, Kordofan und Abyssinien eingesammelten dickköpfigen 
Geiern fehlen, welche durch Farbe des Gefieders, Federnbildung, 
Grösse, Schnabel und Kopfform, kurz in allem anderen mit jenen 
eapischen Vultur auricularis identisch sind; da ferner Burchell 
ausdrücklich in seiner Reise Vol. 1. pag. 377 sagt, er habe ver- 
gebens in Südafrika jene Halshautlappen an den von ihm erleg- 
ten diekköpfigen braunen Geiern aufgesucht: so dürfte man zu 
vermuthen berechtigt seyn, dass vielleicht doch in Afrika zwei 
braungefärbte, sehr nahe verwandte Geierarten leben, in Be- 
ziehung auf Grösse, Form und Farbe ganz gleich, und nur un- 
terschieden durch die Anwesenheit jener Hautfalte an den Sei- 
ien des Halses. Dem einen derselben, den Le Vaillant zuerst 
beobachtete, würde der Artenname Vultur (Otogyps) auricu- 
laris verbleiben; sein Tummelplatz scheint auf die südliche 
Hälfte des afrikanischen Continentes beschränkt; für den andern 
Vogel könnte man den Namen Vultur nubicus beibehalten, 
welcher in Griffith's animated Kingdom bei der davon veröflent- 
lichten Abbildung gebraucht wurde; diese Art, welche vorzugs- 
weise Central-Afrika bewohnt, würde identisch mit dem von 
Burchell in der Kaflrerei beobachteten Vogel seyn, und scheint 
auch einmal bis nach Morea sich verflogen zu haben. Dass der 
in der Deseript. de !’Egypte auf Taf. Xl abgebildete Geier das 


Jugendgefieder des gewöhnlichen Vultur einereus, keineswegs 


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aber jenen Vultur nubicus darstellt, ist von Herrn Lafresnaye 
zuerst ermittelt worden. Jene Art ist mithin auch ein Bewohner 
des nordöstlichen Afrika; ich selbst erlegte oder beobachtete ihn 
übrigens nie in jenem Continent. Endlich hat auch der unermüd- 
liche Naturforscher Herzog Paul von Württemberg während 
seiner wissenschaftlichen Reisen dem obern Nilstrom entlang, 
südlich von Sennaar einige Geier erlegt, die mit Vultur benga- 
lensis Latham, oder J. E. Gray’s Vultur leuconotus (Indian 
Zoology Vol. I. Taf. 14) identisch sind, demnach dieser Vogel 
als ein Bewohner Afrikas, wenn gleich vielleicht nur ein zufäl- 
liger, aufzuzählen ist. Nach des erlauchten Reisenden mündlicher 
Mittheilung fanden sich diese Geier nur an dem Aase von 


Elephanten. 


Familie der Falken. Falconidae. 


Taf. 2. 
Nisus sphenurus Rüppell. Keilsehwänziger Sperber. 


Diaynosis: Mas adult.: Nisus capite, cervice, dorso et alis colore cinerascente, re- 
migibus longitudine dimidium caudae aequantibus, vexillo externo et 
apice nigricante, parte basali albicante rivulis fuscis undulatis; cauda 
elongata subcuneiformi, supra colore cinerascente, apicem versus fas- 
cia nigra, limbo marginali albido, rectrieibus binis medianis et duabus 
lateralibus concoleribus, octo intermediis vexillo interno fasciis nigri- 
cantibus; gula ex albido cinerascente, pectore et abdomine ex rufo 
isabellino, lineis albicantibus permultis variegato; crisso albicante; 
pedibus et cera flavis. 


Bereits vor zehn Jahren habe ich die Beschreibung dieses 
Vogels in meinen abyssinischen neuen Wirbelthieren (Vögel 
pag. 42) veröffentlicht, ohne eine dazu gehörige Abbildung 
bekannt zu machen. Indem ich dieselbe hiermit nachliefere, wie- 
derhole ich wörtlich als ihre Erklärung jene Beschreibung, die 
sich auf ein altes Männchen beziehet, da ich von dieser Art nur 
ein einziges Individuum einsammelte. 

Grundfarbe des Oberkopfes, Nacken, Rücken, Flügeldecken 


7 


und obere Schwanzseite schiefergrau, die kleinen Deckfedern 
etwas mehr schwarzgrau, die äussere Fahne und die Endspitzen 
der Schwingen ebenfalls schwarzgrau, während der obere Theil 
der innern Fahne weissgrau ist mit dunkleren Bändern. Schwanz- 
federn am Ende weiss gesäumt, an den zehn mittleren Federn 
folgt auf diesen weissen Saum eine schwarze Binde; die andern 
vier Schwanzfedern haben auf den innern Fahnen fünf schwarze 
Flecken, zwischen welchen die Grundfarbe ins Weissliche über- 
geht. Die grossen Flügeldeckfedern haben längs ihres Schafts 
eine Reihenfolge weisser Flecken, welche bei anliegendem Flü- 
gel nicht sichtbar ist. Kehle, Schenkel und Aftergegend sind 
grauweiss, Ohrengegend blaugrau, Brust und Bauch röthlich 
isabell mit feinen weisslichen wellenförmigen Querlinien. Füsse, 
Wachshaut und Iris orangegelb, Schnabel und Nägel schwarz. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Ende der mittleren Schwanzfeder . . . 11” 10’ 
Länge des Schwanzes besonders gemessen . . . 5 7 
Länge des Oberschnabels von der Spitze längs der 

Krümmung bis zur Wachshaut . . ..— 6 
Verticalhöhe des Schnabels . . 2... 54 


Flügelläinge vom Bug bis zur Spitze der vierten 
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Vorkommen: die Insel Dahalak bei Massaua auf Mimosen- 
bäumen. 

Ueber einige von mir als neue Arten beschriebene Falken 
habe ich folgende Berichtigungen mitzutheilen. Es hat sich durch 
directen Vergleich herausgestellt, dass mein Aquila albicans 
(Wirbelthiere Taf. 13. Fig. 1, 2.) doch identisch ist mit Tem- 
minck’s Falco rapax, was ich bei jener Beschreibung als eine 
Muthmassung selbst andeutete; der vonmir vorgeschlagene Arten- 
namen ist sofort zu unterdrücken. 


8 


Der auf Taf. 14 meiner abyssinischen Wirbelthiere unter 
dem Namen Circaätus funereus abgebildete Falke ist identisch 
mit Vieillot’s Circa&tus cinereus (Galerie des Oiseaux Taf. 12.). 
Nach den Ansichten des Dr. Schlegel in Leyden, welchen ich 
beizupflichten bereit bin, sind meine Buteo Augur und Buteo 
hydrophilus nichts als verschiedene Alterskleider und Varietäten 
einer einzigen Art, und zwar ist 

Taf. 16 Fig. 1 ein ausgefiedertes altes Männchen. 
„ 17 , 1ein ausgefiedertes Weibchen. 
„ 17 ,„ 2 ein junges Männchen. 
„ 16 , 2 eine schwarze Varietät. 

Als Bezeichnung für alle ist der Name Buteo Augur beibe- 
halten. 

Durch meinen im Reiche Schoa befindlichen Jäger erhielt 
ich einen sehr schönen Aquila vulturina, von Le Vaillant auf 
Taf. 6 seiner Oiseaux d’Afrique abgebildet (Lessons Aquila 
Verrouxii), ferner einen Polyporoides typicus, A. Smith. South 
African Zoology, Aves Taf. 81. Drei andere Raubvögel, die ich 
mir wohl erinnere in Abyssinien gesehen zu haben, ohne ihrer 
habhaft zu werden, wurden durch den Herzog Paul von Würt- 
temberg während seines Aufenthalts in Sennaar erlegt. Es ist 
ein prachtvoller Helotarsus, dem -H. ecaudatus ganz gleich, nur 
mit röthlichweissem Rücken (Helotarsus leuconotus, Herzog v. 
Württ.*) ; ein Circa&tus, dunkelfärbig mit einer breiten weissen 
Binde über den Schwanz (C. zonurus, P, v. Württ.) ;endlich der 
kleine Falco chiquera Le Vaillant, der in Gondar einst bis in unsre 
Wohnung kleinere Vögel verfolgte. Ausser diesen Raubvögeln hat 
der Herzog von Württemberynoch mehrere andere in Nubien und 
Sennaar eingesammelt undals neue Arten bestimmt, deren Abbil- 
dung und Beschreibung er ehestens zu veröffentlichen beab- 
sichtiget. 


") Ist dieses wirklich Folge eines specifischen Unterschieds? 


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Familie der Eulen. Strigidae. 


In einer Sammlung abyssinischer Vögel, welche der be- 
kannte Major Harris in Schoa einsammeln liess, sah ich eine 
kurzohrige Eule, die mir nie vorgekommen war, und welche 
alsidentisch mit Otus capensis von 4. Smith erkannt wurde, wo- 
von sich eine gute Abbildung in des Letzteren Südafrikanischer 
Zoologie Taf. 67 der Vögel findet. 

Nach Erichson’s Archiv. 10 Jahrg. 2. Seite 192 hat @uerin 
in seiner Revue Zoologique p. 321 zwei neue abyssinische Eulen 
beschrieben (Bubo cineraceus und Otus abyssiniceus), die mir 
nicht bekannt sind. Ist eine derselben nicht vielleicht die von 
Smith beschriebene Art? 


Uebersicht aller von mir als Bewohner von Nord - Ost - Afrika 
beobachteten Vögel der Ordnung der Raubvögel. apaces. 


1) Geier. Julturidae. 
. Gypaötus (Ray) meridionalis, Blasius. Rüpp. system. Uebers. Taf. 1, 


De 


paarweise, nicht sonderlich häufig. Peträisches Arabien, 
Abyssinien. 

. Neophron (Savigny) perenopterus, Linn. Buffon Taf. 407 adult., 
429 juven., in zahlreichen Familien im ganzen nordöst- 
lichen Afrika. 

3. Pr püleatus, Burchell oder Cathartes monachus Temminck, 


” 


Temm. Taf. 222. junger Vogel, in zahlreichen Familien in 
ganz Abyssinien. 

- Gyps (Savigny) fuleus, Linn., Vultur Kolbii Temm. avis adulta, Rüpp. 
Atl. Taf. 32. dunkelfarbige Varietät, Le Chassefiente, 
Le Vaill. Afr. Taf. 10. junger Vogel; in zahlreichen Fa- 


[5 


milien im ganzen nordöstlichen Afrika. 
5. 5 bengalensis, Latham., J.E. Gray, Indian Zoology Taf. 14, zu- 
füllig in Sennaar, v. Herzog Paul von Württ. beobachtet. 


er EN 2 7 Zu ZU ” N n ns EN u ee I Ar eh, Aal ET A re 
k vr 


10 


f 6. Fultur oceipitalis, Burchell, Rüppell Atlas Taf. 22, paarweise zusam- 
hr men in Sennaar und Abyssinien. 

= 7. °» einereus, Linn. Desc. de l’Egypt. Ois. Taf. 11, einzeln in 
2 Egypten. 

j 8. Otagyps (Gray) nubiceus?, Griffith. Anim. Kingd. Taf. ..., überall in 
3 Nord - Ost- Afrika in kleinen Familien. 

| 

\ 2) Falken. Falconidae. 

? 

x 9. Buteo (Cuvier) vulgaris, Bechstein. Buffon Taf. 419, überall in Nord- 


Ost - Afrika. 

10... Augur, Rüpp. Adult. Rüpp. Wirbelth. Taf. 16, Juven. Rüpp. 
Wirbelth. Taf. 17, sehr häufig in Abyssinien. 

Ei, u rufinus, Rüpp. Atlas Taf. 27, zufällig in Nubien. 


a A a 


12. Aqyuila (Brisson) emperialis, Bechst. Desc. de l’Egypte Taf. 12, ein- 
zeln in ganz N.O. Afrika. | 
e 13. „  naevia, Linn. Desc. de l’Egypte Taf. 2. Fig. 1, einzeln in 


n ganz N.O. Afrika. 
14. „ pennata, Linn. Temm. Taf. 33, zufällig in Nubien. 
15. „  rapar, Temm. oder A. albicans Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 13. 


Fig. 1 u. 2, paarweise häufig in Abyssinien. 
16. „  vulturina, Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 6, einzeln in Abyssinien. 
17. Spizaötus (Vieillot) oceipitalis, Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 2, häufig im 
südlichen Abyssinien und Sennaar. 


EEE NE En EN ee 


18. Circaötus (Vieillot) drachydactylus, Wolf. Naumann Vögel Taf. 51, 
ziemlich häufig in N.O. Afrika und Arabien. 


EEE 


19. ; thoracicus, Cuv. oder C. pectoralis A. Smith, häufig in 
Abyssinien. 
20. ” cinereus, Vieill. Rüpp. Wirb. Taf. 14 als C. funereus, zu- 


fällig in Abyssinien. 
j 21. Haliaötus (Cuvier) vocifer, Le Vaill. Le Vaill. Ois. Taf. 4, häufig in 
Sennaar und Abyssinien. 
22. Pandion (Savigny) haliaötus, Linn. Buffon Taf. 414, häufig an der 
Küste des rothen Meeres. 
23. Helotarsus (Smith) ecaudatus Daudin. Le Vaill. Afr. Taf. 7, ziemlich 
häufig in Kordofan, in Abyssinien. 
7 23a. „» leuconotus Herzog Paul v. Württ. Varietät d. Vorstehend.? 


Sennaar. 


‚ Az BE al ; A 


11 


24. Falco peregrinus Linn. Buffon Pl. 430, häufig in Egypten, Nubien 


TORE 


26. ,, 


und Abyssinien. 
peregrinoides Temm. Pl. col. Taf. 479, dieselben Gegenden 
wie F. peregrinus. Wahrscheinlich sind beide eine Art. 
chiquera, Le Vaillant Ois. d’Afr. Taf. 30, einzeln in Abyssinien. 


27. Tinnunculus (Vieillot) alaudarius, Brisson oder Falco tinnuneulus 


2. ge 
u... 
a 
5 
 . 
= SR 


Linn. Buffon Taf. 401 und 471, häufig in Egypten und 
dem petr. Arabien. 

cenchris, Fritsch. Stor. degli Uecelli Taf. 25, häufig in 
Abyssinien, Zugvogel in Egypten und Nubien. 

aesalon, Gmel. Buffon Taf. 447, einzeln in Untereg;ypten. 

biarmieus, Temm.'Taf. 324, häufigin Nubien und Abyssinien. 

eoncolor, Temm. Taf. 330, nur auf einer Insel (Barakan) 
in rothen Meer, woselbst häufig. 

rufipes, Bechstein. Buffon Taf. 431, oder Falco vespertinus 
Linn. Gmel., einzeln in Unteregypten und Arabien. 

rupieola, Daudin. Le Vaillant Afr. Taf. 35, häufig in ganz 
Nord - Ost - Afrika. 


34. Pernis (Cuvier) apivorus, Linn. Buflon Taf. 420, häufig in Egypten 


und Arabien. 


35. Elanus (Savigny) melanopterus, Daudin. Descr. de l’Egypte Taf. 2. 


Fig. 2, häufig in ganz Nord-Ost- Afrika. 


36. Milvus (Brisson) regalis oder Falco milvus Linn, Buffon Taf. 422, 


1 Ehe 


häufig in Unteregypten. 
ater Linn. oder F. parasiticus Daudin. Desc. del’Egypt. Taf. 3. 
Fig. 1, der häufigste Raubvogel in ganz Nord-Ost-Afrika. 


38. Daedalion (Savigny) palumbarius, Linn. Buffon Taf. 418, einzeln 


RE 


in Egypten. 
perspieillaris, Rüpp.*) Rüpp. Wirbelth. Taf. 18. Fig. 2, 
einzeln in Abyssinien. 


40. Nisus (Cuvier) communis, Cuv. Falco nisus Linn. Buffon Taf. 467, 


Bu: ; 


häufig in Egypten, Arabien und Kordofan. 
sphenurus, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 2, einzeln in Abyssinien. 


*) Vielleicht identisch mit Temminck’s Falco exilis. Pl. col. Taf. 496. Das 
Grössen-Verhältniss meiner Abbildung ist auf der Tafel irrig zu '4 statt zu %, an- 


gegeben. 


43. 


44. 
45. 


46. 
47T. 
48. 


49. 


50. 
51. 


52. 
53. 


54. 
55. 


56. 
57. 


58. 
59. 


12 


. Nisus unduliventer, Rüpp. Wirbelth. Taf. 18. Fig. 1, zufällig in 


Abyssinien. 
Melierax (Gray) polyzonus, Rüpp. Wirbelth. Taf. 15. Fig. 1, häufig 
in Nubien, Sennaar und Abyssinien. 
ö gabar, LeVaill. Afr. Taf. 33,häufigin Kordofan u. Abyssinien. 
Circus (Brisson) rufus, Linn. Buffon Taf. 460, häufig in Egypten und 
Nubien. 
„» eyaneus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 459, ziemlich häufig in 
Egypten, Nubien und Arabien. 
» maurus. Temm. oder C. Lalandii Smith. Temm. Taf. 461, ein- 
zeln vorkommend in Sennaar und Abyssinien. 
Polyporoides (Smith) typicus, Smith oder Gymnogenis madagasca- 
riensis, Lesson. Smith. Zool.ofSouth Africa Taf. 81. Schoa. 
Serpentarius (Cuv.) reptilivorus, Daudin. Buffon Taf. 721, einzeln 


in Sennaar und Abyssinien. 


3) Eulen. Strigidae. 


Athene (Boje) passerina, Linn. Buffon Taf. 439, sehr häufig: in Egypt. 
» pusilla, Latham. Le Vaill. Taf. 46, einzeln in Sennaar und 
Abyssinien. 
Scops (Savigny) vulgaris oder Strix scops Linn. Buffon Taf. 436, 
einzeln in Egypten. 
Bubo (Boje?) Zactea, Temm. Temm. Taf. 4, häufig in Sennaar und 
Abyssinien. 
„ ecapensis, Daudin. Smith. South Afr. Taf. 70. Schoa. 
„ ascalaphus, Savigny Desc. de l!’Egypt. Taf. 3. Fig. 2, einzeln 
in Egypten. 
Otus (Ray) brachiotus, Lath. Buffon Taf. 438, Egypten, Nubien. 
„  africana, Linn. Gmel. Temm. Taf. 50, häufig in Nubien und 
Abyssinien. 
„  leueotis, Temm. Taf. 16, häufig in Kordofan und Abyssinien. 
Striz (Linn.) flammea, Linn. Buffon Taf. 440, häufig in Egypten. 


a 


2 Zglu 


Zweite Ordnung. _ 


Passerinen. Passceres. 


Erste Abtheilung. 


Sperrvögel. Fissirostres. 
Familie der Nachtschwalben. Caprimulgidae. 


Von zwei durch mich in Abyssinien entdeckten Nacht- 
schwalben hatte ich in meiner abyssinischen Fauna eine ein- 
fache lateinische Diagnose bekannt gemacht. Da es aber äusserst 
schwierig ist, einen zu dieser Familie gehörenden Vogel durch 
Wortbeschreibung allein kenntlich zu machen, so wird die 
naturgetreue Abbildung beider Arten besonders willkommen 
seyn, obgleich ich an der Beschreibung selbst nichts wesent- 
liches beizufügen habe, indem mir keine neue Exemplare dieser 
Vögel zur Untersuchung und Vergleichung zugekommen sind. 


EB ED a El AZ ae ee u ee ENT IHERR ERS 


14 


Taf. 3*). 


Caprimulgus tristigma Rüppell. Dreifleckige Nachtschwalbe. 
(Neue Wirbelthiere, Vögel pag. 105.) 


Diagnosis: Capite, pectore, cervice, dorso, alarum tectrieibus et cauda supra sor- 
dide cinerascentibus, permultis maculis, punctis ac lineis umbrino-fuseis 
variegatis, nonnullis maculis isabellinis cervici et tectricibus intersper- 
sis; pileo pennarum apice nigricante; remigibus umbrinis, tribus externis 
parte mediana vexilli interni macula rotunda alba; remigibus secunda- 
riis umbrinis, fasciis rubiginosis pictis; ventre et crisso rubiginosis li- 
neis umbrinis variegatis, gula isabelline et umbrine lineolata, jugulo 
maculis duabus, pectore pennarum apice albicantibus; fibrissis eximiis, 
cauda recte truncata. 


v 


Ganze obere Körperseite, Flügeldecken, Schwanz, Hals, 


sa, Zi Sa a 3 


Brust und Vorderbauch schmutzig grau mit sehr vielen dunkel- 
braunen Flecken, Punkten und feinen Wellenlinien, und einigen 
kleinen isabellfarbigen Fleckchen im Nacken und den Flügel- 
deckfedern. Die Spitze der Federn auf dem Scheitel ist schwarz- 
braun; Kehle hellgrau mit vielen braunen Querlinien; am Vor- 
derhals zwei grössere weissliche Flecken. Die Endspitze der 
Brustfedern ist gleichfalls weisslich. Bauch, Schenkel und After- 
gegend verwaschen röthlich isabell mit feinen braunen wellen- 
förmigen Querlinien. Flugfedern kastanienbraun; die drei äusser- 
sten haben an der halben Länge der innern Fahne einen runden 
weissen Flecken; die Endspitzen dieser drei Federn sind einen 
Zoll lang mit blass gelbgrauen streifenartigen Flecken. Alle 
andere Flugfedern der ersten und zweiten Ordnung haben ziem- 
lich dicht gestellte blass rostrothe Diagonal-Streifen auf kasta- 
nienbraunem Grund. Die beiden mittleren Steuerfedern und die 
äussere Fahne der seitlichen ist aschgrau mit dunkelbraunen 
zackigen Querstreifen und zwischen denselben ganz gleichge- 
färbten feinen Marmorirungen. Die seitlichen Steuerfedern und 


") Aus Versehen stehet alsUnterschrift der Tafel: Caprimulgus poliocephalus, 
welches auf die folgende Tafel gehört. 


m 


Fi Pe 7 BIT: 
1 Bd et 


15 


die innere Fahne der zwei zunächst folgenden ist kastanienbraun 
mit verwaschen röthlich isabellfarbigen Fleckenbündeln, die 
gleichbreite Querstreifen bilden. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
Gchwanze ne van ia RATE 
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...4 — 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten Flugfeder 6 9 
Lisge:des Tores ll aa een 
Oberkiefer längs der Firste u eu a are 
Asissere Zebei on 11. 1 re een 
Milere Zehe:.:u; selschiellnne iin ira ah a de ass Dh 
Iumare Zeche; uch sion re jr 
Hintere Zeche - an sah ae 
Diese Beschreibung beruhet auf der Untersuchung eines 
einzigen Vogels weiblichen Geschlechts, welchen wir in den 
Wiesengründen südlich von Gondar am Zana See im Monat 
März erlegten. 


Taf. 4*). 
Caprimulgus poliocephalus Rüpp. Grauköpfige Nachtschwalbe. 
(Neue Wirbelthiere, Vögel pag. 106.) 


Diagnosis: Mas: Capite supra colore cinereo -cervino, vertice nonnullis maculis 
nigris; stria supraorbitali isabellina, lateribus nuchae plumis fuscis 
apicibus rubiginosis; collo, regione parotica et pectore nigricantibus 
punctulis isabellinis variegatis, medio gulae maculis duabus albis; ju- 
gulo fusco pennarum apice rubiginoso, ventre et crisso sordide isabel- 
linis, illo permultis lineis transversis umbrinis; dorso umbrino - cine- 
rascente, nonnullis plumis nigris, vexillo externo et parte apicali isa- 
bellinis; remigibus primariis umbrinis, 2*, 3* et 4* dimidio longitudinis 
fascia nivea, ceteris et secundariis umbrino et rubiginoso fasciatis; 
cauda recte truncata umbrino - fusca, fasciis clarioribus paululum con- 
spicuis picta, rectricibus quatuor lateralibus albis, margine vexilli ex- 
terni rufo - fusco, rectricibus binis medianis cinerascentibus litturis et 
striis umbrino - fuscis variegatis; fibrissis eximiis. 


—— 


*") Aus Versehen ist auf der Tafel die irrige Unterschrift: Caprimulgus te- 
trastigma. 


16 


Oberkopf und Mitte des Nackens rostfarbig grau, die Federn 
des Scheitels längs des Schafts schwarz ; hinter dem obern Or- 
bitalrand ein rostrother Streifen ; Kehle, Ohrengegend und Brust 
schwärzlich mit feinen isabellenen Punkten gesprenkelt. Auf 
der Mitte des Vorderhalses zwei weisse Flecken. Auf den Seiten 
des Halses das Ende der schwarzgrauen Federn mehre Linien 
breit rostroth. Bauch, Schenkel und Aftergegend schmutzig isa- 
bell mit dunkelbraunen wellenförmigen Querlinien, Rücken und 
Flügeldeckfedern graubraun, längs der Rückenmitte grosse 


schwarzbraune und isabell-rostrothe Flecken. Grosse Flugfe- 


dern dunkelbraun, die 2te, 3te und 4te haben da, wo der Aus- 
schnitt der äussern Fahne beginnt, eine weisse Querbinde, und 
auf der innern Fahne der 1ten Flugfeder einen runden rostrothen 
Flecken; die übrigen Flugfedern sind nach ihrer Basis zu rost- 


roth und dunkelbraun gebändert, alle an den Endspitzen grau- 


braun mit feinen dunkleren Marmorirungen. Mittlere Federn des 
rechtwinkelig abgestutzten Schwanzes graubraun mit dunkleren 
Querstreifen und Zickzacklinien, die folgenden zwei Paar Steuer- 
federn dunkelbraun mit helleren Querbändern; die vier seitlichen 
Federn weiss, der äussere Fahnenrand nach dem Ende zu gelb- 
braun. Füsse rothbraun, Schnabel und sehr robuste Bartborsten 
schwarz. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Behwanzenden) u 0 vn. #207 Sri 
Schwanzlänge besonders gemessen . . Be: 
Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der 2ten Flugfeder Ba -, 
Lange. ea DRLBUB. el re ine une 1 
Acussere und Annere Zehe . .. "u. v4 = VW 
Mittlere Zeheö nn. 5 oe ne >: SE 
Hintere Zehe . . . ag 4 a > 
Oberschnabel längst der Firste u ARE IE er ER 


Von dieser Art erhielt ich nur ein einziges Individuum 


17 


männlichen Geschlechts und zwar im Monat December in den 
nordwestlich von Gondar gelegenen Thälern, die Kulla genannt. 
Lebensart und Nahrung entspricht derjenigen der europäischen 
Nachtschwalbe. 


Familie der Schwalben. Hirundinidae. 


Die Zusammenstellung der von mir in Afrika beobachteten 
Schwalben- Arten (Neue Wirbelthiere Vögel pag. 106) ist in 
sofern irrthümlich, als ich darin zwei seitdem als selbständige 
neue Arten erkannte Vögel unter dem Namen Cecropis senega- 
lensis und Ü. capensis aufführte, denen sie beide ungemein äh- 
neln; die Beschreibung derselben liefere ich hiermit nach- 
träglich. 


Taf, 5. 
Cecropis melanoerissus Rüppell. Eü 
Schwarzsteissige Schwalbe. 


Diaynosis: Capite supra, cervice et dorso nigro - caeruleis, lateribus colli et uro- 
pygio rubiginosis, alis et cauda umbrino-nigricantibus, gastraeo sordide 
isabellino parte postica crissi nigra; statura octava parte ıninore Ce- 
cropi senegalensi. 


Diese Schwalbe steht, wie schon bemerkt, der Cecropis 
senegalensis Linn. sehr nahe und man würde ohne genaue 
und unmittelbare Vergleichung nicht leicht nach Abbildungen 
und Beschreibung die Artenverschiedenheit beider Vögel erfassen, 
welche durch dieselbe aber alsobald sich entschieden ausspricht. 
Als ich durch die mir vor einigen Jahren direct aus Schoa zu- 
gekommene Naturaliensendung eine wirkliche Cecropis sene- 
galensis erhielt, fiel mir gleich ihr merklich grösseres Körper- 
verhältniss auf, und die verschiedene Färbung der unteren 
Schwanzdeckfedern. Bei der naheverwandten abyssinischen Art, 

Ornith. von N.O. Afr. 2 


P\ Bi 


18 


die ich wegen jener Schwanzdeckfederfarben Cecropis melano- 
crissus benannte, ist der ganze Oberkopf, die Mitte des Nackens, 
der Rücken und die Flügeldeckfedern schwarzblau mit glänzen- 
dem Stahlschiller, die Flügel und der gabelförmige Schwanz 
schwarzbraun, die Schenkel rein weiss, die Seiten des Nackens 
und der Bürzel rostroth, die übrige untere Körperseite schmut- 
zig röthlichweiss, die untern Sehwanzdeckfedern in ihrer hin- 
tern Hälfte schwarz, ein grosses dunkles Dreieck unter dem 
braunschwarzen Schwanze abzeichnend. Schnabel und Füsse 
schwäirzlich; Iris braun. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
Schwanzende  %.... nm 1%. Ne 
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...39 
Vom Flügelbug bis zur Endspitze der lten Flugfeder 4 11 


Länge des Tarsus Wan u Das. a Mi 
Innere, äussere und hintere Zehe . . . 2. 2... 3 
Mittlere Zehe :. u... N 2 ru ee er 


Die jungen Vögel haben längs des Schafts der Brustfedern 
einen feinen braunen Strich. Diese Schwalbenart fanden wir im 
Sommer (Juli — October) auf dem Hochplateau von Temben 
und in den Thälern von Simen; sie hatte ihr Nest an Felsen- 
wänden und eine mit der europäischen Cecropis rustica über- 


einstimmende Lebensweise. 


Taf. 6. 
Cecropis striolata Rüppell*). Halbgestreifte Schwalbe. 


Diaynosis: Capite supra, regione parotica, nucha et parte posteriore dorsi laete 
ferrugineis, dorso, interscapulio et tectricibus minoribus nigro - caeru- 
leis, alis et cauda umbrino - nigris, rectrieibus vexillo interno macula 
alba; gastraeo sordide albicante, pennarum scaplio umbrine striato; 


Al) 


statura Cecropi capensi quinta parte minori. \ 
W 


*) Aus Erichson’s Archiv, zehnter Jahrgang, Vol. 2. pag. 204 ersehe ich, dass 
Herr Guerin in neuester Zeit diesen Vogel als Hirundo abyssinica in der Revue zoo- 
logique beschrieben hat. 


19 


Die allgemeine Farbenvertheilung dieser Schwalbe passt 
so ziemlich auf Cecropis eapensis Linn., nur die um ein Fünf- 
theil geringeren Körperverhältnisse jenes Vogels fallen auf; 
diese in Verbindung mit der durchaus rostrothen Farbe des 
Kopfes der abyssinischen Schwalbe und den viel dichter ste- 
henden dunkelbraunen Streifen längs des Schafts der Federn 
auf der ganzen untern Körperseite, begründen ihre specifische 
Trennung. 

Cecropis striolata hat den ganzen Oberkopf, den Nacken, 
die Ohrengegend und den Hinterrücken einförmig rostroth; Rü- 
ckenmitte und kleine Flügeldecken schwarzblau mit Stahlglanz; 
Schwanz und Flügel braunschwarz; auf der halben Länge der 
innern Fahne an den vier äussern Steuerfedern ein grosser 
weisser Flecken. Untere Körperseite röthlichweiss, jede Feder 
längs des Schafts mit einem braunen Streifen, welche Farbe 
auf der Kehle den weissen Grundton überwiegt. Schenkel und 
untere Schwanzdeckfedern weiss; die innere Seite der Flügel 
unter dem Bug ist hell rostroth. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
BR: Fe er ee 

Schwanzlänge besonders gemessen . . .». .».2 6 

Vom Flügelbug bis zur Endspitze der lten Flugfeder 4 — 


Länge des Tran a are en ie 
ee Te a ee 
re Bo ee 
Aeussere und hintere Zehe Bash. et 


Wir sahen diese Schwalbe häufig auf den Wiesen in den 
abyssinischen Provinzen Barakit (im Mai) und im November 
bei Gondar. 


2* 


Familie der Eisvögel. Alcedinidae. 


Schon seit langer Zeit befindet sich im hiesigen Museum 
ein Eisvogel, aus der Cafferei abstammend, welcher uns durch 
Herrn von Ludwig vom Cap der guten Hoffnung geschenks- 
weise zugekommen ist. Vergebens bemühte ich mich zu ermitteln, 
ob und wo dessen Beschreibung veröffentlicht sey. Meine Auf- 
merksamkeit ward neuerdings auf diesen Vogel gerichtet, als 
ich denselben in der von Schoa erhaltenen Zusendung vorfand, 
und ich entschloss mich, ihn als fraglich neue Art abzubilden. 
Ein Vergleich dieser Figur mit Vögeln im Britischen Museum 
belehrte mich, dass ich einen bereits vor zwanzig Jahren durch 
Swainson in seinen zoological Illustrations Taf. 151 unter dem 
Namen Alcedo semitorquata bekannt gemachten Vogel abge- 
bildet hatte, daher ich pflichtschuldigst diese ältere Bezeichnung 
an die Stelle einer neu gewählten eintrug, obgleich ein unter- 
brochenes Halsband, wie es Swainson beschrieb und abbildete, 
nicht vorhanden ist. 


Taf.%: 


Alcedo semitorguata Swainson. 


Eisvogel mit unterbrochenem Halsbande. 


Diagnosis: Alcedo capite supra et nucha nigris, pennarum margine cyaneo, dorso 
et alis viride-caeruleis, gula et macula laterali collari albidis, stria a 
naribus ad oculos cinerea, lateribus colli et pectoris nigro - Caerule- 
scentibus, remigibus umbrinis, interne rufescente, externe basin versus 
caeruleo-viridescente marginatis; uropygio cyanicolore, cauda nigra 


supra parellina; ventre et crisso flavo-rubiginosis, rostro nigro, pe- 
dibus rubricis. 


Oberkopf, Nacken und Ohrengegend schwarz, die Federn 
mit kornblumenblauem Rande, wodurch das Ganze schwarz und 


WAR; 


. a RE m 


21 


blau gebändert scheint. Kinn, Vorderhals und ein Flecken an 
den Seiten des Halses weiss. Ein schmaler hellgrauer Streifen 
verläuft von der Schnabelspitze bis zum Auge. Von der Ohren- 
gegend abwärts bis zur halben Brust ist das Gefieder schwarz- 
blau. Vorderrücken und Bürzel schmalteblau, Rückenmitte und 
Flügeldecken dunkelmeergrün; Flugfedern dunkelbraun, die äus- 
seren Fahnen nach der Basis zu blaugrün, die innern röthlich 
gerandet. Innere Seite der Flügel am Bug, der ganze Bauch, 
Schenkel und Aftergegend schmutzig rostroth. Schnabel schwarz, 
Füsse lackroth, Nägel rothbraun. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
Schwanz in Bd Mr, 


Länge des Oberschnabels . . . .....1 7 
1 


Schwanzlänge besonders gemessen k 6 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder ee 
TR ER N ER a 
ER ne a a 
De NE ee ee. Ze A 
Himtere Zehe  . . . 38 


Bei jungen Vögeln s sind die EN er kleinen Flügel- 
deckfedern verwaschen schmalteblau. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Sperrvögel. 
Fissirostres. 


1) Nachtschwalben. Caprimulgidae. 


60. Caprimulgus (Linne) europaeus, Linn., ziemlich häufig in Egypten 
und dem peträischen Arabien. 

61. 2 infuscatus, Rüpp. Atlas Taf. 6, paarweise in Obernubien. 

62. PR tristigma, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 3, einzeln im süd- 
lichen Abyssinien. 

63. ” poliocephalus, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 4, einzeln in 
den nordöstlichen Thälern von Abyssinien. 


pr 


64. 


De 


65. 
66. 


67. 


68. 


69. 


70. 


71. 


72. 


73. 


74. 


75. 


76. 


11. 


78. 


79. 


80. 


81. 


22 


Caprimulgus isabellinus, Temm. Taf. 379, paarweise in Egypten, 
Nubien und Abyssinien. 
a erzimius, Rüpp. Temm. Taf. 398, einzeln in Sennaar. 
Scotornis (Swainson) elimacturus, Vieillot. Galerie Taf. 122, einzeln 
in Sennaar. 
Macrodipterye (Swainson) longipinnis, Shaw. Swainson Birds of 
Western Africa Vol. 2. Taf. 5, einzeln im östl. Abyssinien. 


2) Schwalben. Hirundinidae. 


Cypselus (Nliger) apus, Linn. Buffon Taf. 542 Fig. 1, Egypten und 
Nubien. 
u ambrosiacus, Buffon, oder C. parvus Licht. Temm. Taf. 460 


Fig. 2, Egypten und Nubien. 
Cecropis (Boje) rustica, Linn. Egypten, Nubien und Abyssinien. 
», Riocourü, Savigny, oder C. cahirica, Lichtenst. Dese. de 
V’Egypte Taf. 4. Fig. 4, häufig in Nord -Ost-Afrika, das 
ganze Jahr. 


“ senegalensis, Linn. Swainson Birds of W. Africa Vol. 2. Taf. 6, 
das südliche Abyssinien. 

x melanoerissus, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 5, Temben in 
Abyssinien. i 

. striolata, Rüpp. oder C.abyssinica Guerin. Syst. Uebersicht 


Taf. 6, häufig in Abyssinien. 
r filicaudata, Latham Franklin, Lath. Gen. history of Birds 
Taf. 113, Temben in Abyssinien. 
Cotyle (Boje) torquata, Linn. Buffon Taf. 723. Fig. 1, Barakit in 
Abyssinien. 
„» paludibula, Le Vaill. Ois. d’Afrique Taf. 246. Fig. 2, Gondar 
in Abyssinien. 
» riparia, Linn. Buffon Taf. 543 Fig. 2, häufig in Unteregypten 
und Nubien, das ganze Jahr. 
» rupestris, Scopoli, Naumann Vögel Taf. 146. Fig. 1, häufig in 
Egypten, das ganze Jahr. 
Chelidon (Boje) urbica, Linn. Buffon Taf. 542. Fig. 2, Egypten und 
Nubien, im Winter. 
\- pristoptera, Rüpp. Wirbelth. Taf. 39. Fig. 2, Simen in Abys- 
sinien, ziemlich häufig während der Regenzeit. 


AM 


23 


3) Racken. Coracianae. 


82. Eurystomus (Vieillot) orientalis, Linn. oder Colaris afra, Cuvier, Le 
Vaill. ois. de Par. Vol.1. Taf. 35, einzeln in Abyssinien. 

83. Coracias (Linn.) garrula, Linn. Buffon Taf. 486, häufig im Winter 
in Egypten und Arabien. 

84. > abyssinica, Linn. Buffon Taf. 626, das ganze Jahr in Sen- 
naar, Abyssinien und Arabien. 

85. er Leraillanti, Temm. LeVaill. ois. de Parad. Vol. 1. Taf. 29, 
häufig in den niederen Gegenden von Abyssinien. 


4) Nageschnäbel. Trogonidae. 


S6. Apaloderma (Swainson) Narina, Le Vaill. ois. d’Afr. Taf. 282, sehr 
vereinzelt in Abyssinien. 


5) Eisvögel. Alcedinidae. 


87. Haleyon (Swainson) semicaerulea, Forsk. Rüpp. Wirbelth. Taf. 21. 
Fig. 1, häufig in Abyssinien. 

88. Pr chelicuti, Stanley. Rüpp. Atlas Taf. 28 b, häufig in Abyssi- 
nien im Buschwerk. 

89. Ceryle (Boje) rudis, Linn. Buffon Taf. 716, häufig am Gewässer in 
ganz N.O. Afrika. 

90, a ma:rima, Linn. Buffon Taf. 679, einzeln am Wasser in Abyssin. 

91. Alcedo (Linn.) ispida, Linn. Buffon Taf. 77, häufig in Unteregypten, 
einzeln am rothen Meere. 

92. p: cyanostigma, Rüpp. Wirbelth. Taf. 24 Fig. 2, häufig in 


Abyssinien. 

93. „ caerulea, Kuhl. Buffon Taf. 783 Fig. 1, ziemlich häufig in 
Abyssinien. 

94. u. semitorquala, Swainson. Rüpp. syst. Uebers. Taf. 7, Schoa. 


6) Bienenfresser. MHeropidae. 


95. Merops (Linn.) apiaster, Linn. Le Vaill. Prom. Taf. 1, im Frühling 
inEgypten und Arabien als Zugvogel, auch in Abyssinien. 

96. v supereciliosus, Lath. Le Vaill. Prom. Taf. 6, zufällig in gros- 
sen Schaaren im Sommer in Oberegypten und Nubien. 


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A 


24 


97. Merops viridis, Lath. Le Vaill. Prom. Taf. 10, häufig das ganze Jahr 
in N.O. Afrika. 

98.1; 5 caeruleocephalus, Lath. Le Vaill. Prom. Taf. 3, in grossen 
Schaaren in den Wintermonaten in Sennaar, Kordofan 
und Abyssinien. 

99, ug erythropterus, Lath.”) Gen. hist. of Birds Taf. 70, das ganze 
Jahr häufig in Abyssinien, Kordofan und Sennaar. 

1007.23 variegatus, Vieillot, Le Vaill. Prom. Taf. 7, Zugvogel im 
Monat März in Abyssinien. R 

Be 7 Bulockii, Le Vaill. Le Vaill. Prom. Taf. 20, zufällig in den 
nordöstlichen Niederungen von Abyssinien. 


Zweite Abtheilung. 


Zartschnäbeler. Tenuwirostres. 


Familie der Wiedehopfe. Upupidae. 


Aus jener Unterabtheilung der Cuvier’schen Gattung Epi- 
machus, für welche Gray den Brisson’schen Namen Promerops 
verwendet hat, und die Dr. Sınith mit dem besondern Namen 
Rhinopomastus bezeichnete, findet sich in Schoa eine neue Art, 
welche durch Färbung des Gefieders den beiden in Abyssinien 
und Nubien vorkommenden bekannten Arten Promerops cyano- 
melas und P. erythrorhynchus sehr nahe steht, aber durch 
kleinere Körperdimension und andere Schnabelform sich als 
selbständige Art erweist. 


”) Aus Erichson’s Archiv, zehnter Jahrgang, pag. 204 ersehe ich, dass Herr 
Guerin im Magas. zool. diesen Vogel als eine neue Art: Merops Lafresnayii be- 


schrieben hat. Die Exemplare unsers Museums vom Cap, Senegal und Abyssinien 
sind ganz gleich. 


25 


4 


Taf. 8. 


Promerops*) minor Rüppell. Kleiner Promerops. 


Diagnosis: Colore nigro - violaceo, nitore metallico, regione parotica, lateribus 
ventris pedibusque nigro - fuscis, remigum 2—5 vexillo interno, 6 —8 
utroque vexillo macula nivea; rostro rubro compresso percuryo. 


Das ganze Gefieder dieses Vogels ist vom schönsten 
Schwarzblau mit Stahlglanzschiller, nur die Ohrengegend und 
die Seiten des Bauchs sind matt rauchschwarz, und ein weisser 
Flecken durchschneidet in der halben Länge mehrere der Flug- 
federn, und zwar die 2te bis zur öten nur auf der innern Fahne, 
die 6te bis 8te auf beiden Fahnen. Der gestaffelte Schwanz 
zeigt durch den Schiller feine schwarze Querlinien. Der stark 
gekrümmte und comprimirte Schnabel ist lackroth, die Füsse 
sind schwarz, die Iris braun. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 

sa Fe a 1a a EZ LE Zr BEE; 5 
Der Schwanz besonders gemessen . ». ...83 7 
Länge des Oberschnabels längs der Krümmung der 


Firste De N ie 3 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der ten Flugfeder . 3 7 
BT 7 Mio En Ai na EEE ee 
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Bei jungen Vögeln ist das Gefieder der ganzen untern Kör- 
perseite matt schwärzlich braun, der weisse Flecken der Flug- 
federn erstreckt sich über beide Fahnen von der 2ten bis zur 8ten 


*) Als Gattungsname der Abbildung stehet das Wort Epimachus, obgleich 
ich bereits vor zehn Jahren (Neue Wirbelthiere, Vögel Seite 73, Note) die afrika- 
nischen Promerops von den Epimachus - Arten aus den Oceaniden zu trennen 
vorschlug. 


1 A EUR 2 1 Bl A ie Sind.» „2 zoll HERE EL . 1 Baum 


26 


Feder. Sehr ähnlich ist dieser Vogel Swainson’s Promerops 
pusillus (Birds of western Afrika Vol. 2 Seite 120), von wel- 
chem er sich durch den Mangel der grauweissen Flecken gegen 
das Ende der Flugfedern unterscheidet. 


Familie der Honigvögel. Nectarinidae. 


Alle meine in den neuen Wirbelthieren als Cinnyris- Arten 
beschriebene Vögel werden nun wieder mit dem ältern Illiger- 
schen Gattungsnamen Nectarinia bezeichnet. Einer derselben, den 
ich irrthümlich identisch hielt mit dem von Le Vaillant abgebildeten 
Sucrier protee, welcher Vogel im Systeme schon längst unter 
dem Namen Nectarinia senegalensis Linn. gekannt ist, be- 
währte sich seitdem bei directem Vergleich mit einem von Se- 
negambien abstammenden Exemplare wegen der schwarzen 
‚Kehle, die bei der Senegal’schen Art goldgrüngelb gefärbt ist, 
als eine neue selbständige Art, die ich nun Nectarinia cruentata 


benenne. 


Taf. 9. 
Neectarinia eruentata Rüppell. 


. Blutbefleckter Honigvogel. 


Diagnosis: Mas: Capite supra et loro ad angulum oris viride - smaragdino, hoc ma- 
cula violacea terminali; gula, cervice, dorso et ventre holosericeis 
pectore purpureo lineis transversis violaceis variegato, alis et cauda 
umbrino - aeneis. Femina: supra colore cinereo-umbrino, loro ad an- 
gulum oris sordide albicante, alis et cauda umbrino - aeneis; gastraeo 
umbrino crissum versus flavescente, pennarum margine sordide isabellino. 


Bei dem Männchen ist die Stirn, der Oberkopf und ein 
schmaler Zügel am Mundwinkel schön smaragdgrün mit leb- 
haftem Metallschiller; am Ende dieses Zügels unter dem Auge 
ist ein lasurblauer Flecken. Auf dem Vorderhals und Brust ein 
grosser klaprosenrother Flecken, dessen Federn gegen ihren 


A 
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> 


27 


Endrand stahlblau schillern, wodurch sich violette Querlinien 
abzeichnen. Die Flugfedern und der Schwanz sind bronzefarbig 
mit Metallschiller; das ganze übrige Gefieder ist schön sammet- 
schwarz; auch Schnabel und Füsse sind schwarz. 

Das Weibchen ist auf der obern Körperseite braungrau; 
Flügel und Schwanz gleichfalls schillernd bronzefarbig, jedoch 
bei weitem schwächer als bei den Männchen. Am Mundwinkel 
ein schmutzig gelblich - weisser Zügel; Kehle und Brust braun- 
grau, die Endspitzen der Federn schmutzig isabell; nach dem 
Hinterleib zu wird diese Farbe über das Braungraue überwiegend, 
und die untern Schwanzdecken sind nur in der Mitte braungrau 
mit breitem gelblich -weissem Rand. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
Schwan 32) ar, et A 


Schwanzlänge besonders gemessen . . . ..1 8 


Schnabellänge längs der Krümmung der Firstte . . — 11 
Vom Flügelbug bis zum Ende der 4ten Flugfeder . 2 9 
Lissee Hrens: ; 50: en re ee 
Aeussere, innere und hintere Zehe . . .:. 2... 3 
ER 3 ie 5 N N ee 


Bei dem jungen Männchen ist bereits die Kehle schwarz, 
und der Vorderhals feuerroth mit lasurblauen Wellenlinien, der 
Bauch schwarz, grau und isabell gesprenkelt; das Uebrige wie 
bei den ausgefiederten Weibchen. 

Dieser schöne Vogel findet sich zahlreich auf Mimosen- 
gesträuch lebend in den Thälern der Provinz Simen. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Vögel aus der 
Abtheilung der Zartschnäbeler. Tenwirostres. 
1) Wiedehopfe. Upupidae. 


102. Upupa epops, Linn., häufig in Egypten im Winter. 


28 


103. Promerops (Brisson) erythrorhynchus, Cuv. Le Vaill. Promerops 
Taf. 1 und 2, häufig in Abyssinien, Sennaar u. Kordofan. 

104. » eyanomelas, Cuv. Le Vaill. Prom. Taf. 5 und 6, Abyssinien, 
Sennaar und Kordofan. 

105. „ minor, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 8, Schoa. 


2) Honigvögel. Nectarinidue. 


106. Nectarinia (Illiger) famosa, Vieillot ois. dores Vol. 2 Taf. 37 u. 38, 
Abyssinien. 

107. » pulchella, Vieillot, Le Vaill. ois. d’Afr. Taf. 293 Fig. 1, Kor- 
dofan. 

108. »  Tacazze, Stanley. Rüpp. Wirbelth. Taf. 31 Fig. 3, Abyssinien. 

109. „ metallica, Lichtenst. Rüppell Atlas Taf. 7, Nubien, Kordo- 
fan und Abyssinien. 

110. „ affinis, Rüppell Wirbelth. Taf.-31 Fig. 1, Abyssinien. 

111. „» gularis, Rüppell Wirbelth. Taf. 31 Fig. 2, Kordofan. 

113; » habyssinica, Ehrenberg Symbolae, aves Taf. 4, Abyssinien. 

113. „ eruentala, Rüppell syst. Uebersicht Taf. 9, Abyssinien. 


3) Mauerläufer. Certhinae. 


114. Tichodroma (llliger) muraria, Linn. Buffon Taf. 372, Egypten und 
Abyssinien. 


Dritte Abtheilung. - 
Singvögel. Canori. 
A. Unterabtheilung der Sylvien. Luscinidae. 
Familie der Malurus. Malurinae. 


An die Spitze dieser Familie möchte ich als Typus einer 
neuen Gattung einen Vogel stellen, den ich in meiner abyssini- 
schen Fauna, Vögel Taf. 41. Fig. 2 unter dem Namen Troglody- 
les mierurus abbildete und der durch die Schnabelform sich den 


Be 


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29 


Prinien des Horsfield mehr als den Troglodyten des Vieillot nä- 
hert, von beiden aber durch den ungewöhnlich kurzen gerade 
abgestutzten Schwanz sich unterscheidet. Sollte diese Ansicht 
von den Ornithologen gutgeheissen werden, so dürfte für diese 
Gattung der Name Oligura (von oıyog wenig, und ovg« 
Schwanz) bezeichnend seyn, und die Charaktere derselben wären 
folgende: Rostrum capite brevius, gracile, acuminatum, subeur- 
vum, antice compressum, tomiis integerrimis; nares in basi 
maxillae, patulae, ovales, supra membrana semiclausae. Lingua 
mediocris, cartilaginea, integra; fibrissae nullae. Alae mediocres, 
attamen apicem cäaudae attingentes. Remigum prima dimidio 
brevior 3? et 4?, quae aequales. Remiges secundariae elongatae. 
Cauda brevissima, aequalis. Tarsi modiei, scutulati; hallux di- 
gito externo longitudine aequali; digiti externi basi connexi, 
medius externo, externus interno longior. Unguis posticus an- 
ticis duplo major. 

Die einzige mir bekannte Art ist der in meiner abyssini- 
schen Fauna beschriebene und abgebildete Troglodytes micrurus. 


Nach den neuesten Ansichten des Herrn @. R. Gray und 
anderer englischen Ornithologen ist der Gattungsname Malurus 
nur für die vielen in Neuholland vorkommenden verwandten 
Arten zu gebrauchen, wovon Malurus cyaneus Vieillot der 
Grundtypus ist. Prinia vereinigt als Gattung viele indische und 
dem indischen Archipel eigenthümliche Vögel, alle mehr oder 
weniger ähnlich der Prinia familiaris des Horsfield, und was ich 
früher als Malurus und Prinien von afrikanischen Vögeln be- 
schrieb und abbildete, soll alles in die Swainson’sche Gattung 
Drymoica zusammen gestellt werden, die sich von den Prinien 
nur durch gleichmässige Länge der äusseren und inneren Zehen 


30 


unterscheidet, welches aber eine irrige Voraussetzung ist, wie 
aus nachstehendem ersichtlich. Swainson bringt zu den Drymoi- 
cen sogar alle Cysticolen des Lesson, die @. R. Gray und andere 
wieder davon trennen. Unbezweifelt haben alle diese afrikanischen 
Drymoicen und Cysticolen einen gemeinschaftlichen Totalhabi- 
tus in der Form der Füsse, des gestaffelten Schwanzes und der 
Flügel, auch eine annähernde Farbenvertheilung des Gefieders ; 
sie leben alle in niederm, lichtem Buschwerk oder in sumpfigen 
Grastriften, und pflegen, wenn sie sitzen, mit dem Schwanz auf 
und ab zu wedeln. Ich muss bekennen, dass ich mich unbefä- 
higt fühle, ein Entscheidungs-Urtheil über die Gattungsabthei- 
lung dieser Vögel auszusprechen; aber ich bin überzeugt, dass 
von der Masse auf diese Weise in eine Gattung zusammen kom- 
mender afrikanischen Vögel diejenigen, welche einen vergleich- 
lich viel längeren, aus schlaffen Federn gebildeten Schwanz 
besitzen, wie der sogenannte Malurus gracilis, M. clamans, M. 
pulchellus und M. mistacinus, als Untergattung von den übrigen 
getrennt werden könnten. Wie dem immer seyn mag, damit An- 
dere meine in der abyssinischen Fauna als Prinien und Cistico- 
len beschriebenen, aber nicht abgebildeten neuen Arten nach 
ihrer eigenen Ansicht generisch gruppiren können, will ich jene 
Vögel nebst einem neuen, aus Schoa erhaltenen, bestmöglichst 
darstellen, und zwar alle unter der Benennung Drymboica. 


3 Sad 


sl 


Taf. 10. 
Drymoica mistacea 
oder früher Prinia mistacea, Rüppell neue Wirbelth. Seite 110. 
Schnurrbart- Drymoica. 


Diaynosis: Capite, collo, dorso et alis cinereo - olivaceis, alarum flexura margine 
albo, remigum limbo externo rufescente, stria superciliari et gastraeo 
albo-flavicantibus, crisso et tibiis paululum rufescentibus, cauda dilute 
cinereo - rufescente, apice rectricum macula fusca postice margine al- 
bo, rostro nigro, pedibus colore corneo. Femina supra rufo -olivacea, 
remigibus et rectricibus cinereo-olivaceis margine externo rufescente, 
his apicem versus macula fusca; gula alba, stria superciliari, gutture, 
pectore et ventre albo-flavicantibus, hypochondriis, tibiis et crisso 
rufo - lavicantibus; rostro et pedibus colore corneo. In utroque sexu 
angulo oris fibrissae duae validae. 


Bei dem Männchen ist der Oberkopf und die ganze obere 
Körperseite nebst den Flügeln olivenfarbig, welches stark in’s 
Graue zieht; Schwanz licht und röthlich grau; die Flug- und 
Steuerfedern haben an beiden Fahnen einen in’s Rostfarbige 
spielenden Randsaum; Rand des Flügelbugs weisslich. Die Fe- 
dern des stark gestaffelten Schwanzes unfern der Endspitze mit 
einem dunkelgrauen Flecken, die Endspitze selbst weisslich ge- 
randet; vor dem Auge ein kleiner schwärzlicher Flecken; darunter 
am Mundwinkel in beiden Geschlechtern zwei starke schwarze 
Bartborsten. Streifen über die Augen, Kehle, Vorderhals, Brust 
und Bauch gelblich weiss, Steiss und Schenkel verwaschen 
röthlich gelb; Füsse und Nägel hornfarbig, Schnabel schwarz, 
Iris dunkelbraun. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
Schwan ER ER 
Schwanz besonders gemessen . . . ...2 2 


Oberschnabel längst der Firste . . . 2. 2. 5 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder . 1 11% 
Kane: dns Tarsusı ; u nie ai ee 


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Mittlere Zehe = ah 
Asunsere Zebe an RE 
Hintere Zehen Br ERNETTEN REREN ENE 

Das Weibchen hat das Gefieder des Oberkörpers mehr in’s 
Rothgrüne spielend, die Flug- und Steuerfedern grau olivenfar- 
big mit grünlichrothem Rande, letzten unfern der Endspitze mit 
einem graubraunen Flecken; Kehle weiss; kleiner schwärz- 
licher Flecken vor den Augen; Streifen über die Augen, Hals, 
Brust und Mitte des Bauchs weisslich gelb; Seiten des Bauchs, 
Schenkel, Aftergegend und Bürzel verwaschen gelblich röthlich. 
. Schnabel, Füsse und Nägel hornfarbig. Vorkommen: Paarweise 
auf dem niedern Strauchwerk um Gondar. 


Taf. 11: 
Drymoica lugubris 


oder Cisticola lugubris, Rüppell neue Wirbelthiere Seite 111. 


Trauernde Drymoica. 
” 


Diaynosis Mas adult.: Fronte et vertice rufescente -umbrinis, stria superciliari 
albo-flavicante, gulture et flexura alarum albidis; cervice et uropygio 
cinerascenti-cervinis; dorso, tectrieibus, remigibusque umbrino - nigri- 
cantibus, illis cinerascenti, his rufescenti-marginatis; pectore et ventre 
sordide isabellinis; lateribus pectoris cinerascenti et umbrino - varie- 
gatis; tibiis dilute ferrugineis; cauda fusco - umbrina, rectricum apice 
albo et fascia transversa tertia parte pollicis distante sordide isabel- 
lina; maxilla umbrina, mandibula, pedibus et unguibus colore corneo. 

Avis juvenis ab adulto differt: dorso tectrieibusque sordide umbrinis, 
remigum margine umbrino - cinerascente. 


Oberkopf röthlich braun; über die Augen ein hellgelblicher 
bi Streifen; Kehle und Flügelbug schmutzig weiss, Nacken und 
Bürzel braungrau; Rücken, Deckfedern der Flügel und Flugfe- 

r. dern dunkelbraun, die beiden ersteren aschgrau, letztere rost- 
roth und zwar an beiden Fahnen gerandet. Brust und Bauch 


33 


schmutzig isabell, auf den Seiten am Flügelbug braun und grau 
gescheckt. Schenkel hell rostroth. Der gestaffelte Schwanz 
dunkelbraun, nach der Basis, auf der obern Seite gegen das Ende 
grau isabell, unterhalb weiss, zwischen beiden Farben auf 
jeder Feder eine dunkelbraune Querbinde. Oberschnabel und 
Spitze des im übrigen hornfarbigen Unterschnabels dunkelbraun ; 
Füsse und Nägel gelblich. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 


zum: Sch wanneiidennssstikir innen win 5 144 
Schwanzlänge besonders gemessen . . .. 1 11 
Oberschnabel längs der Firste Sell; ee 5 


Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. und 5 5. me 
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Diese Beschreibung ist die eines ausgefiederten Männchens. 

Ein zweites Exemplar, welches wir gleichzeitig zu Gondar 
in Abyssinien zu Anfang October erlegten, hielt ich für das Ju- 
gendalter ; es hatte Rücken und Deckfedern schmutzig braun und 
die äussere Fahne der Flugfedern braungrau gerandet; das 
ganze Grössenverhältniss war etwas geringer, sonst alles übrige 
übereinstimmend. 

Vorkommen: Vereinzelt auf Hecken und dünnem Gesträuch 
in abyssinischen Hochebenen. 


Ornith. von N.0. Afr. 3 


34 


Taf. 12. 
Drymoica erythrogenis 


oder Cisticola erythrogenis, Rüppell neue Wirbelth. Seite 111. 


Rothwangige Drymoica. 


Dingnosis: Mas adult.: Pileo, nucha, interscapulio, tectricibus alarum et caudae, 
remigibusque secundariis parte scapali nigro - umbrinis, lateraliter 
rubiginosis; rectricibus apicem versus macula fusca, apiceipso albicante; 
remigibus primariis hepaticis, margine interno et externo basin versus 
rubiginoso ; stria superciliari, regione parotica et lateribus colli, uro- 
pygio et tibiis rubiginosis; gutture, parte mediana pectoris et ventris 
ex isabellino albidis, prope flexuram alarum nonnullis flammis umbrinis, 
parte laterali ventris et crisso rufo-isabellinis; maxilla umbrina, man- 
dibula, pedibus et unguibus colore corneo. 


‘Auf der ganzen obern Körperseite und dem Schwanz sind 
alle Federn schwarzbraun mit rostrother Randeinfassung. Flug- 
federn leberbraun, einfarbig an der Spitze, oberhalb auf beiden 
Seiten mit breiter rostrother Bordirung. Streifen über dem Auge, 
OÖhrengegend,. Seiten des Halses und des Bauchs, Schenkel 
und Steiss verwaschen rostfarbig; Kehle, Mitte der Brust und 
des Bauchs weisslich isabell. Am Flügelbug längs des Schafts 
einiger Brustfedern ein brauner Streifen. Der gestaffelte Schwanz 
hat unfern des Endes jeder Steuerfeder einen schwarzbraunen 
Flecken, auf der untern Seite vorn und hinten mit Grauweiss 
begrenzt. Oberkiefer braun, Unterkiefer, Füsse und Nägel horn- 


farbig. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 
zum'Schwanzende -. ... 2.1 2m a 
Oberschnabel längst der Firste . . 2.2.2.0. 5% 
Schwanzlänge besonders gemessen. . . . . 1 9 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder 2 5 
Längö.des Tarsusı ;:.. ra. — 
InneretZehBr Ya AA EEE — 4 


Mittlere Zehe 


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Aunassre Zehe:,,; ala I ee 4 
Bee iehe . N ge er 

Vorkommen: Die Umgegend von Gondar und die Thäler von 
Simen in Abyssinien. 


Taf. 13. 


Drymoica robusta Rüppell. Kraftvolle Drymoica. 


Diagnosis: Capite supra umbrino, pennarum margine rufescente; fascia superci- 
liari isabellina; nucha rubiginosa; dorso et tectrieibus fusco-umbrinis, 
illo cinereo-, his isabellino-marginatis ; remigibus bepatiecis apice unico- 
lore, basin versus utroque vexillo margine rubiginoso; cauda supra um- 
brino-fusca, infra rufo-isabellina, apicem versus fascia transversa fuscas; 
gula albida, pectore et ventre albido-isabellinis, crisso et tibiis dilute 
ferrugineis; rostro robusto, breviore,nigricante, mandibula basin versus 
flavicante, angulis oris vibrissis duabus; pedibus et unguibus robustis 
colore corneo. 


Vergleichlich zu den andern vorstehend beschriebenen Dry- 
moicen, hat diese Art einen kürzeren, robusten und höheren 
Schnabel, er ist schwärzlich, mit hellbrauner untern Seite der 
Kinnlade. Am Mundwinkel einige deutliche Bartborsten. Ober- 
kopf rothbraun in der Mitte der Federn, mit etwas röthlicherem 
Seitenrand, Nacken im Allgemeinen etwas mehr roströthlich. 
Ueber die Augen ein isabellfarbener Streifen, darunter vor den 
Augen ein kleiner dunkler Flecken. Rücken und Flügeldeckfedern 
dunkelbraun, jener mit aschgrauem, dieser mit isabellfarbigem 
Rande. Flugfedern leberbraun, mit Ausnahme der Endspitze, auf 
beiden Seiten rostroth gerandet. Rand des Flügelbugs isabell. 
Der gestaffelte Schwanz auf der obern Seite dunkelbraun, unter- 
halb röthlich isabell, die Federn unfern der Endspitze mit dun- 
kelbraunen Querstreifen. Kehle weisslich, Bauchseite hell isa- 
bell in der Mitte, seitlich etwas dunkler, Schenkel und Afterge- 
gend verwaschen rostroth. Füsse und Nägel hornfarbig; Iris 


dunkelbraun. 
3" 


R 


36 


Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 

zum Schwanzende BE 
Schwanzlänge besonders gemessen 2 
Oberschnabel längst der Firste . — 

Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder 2. 
e 1 


Tarsus 


Innere Zehe Ä 5 
Mittlere Zehe WIRT en DAT 7" 
Aubnere Zeche, (un e.V SB 4% 
Hintere Zehe a RT 2 1.10 EEE — 5 


Von diesem Vogel erhielt ich durch die Zusendung von 
Schoa drei Exemplare; alle drei sind als Männchen angegeben; 
der eine mit etwas heller gefärbtem Kopt dürfte das Jugendge- 


fieder seyn. 


Familie der Grasmücken. Luscininae. 


Durch eine entfernte Aebnlichkeit in der Form und Fär- 
bung des Schnabels irregeführt wurde in meinen neuen Wirbel- 
thieren auf Taf. 40 Fig. 2 ein Vogel als Drymophila abyssinica 
abgebildet, welcher nach den belehrenden Untersuchungen des - 
Herrn Boje von Kiel mehr zur Gattung Curruca als zu irgend 
einer andern passt, und daher unter dem Namen Curruca abyssi- 
nica aufzuführen ist. Die Sendung aus Schoa enthielt nur eine 


neue Art dieser Gattung. 


37 


Taf. 14. 


Curruca chocolatina Rüppell. 


Chocoladefarbige Zaungrasmücke. 


Diagnosis: Notaeo colore cervino, remigibus et rectricibus chocolatino, gastraeo 
sordide flavo-cinerascente, gulam versus fusciore; pedibus et unguibus 
nigricantibus; rostro umbrino - schisticolore, tomiis albo - cinereis. 


Der ganze obere Körper und die Seiten des Halses sind reh- 
farbig, ins Grünlichbraune übergehend, die Flugfedern und der 
Schwanz chocoladebraun ; die untere Körperseite ist schmutzig 
gelbgrau, nach den Seiten zu ins Braungrüne verlaufend. Die 
kleinen Federchen, welche theilweise die Naslöcher überdecken, 
spielen ins Röthlichgraue; die verlängerten Bartborsten am 
Mundwinkel sind schwarz. Von den Flugfedern misst die erste 
10, die zweite 21, die dritte 26, und die vierte, welche die 
längste ist, 28 Linien. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 


| Run Behwanzende 3 2. Ka asia itau 1 94 
Überschnabel längst der Krümmung der Firsstte — 5% 
Schwanzlänge besonders gemessen . . » » 2 = 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder 3 3 
N a rei. lan eine ren SR 
Innere umd äussere Zehe ;.. .. a. a ta, uerl — 4% 
Beklare BBa Na alehliekieinte 1 ik er iıner) e 5% 
Hintere Zehe ee a ren 31% 


Von Curruca lugens (neue Wirbelthiere Taf. 42 Fig. 2) 
unterscheidet sich dieser Vogel durch seine beiläufig 1 Zoll 
längeren Flügel, und durch die Färbung der Steuerfedern. 

Vaterland: die Provinz Schoa. 


a 
’ > | se 


% ne 
" 2a 


38 


Taf. 15. 


Salicaria leucoptera Rüppell. 


Weissschulteriger Rohrsänger. 


Diaynosis: Capite et collo cinerascentibus, stria alba supra- etinfraorbitali, ab ocu- 
lis ad nares stria fusca; dorso et rectricibus cinnamomeis, his apicem 
versus umbrinis, tribus rectriceibus lateralibus macula terminali albida; 
alis umbrinis, tectricibus et remigibus secundariis vexillo externo albo- 
marginato; gula, ventre et crisso albis, peetore cinerascente, lateribus 
ventris rufescentibus; maxilla et apice mandibulae umbrinis ; hac gulam 
versus flavicante; pedibus colore corneo. 

Der Totalhabitus dieses Vogels und seine Färbung erinnert 
an Salicaria galactodes und würde demnach nach Boje zur Gat- 
tung Aedon zu zählen seyn. 

Obere Kopfseite und Nacken aschgrau; am obern und un-. 
tern Augenliderrand ein weisser, zwischen Augen und Nasen- 
löchern ein schwärzlicher Streif; Ohrengegend röthlichgrau, 
Rücken und Schwanz zimmetfarbig, Flügel bisterbraun, sämmt- 
liche Flügeldeckfedern und die Flugfedern der zweiten Ordnung 
an der äussern Fahne mit breiter weisser Randeinfassung. Die 
Steuerfedern haben gegen das Ende zu einen breiten braunen 
Querstreifen ; an den drei äussersten Schwanzfedern ist die End- 
spitze sechs Linien weit weiss, und die seitlichste Feder hat 
ihre äussere Fahne braun mit feinem weissem Randsaum. Die 
Kehle, der Vorderhals, die Bauchmitte und Aftergegend sind 
weiss; die Seiten des Halses und der Brust hellgrau, die des 
Bauches röthlich. Oberschnabel und Spitze des Unterschnabels 
dunkelbraun; hintere Hälfte des letzteren gelblich; Füsse und 
Nägel graubraun; Iris braun. | 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 

zum Schwanzende EEE LER a 3 

Länge des Oberschnabels längst der Frstte . — 6%, 

Schwanzlänge besonders gemessen . . . . 2 ij 


TEEN BAT N NT TE NER wi 


2 39 


Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder 2 DM 


Bünkn des Tarsusı (Alain nn ar 1 — 
Innere und hintere Zehe an. u 2.0 3" 
Möltlere Zehe -- chen u 1 61% 
sure Zehe: ; „TS lenkte ee — 4 


Vaterland: die Provinz Schoa. 


Familie der Steinschmätzer. Saxicolinae. 


Taf. 16. 


Sazicola albofasciata Rüppell. 


Weissbindiger Steinschmätzer. 
Neue Wirbelth. Seite 115. 

Diagnosis Mas: Collo, pectore, dorso, alis, tibiis et cauda nigris; ventre, uropygio 
et fascia ad basin remigum secundariarum niveis; fascia inter pectus 
et ventrem nigro- et rubiginoso - variegata; sub alarum flexura pennis 
nonnullis albis; rostro et pedibus nigris. Femina et avis juvenis: Ca- 
pite et collo sordide umbrinis, hoc punctulis ferrugineis variegato ; ter- 
g0, alis et cauda glandicoloribus, tectrieibus margine rufo - isabellino, 


fascia transversa per alas et uropygio albis, pectore et ventre sordide 
rufo- isabellinis. 


Dieser Vogel ist bereits in meinen neuen abyssinischen 
Wirbelthieren durch vorstehende lateinische Diagnose bekannt 
gemacht worden; jedoch war damals keine Abbildung dazu ge- 
geben, die nun nebst der deutschen Beschreibung nachgeliefert 
wird. 

Kopf, Hals, Brust, Rücken, Flügel, Schenkel und Schwanz 
schwarz; Bauch, Bürzel und eine breite Binde an der Basis der 
Seceundarflugfeder rein weiss; zwischen der Brust und dem 
Bauch ein breiter Streifen rostfarbig und schwarz gescheckt ; un- 


40 


ter dem Flügelbug sind auf der Brust einige weisse Federn; an 
der Endspitze der Steuerfedern ein ganz kleiner weisser Flecken. 
Schnabel, Füsse und Nägel schwarz. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 


zum Schwanzende Ken 2 a LEE al 
Oberschnabel längs der Firstte . . 2. 2.2... — 5 
Schwanzlänge besonders gemessen 1 9 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3. Flugfeder 2 7 
IR nn my 20 0 9% 
Innere und äussere Zehe . . . . 2. 2.2. — 3%, 
SE En > 5% 
Hintere Zehe . . . — 3% 


Bei dem Weibchen und dem jungen Yard ist der Kopf und 
Hals schmutzig dunkelbraun, letzterer mit rostrothen Flecken 
gescheckt; der Rücken, die Flügel und der Schwanz sind grau- 
braun, die Flugfedern mit röthlich isabellfarbigem Randsaum ; 
Brust und Bauch schmutzig röthlich-isabell; Bürzel und Binde 
über den Flügeln weiss, 

Lebt paarweise auf Felsen in den Hochgebirgen der abys- 
sinischen Provinz Simen. Auf die nahe Verwandtschaft dieses 
Vogels mit der in Indien lebenden Saxicola bicolor Sykes habe 
ich bereits am angeführten Orte aufmerksam gemacht. 


Taf. 17. 
Sazicola albifrons Rüppell. 


Synonym: Sazicola frontalis Swainson. 


Diagnosis: Mas adult.: Toto corpore colore anthraecino, vexillo interno remigum 
cinereo - nigricante, fronte ad basin rostri nivea. Femina: Corpore ni- 
gro-umbrino concolore; fronte et gula punctulis umbrino - cinereis 
variegatis. 


Ich halte es um so nothwendiger, diesen Vogel, den ich 


41 


bereits in meinen neuen Wirbelthieren, Vögel Seite 78 beschrie- 
ben hatte, hier abzubilden, da derselbe seitdem von Herrn Swain- 
son, Birds of Western Africa Vol. 2.S. 46 unter dem Namen Saxi- 
cola frontalis bekannt gemacht wurde, obgleich er meiner ihm 
früher gemachten Mittheilung, diesen Vogel in Abyssinien einge- 
sammelt und beschrieben zu haben, dabei selbst erwähnt hat. 
Es ist mir übrigens ziemlich gleichgültig, welcher Artenname 
im Systeme beibehalten werde, nur soll man es vermeiden, 
den nämlichen Vogel unter verschiedener Bezeichnung aufzu- 
führen. | 

Das Gefieder des ausgefärbten Männchens ist gleichsam 
durchaus rein blauschwarz, da nur der an die Basis des Ober- 
schnabels stossende Theil des Vorderkopfs von rein weisser 
Farbe ist, und die innern Fahnen der Flugfedern grauschwarz 
sind; über den Schwanz verlaufen feine, durch mattere Färbung 
veranlasste Parallellinien. Bei den Weibchen ist das ganze Ge- 
fieder braunschwarz, und die Stirn und Kehle ist braungrau ge- 


sprenkelt. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 

zn Behwanzendeiin,.» arta.nıi se: u DH 
Der Schwanz besonders gemessen . . ... 2 — 
Länge des Oberschnabels längs der Firsste . . — 6% 


Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. Flugfeder, 
die um eine halbe Linie länger ist als 


Dee 10% 
Läöge des Tersukfä, uhr um tere 
Innere, äussere und hintere Zee . . .. — 3"a 
Mittlere Zehe et a ee 1 a A ee 6 


Ich erhielt diesen Vogel nur in der abyssinischen Provinz 
Temben, wo er die terrassenförmigen Felsenhöhen bewohnt, 
welche die dortigen Hochebenen begrenzen. Der nämliche Vogel 
kömmt nach Swainson’s Angabe am Gambia in Westafrika vor. 


Ey" Ba 5 Sn Laie a 2 


42 


Familie der Meisen. Parinae. 


Auch von Parus- Arten beabsichtiget Herr G@uerin nach 
Erichson’s Archiv (pag. 202) eine neue abyssinische Art be- 
kannt zu machen, die er vorläufig P. leuconotus benannte; es 
dürfte dieser Vogel wohl derselbe seyn, den ich schon lange als 
P. dorsatus aufgestellt hatte, und von dem nachstehend die Be- 


schreibung. 


" 2a8. 18. 


Parus dorsatus Rüppell. Graurückige Meise. 


Diagnosis: Parus colore nigro-caeruleo, interscapulio albo-cinerascente, remigibus 
et rectricibus umbrino - nigris, illis vexillo interno basin versus mar- 
gine albescente. 


Die Grundfarbe des Gefieders ist ein schönes Blauschwarz, 
nach dem Oberkopf zu mit Schillerglanz ; die Ohrengegend rauch- 
schwarz; der Vorderrücken hellgrau ins Fleischfarbige spielend; 
Flug- und Schwanzfedern braunschwarz; bei jenen von der drit- 
ten bis zur eilften ist die obere Hälfte der innern Fahne weiss 
eingefasst. Füsse und Schnabel bläulich grauschwarz; Iris 
braun. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 


zum Schwäizende u.) 2 al warn 
Schwanzlänge besonders gemessen . . . . 2 a 
Oberschnabel längs der Krümmung der Firsstte — 5 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. und 5. Flug- 

feder, beide gleich lang u a Re BEE 
Lange: ÜBER 200.2 21 re Ne 8% 
Innere und äussere’ Zehe . u... 2a di 4 
aittlere' Zeheilt  \t| nun ee 57% 
Hintere Zebe: al da a IRRE ER H 37% 


De 


43 


Die aus Schoa mir überschickten Exemplare waren ohne 
Angabe des Geschlechts, doch sind es jedenfalls ausgefiederte 
Vögel. 

In die Familie der Meisen gehört nach Herrn G@ray’s An- 
sicht ein Vogel, den ich selbst unter die Sylvicolinen versetzt 
hatte, und bereits auf Tafel 22 mit dem Namen Sylvicola fron- 
talis abbilden liess, welcher aber wegen der progressiven Ver- 
längerung der Flugfedern von der ersten bis zur fünften, der 
gleichmässigen Krümmung der Firste, und des Mangels einer 
Auskerbung an der vordern Kante des Oberschnabels zur Gat- 


tung Parisoma des Swainson zu zählen ist. 


Taf. 22. 


Parisoma frontale Rüppell. Weissstirnige Parisome. 


Diaynosis : Fronte et mento cinereo-albicantibus, ante oculos stria nigra subtus al- 
bescente; notaeo caudaque viride - umbrinis, remigibus interne et ex- 
terne cinereo -Jimbatis, tectricibus majoribus et mediis fuscis, pectore 
et ventre umbrino - cinereis, crisso rubiginoso, rostro sordide umbrino, 
angulo oris nonnullis vibrissis rigidis. 


Stirn und Kinn grauweiss; von den Augen bis zum Mund- 
winkel ein schwarzer Streifen, unter welchem ein grauweisser 
verläuft. Obere Körperseite und Schwanz grünlich braun, die 
grossen und mittleren Deckfedern der Flügel braunschwarz ; 
Flugfedern auf der innern und äussern Fahne mit grauem Rand- 
saume; Brust, Bauch und Schenkel braungrau, Aftergegend rost- 
roth; Schnabel schmutzig braun mit sanft gebogener Firste, 
und ohne Auskerbung an der Schneide des Kiefers; am Mund- 
winkel einige robuste schwarze Borsten. Von den Flugfedern 
ist die erste halb so lang als die fünfte, die zweite hält das 
Mittel zwischen beiden, die dritte ist zwei Linien und die vierte 
eine halbe Linie kürzer als die fünfte. Jede Schwanzfeder endigt 


44 


ein paar Linien kürzer als die mittleren. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 
zum Schwanzende en Fe gi 
Schwanzlänge besonders gemessen . . ... 8 — 
Schnabellänge längs der Krümmung der Firsste . — 6 
Vom Flügelbug bis zur Endspitze der 5. Schwung- 
BSlaRIS un, lan: ti RAR NEE 


Lane desslarsunl le... 20.0 2 N 
Innere und äussere Zehe, die in Länge gleich sind — 4% 
BIBLTENDENE, . 0; Er ir ie N. re TE 4 
Mittlere Zehe de NE nr 20 ee 6 


Füsse und Nägel hornbraun. Die Zuschärfung der letzte- 
ren deutet an, dass der Vogel seine Nahrung auf Buschwerk 
sucht. 

Die Sendung enthielt nur ein Exemplar, das angeblich ein 


Männchen seyn soll. 


B. Unterabtheilung der Drosseln. Turdidae, 
Familie der Mistelvögel. Turdinae. 


Taf. 21. 
IE, 


Bessonornis semirufa Rüppell. Abyssinische Bessonornis. 


Diagnosis: Avis adulta: Capite supra, regione ophthalmica et parotica nigris, faseia 
superciliari alba a naribus ad nucham; auchenio, interscapulio et 
alarum tectricibus umbrino - viridescentibus; remigibus et binis rectri- 
cibus medianis fusco-umbrinis; uropygio, reetrieibas lateralibus et toto 
gastraeo laete flavo - rubiginosis, rostro nigro, pedibus et unguibus vi- 
ride - umbrinis. Avis hornotina: capite, collo et teetricibus minoribus 
pennarum apice et scapo rubiginosis, stria alba postoculari, ante ocu- 
los nulla. 


Als ich diesen Vogel zuerst in meinen neuen Wirbelthieren 


in einem Winkel und nicht zugerundet, die seitlichen sind um 


45 


(1835) unter dem Namen Petrocincla *) semirufa beschrieb, 
machte ich auf seine grosse Aehnlichkeit in Körpergrösse und 
Färbung mit dem in der Caplandschaft vorkommenden Janfredrie 
des Levaillant aufmerksam; seitdem soll Herr @uerinjenen un- 
ter dem Namen Cossypha nigrocapilla in der Revue zoologique 
als neue Art veröffentlicht hahen, daher die von mir gegebene 
Abbildung zur Beseitigung dieser Synonyme nicht überflüssig 
seyn wird. 

Bei dem ausgefiederten Vogel in beiden Geschlechtern ist 
der Oberkopf bis wagrecht mit dem Mundwinkel kohlschwarz ; 
ein reinweisser Streifen reichet von der Basis der Nasenlöcher 
auf beiden Seiten des Kopfes über dem Auge nach dem Nacken; 
letzterer und der Vorderrücken sind grünlich braun mit rostro- 
them Schiller; die ganze untere Körperseite von der Dillenkante 
an, Federn unterhalb des Flügelbugs, Hinterrücken und Schwanz 
einfarbig gelbrostroth; zuweilen ist die Bauchmitte weiss; die 
beiden mittleren Schwanzfedern und ein Theil des Randsaumes 
der äussersten dunkelgrünbraun, ebenso der ganze Flügel, wo- 
bei der äussere Fahnenrand etwas weniges heller; Schnabel 
schwarz, Füsse und Nägel grünbraun. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 


zum Schwanzende .. uns 24.0 2. 0 
Länge des Schwanzes besonders gemessen = U 
Länge des Oberschnabels 7 


Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4. _ Flugfeder 3 4 
1 


Länge des Tarsus 1% 
Innere Zehe ... ee ana se Ve At — B) 
Aeussere Zee .  . . . 0 Om hr) 
Imkttere Zebe . „nr ee Li 
tere Zeche » 0 Kun 05" VE 3% 
*) Der Smith’sche Gattungsname Bessonornis, der mit Petrocincla des 


Swainson gleichbedeutend ist, hat vor diesem die Priorität. 


46 


Die erste Flugfeder ist halb so lang als die vierte, die 
zweite ist 9 Linien länger; die dritte 2 Linien kürzer als die 
vierte und fünfte, die gleich lang sind. 

Aeussere und innere Zehe 5 Linien lang; die hintere misst 
3%, die mittlere vordere 7 Linien. 

Bei dem jungen Vogel ist die Kehle röthlich grau mit Braun 
gesprenkelt; der weisse Streif auf beiden Seiten des Kopfes 
beginnt erst oberhalb des Auges, und ist demnach weit kürzer 
als beim alten Vogel; der Oberkopf ist dunkelbraun, sämmtliche 
Federn längs des Schafts mit rothbraunem Streif; die Flügel- 
deckfedern und die hintern Schwingen haben an den Endspitzen 
einen gelbrothen Flecken. 

Die Bessonornis leben in Abyssinien paarweise im niedern 
Gebüsch der Thäler, welche grössere Bäume beschatten; ihre 
Nahrung besteht aus Insekten. 


Familie der Timalien. Timalinae. 


In meinen älteren Publicationen wurden mehrere Vögel als 
Ixos und Malurus abgebildet*), die von den neuern Ornitho- 
logen zu der Swainson’schen Gattung Crateropus gezählt werden. 
Zu diesen Crateropus gehört ein mir von Schoa geschickter 
Vogel, der neu zu seyn scheint. 


*) Ixos leucocephalus, 1. plebejus, I. leucopygius, Malurus squamiceps, M. 
acaciae. 


‚u De Sul 


47 


Taf. 19. 


Crateropus rubiginosus Rüppell. Rostfarbiger Drössling. 


Diagnosis: Notaeo umbrino-vinaceo, pennarum frontalium scapo rigido albicante, 
remigum vexillo interno colore hepatico, basin versus margine flavo- 
rufescente, gastraeo — excepta cauda gradata, notaeo concolore, — 
dilute rubiginoso ; pedibus, unguibus et rostro colore corneo. 

Die Federn der Stirn sind zugespitzt und haben einen weis- 
sen steifen Schaft; die Endspitze der Flügel reicht einen Zoll 
über die Basis des Schwanzes hinaus; letzterer ist gestaffelt. 
Die erste Flugfeder ist halb so lang als die zweite, die drei 
Linien kürzer als die folgende ist, welche letztere der Länge der 
vierten und fünften entspricht. Die ganze obere Körperseite 
und der Schwanz oben und unten grünlich gelbbraun; die Flug- 
federn hornbraun, alle mit Ausnahme der ersten, am obern 
Drittel der innern Fahne gelbröthlich gerandet. Die untere Kör- 
perseite ist verwaschen rostroth, nach der Kehle zu ins Isabell- 
farbige übergehend; auf dem gestaffelten Schwanz bemerkt man 
in gewissen Richtungen betrachtet, feine etwas hellere parallele 
Querlinien; die robusten Füsse, Nägel und der Schnabel sind 
hornfarbig. Die hintere und die beiden seitlichen Zehen sind 
unter sich in Länge gleich. Iris gelblich. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 

EST TLNIES RUN I RR SG ITIUFRETENETIRTPTORE - ERS: 


Länge des Schwanzes besonders gemessen ee 
Oberschnabel längs der Firste Hei .—. 7 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4ten F kenn u 
Länge des Tarsus At 
MmESBBe! :. =. .ie wi elle Sr): ee ee 
Ben lBehen.: =. 3 “id an Aha a ee 


Alle Crateropus-Arten leben in kleinen Familien in lichtem 


Buschwerk, sind sehr beweglich, und suchen theilweise ihre in 


Rs; 


48 


Insekten bestehende Nahrung auch auf der Erde. Crateropus 
acaciae und CE. squamiceps haben durch ihre Färbung und die 
mehr gestaffelte als zugerundete Form des Schwanzes eine 
natürliche Verwandtschaft zu C. rubiginosus; ich hatte jene 
Vögel in meiner abyssinischen Fauna unter dem Lichtenstein- 
schen Gattungsnamen Sphenura von den übrigen Crateropus 
gesondert, die damals in dem Temminck’schen Genus Ixos ver- 
einigt wurden; jedochist es schwierig, zwischen beiden Gruppen 
haltbare Unterschieds-Charaktere nachzuweisen. 

Unter den von Major Harris von Seiner abyssinischen 
Reise nach England gebrachten Vögeln, befindet sich ein anderer 
mit meinem Crateropus (Ixos) leucopygius nahe verwandter 
Vogel, der mir neu zu seyn scheint; folgende Beschreibung ent- 
warf ich von demselben nach den in London aufgestellten 
Exemplaren. Federn an der Basis des Oberschnabels, Kehle, 
Augengegend, und von derselben bis zum Ohr rein weiss; 
Oberkopf, Nacken, Rücken, Flügel, Hals, Bauch und zugerundeter 
Schwanz chocoladebraun, die Federn des Halses und der Brust 
mit feinem weissem Randsaume. Die äussere Seite des Bauchs 
und der Schenkel röthlich braun, Bürzel und Aftergegend schmut- 
zig grauweiss, Schnabel schwarz, Füsse und Nägel hornfarbig; 
die Flügel ragen nicht weit über die Schwanzbasis, die 1te 
Schwinge halb so lang als die 2te; die 4te am längsten. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Behwanzende: #3. 1... 21) 102 UM RE 
Schwanzlänge besonders gemessen . . . ..93 5 
Länge.des Tarsuss . . U N FA 1 
Oberschnabel längs der Firsstte . . . . . 2. .— 7 


Dieser Vogel, der nach der Angabe im Februar zu Ali Amba 
in Schoa erlegt wurde, soll mit dem Artennamen Crateropus 


limbatus bezeichnet werden. 


49 


€. Unterabtheilung der Fliegenfänger. Muscicapidae. 


Familie der Fliegenschnäpper. Muscicapinae. 


Taf. 20. 


Museicapa chocolatina *) Rüppell. 
Chocoladefarbiger Fliegenschnäpper. 


Diaynosis: Mas adult.: Capite, cervice et tergo cinereo - umbrinis, interscapulio, 
alis et cauda colore chocolatino, remigum secundariarum margine cla- 
riore; gastraeo sordide cinerascente, parte mediana abdominis paululum 
albescente, rostro et pedibus nigricantibus; vibrissis eximiis, cauda sub- 
rotundata. 

Auch von diesem Vogel habe ich bereits in meinen abys- 
sinischen Wirbelthieren (Vögel Seite 107) eine lateinische 
Charakteristik gegeben; bei der jetzt veröffentlichten Abbildung 
wüsste ich ausser der deutschen Uebersetzung jener Diagnose 
nichts wesentliches beizufügen, da ich kein neueres Individuum 
dieser Art erhalten habe, noch mir eine anderwärts gegebene 
Beschreibung derselben bekannt geworden ist. 

Oberkopf, Nacken und Hinterrücken dunkel aschgrau, Vor- 
derrücken, Flügel und Schwanz chocoladebraun, die Flugfedern 
der zweiten Ordnung mit einem feinen helleren Randsaum ; 
Bauchseite schmutzig hellgrau, Mitte des Unterleibes ins Weiss- 
liche übergehend. Schnabel schmutzig blaugrau, stark entwi- 
ckelte Bartborsten am Mundwinkel; Füsse und Nägel dunkel- 
braun. Der untersuchte Vogel ist eben in der Mause, wodurch 
mehrere Schwanzfedern fehlen oder unausgewachsen sind, da- 
her es ungewiss ist, ob der Schwanz hinten winkelig oder etwas 


*) Ist dieses nicht der nämliche Vogel, den viele Jahre später Herr Guerin 
in der Revue zoologique als Muscicapa fumigata von Abyssinien beschrieben hat? 


Ornith. von N.0.Afr. 4 


50 


zugerundet verbleibt. Von den Flugfedern ist die erste halb so 
lang als die dritte, welche die längste ist; und diese vier Linien 


m länger als die zweite. Innere und äussere Zehe gleich lang (4 

% Linien), die hintere eine halbe Linie kürzer, die mittlere 1% 

3 Linien länger. Nägel schwach, comprimirt, zugeschärft. 

j- - Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 

4 Schwan. ! ml an ke MR Sr Ee 
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...2 8 
Oberschnabel längs der Firste . . . 65 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder a BE. 
LERORER TAIBUS .. 000 Zee. au eh Yo RE EEE 
Bittere Zee N. I RER 
Innere und aussere Zehe:, >2..7 2 KT Tee 
Mittlere Zebe N De A 

Einzeln vorkommend in den engen Thälern der Provinz 

bs Simen. 

| D. Unterabtheilung der Würger. Lanidae. 

m: Familie der Neuntödter. Laninae. 


Taf. 23. 
Telophorus uethiopicus Latham. 
Aethiopischer Würger. 
Diagnosis: Capite, dorso, tectrieibus minoribus caeruleo - nigris; remigibus et 
cauda supra et subtus holosericeis, fascia per alas, gutture, pectore et 


SE abdomine niveis; uropygio plumis laxis cinereis. 


Ich hatte in meinen abyssinischen Wirbelthieren, Vögel 
2 Seite 32 mit Bestimmtheit erklärt, dass Weillot in der Encyclo- 


51 


pedie bei der Beschreibung dieses Vogels die Irrung beging, 
als dessen Abbildung einen Le Faillant’schen südafrikanischen 
Würger zu eitiren, der ein ganz anderer Vogel ist, welcher 
sogar jetzt in der Untergattung Laniarius als L. brubru auf- 
geführt wird, während jener äthiopische Würger in der Swain- 
son’schen Untergattung Telophorus seinen Platz hat. Wie ich 
aus Erichson's Archiv, Jahrgang 1844 Seite 198 ersehe, theilte 
Herr G@uerin acht Jahre nach mir die nämliche Bemerkung als 
etwas Neues mit. Eine gute Abbildung des Jieillot’schen Lanius 
aethiopicus fehlte bisher, und sie wird daher nicht unwill- 
kommen seyn. 

Der aethiopische Telophorus hat Kopf, Nacken, Vorder- 
rücken und Flügeldecken glänzend blauschwarz; die Flugfedern 
und der Schwanz sind dunkel rauchschwarz mit Andeutung von 
feinen matten wellenförmigen (Querlinien ; die weichen zerschlis- 
senen Federn, welche den Hinterrücken bedecken, sind verschie- 
denlich grau nüaneirt; die weissen äusseren Fahnen der mittleren 
Flügeldeckfedern bilden eine Querbinde. Die ganze untere Körper- 
seite ist reinweiss, der zugerundete Schwanz unterhalb grün- 
schwarz, gleichfalls mit Andeutungen feiner Querlinien. Schnabel, 
Füsse und Nägel schwarz. 

An den Flügeln ist die erste Schwinge halb so lang als 
die fünfte, welche die vierte nur um eine halbe Linie überragt ; 
die dritte ist 4, die zweite 8 Linien kürzer als jene. An den 
Füssen ist die innere und hintere Zehe gleich lang, die äussere 
etwas länger. . 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Behwanzende cut. ie a BA 
Länge des Schwanzes besonders gemessen . . . 3 5 
Oberschnabel längs der Firste . . . a 


Vom Flügelbug bis zur Spitze der ten Plugfeder Ar EN 


4* 


Bee 


52 
Länge des Tarsus er RR A re 
Innere Zee 0 RAR DWA 
Keussere Zehe mE ERBEN. TER FB 
Mittlere’Zehe 2: ea a I N 
Hintere Zehe . °. . > Ra, 


Das Gefieder beider Geschlechter ist sich ganz gleich. Der 
Vogel lebt einzeln auf lichtem Dorngesträuch, wo er den ver- 
schiedenen Inseeten nachjagt, gleich wie es der gewöhnliche 
Würger zu thun pflegt; er findet sich ziemlich häufig auf dem 


Mimosen-Buschwerk, der abyssinischen Küste entlang. 


-In die Nähe von Telophorus stellt Herr @. R. Gray die 
von Dr. A. Smith Eurocephalus benannte Gattung, die derselbe 
oder noch vor ihm Burchell in dem Kaffernlande entdeckte; der 
Typus der Gattung ist mir von Schoa zugeschickt worden *). 
Die Unterscheidungs-Charaktere dieser Abtheilung sind ein ver- 
gleichlich kurzer robuster Schnabel ohne merkliche Auskerbung 
am Oberschnabel, steife vorwärtsgerichtete borstenartige Federn 
an der Schnabelbasis, welche die ovalen, durch eine Membran 
halbgeschlossenen Nasenlöcher überdecken. Die ziemlich langen 
Flügel reichen bis zur Hälfte des ein wenig abgerundeten 
Schwanzes; die erste Flugfeder misst % der dritten, welche 
die längste ist; die zweite ist nur wenige Linien kürzer als 
diese; die Tarsus sind kurz und robust, die Zehen sämmtlich 
getrennt mit starken gekrümmgen Nägeln; am Mundwinkel stehen 


einige vorwärts gerichtete Bartborsten. 


*) Doctor A. Smith beschrieb diese neue Gattung in dem in der Capstadt 
1836 gedruckten Report of the expedition etc. In den bis jetzt erschienenen 22 
Heften seiner südafrikanischen Zoologie gab er noch keine Abbildung dieses Vo- 
gels; im brittischen Museum aber befinden sich Exemplare aufgestellt mit der Na- 
mensbezeichnung, die ihnen jener Naturforscher gab, daher über Identität der 
Art kein Zweifel obwaltet. 


53 


Tat. 27. 


Eurocephalus anguitimens A. Smith. 
Weissköpfiger Eurocephalus. 


Diagnosis: Pileo et nucha, gula, pectore, uropygio et basi rectricum albisz stria 
per oculos, regione parotica lateribusque posticis colli nigris; dorso, 
alis et cauda caffeatis, lateribus ventris hepatiecis, tibiis et fascia per 
crissum umbrinis, hac antice et postice alba. 

Ganzer Oberkopf und Nacken, Kehle, Vorderhals und Brust 
weiss, ein braunschwarzer Streif zieht sich von den Nasen- 
löchern durch die Augen, hinter welchen er sich über die Ohren- 
gegend und die Seiten des Halses bis zur Mitte des Nackens aus- 
breitet, jedoch ohne dass die Streifen beider Seiten zusammenstos- 
sen. Rücken und Flügel kaffebraun; Bürzel, Basis der Schwanz- 
federn und untere Schwanzdeckfedern weiss; Steuerfedern 
dunkelbraun; die Flug - und Deckfedern haben an der äussern 
Fahne einen helleren Randsaum; einige der Flugfedern sind an 
der innern Fahne fleischfarbig eingefasst. Die Hauptfarbe der 
untern Körperseite ist weiss, nur die Seiten des Bauchs sind 
hellbraun, die Schenkel und eine über den Steiss gehende breite 
Binde dunkelbraun ;Schnabelschwarz, Füsse und Nägelgraubraun. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


EOEESBDE. to 2 ER 
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...3 6 
Oberschnabel längs der Krümmung der Firstte . . — 9 
use des TanBen I RE ea Nr 
Aeussere, hintere und innere Zee . . . 2... 5 
Re: Zellen. a a N 


Die vordere Seite der Tarsen ist mit kurzen Schildtafeln 
bedeckt; die Zehen der Füsse und die Nägel sind robust, letztere 
etwas comprimirt und zugeschärft. Ueber Nahrung und Lebens- 
weise dieses Vogels sind die Bekanntmachungen des Dr. A. Smith 


54 


zu gewärtigen. Mit der Sendung von Schoa erhielt ich nur ein 
einziges Individuum dieses Vogels, ohne irgend eine belehrende 
Notiz. 


Zur Unterabtheilung der Thamnophilinen gehört ein kleiner 
nordafrikanischer Vogel, den Swainson in seinen Birds of Western 
Africa als Malaconotus chrysogaster bereits beschrieben und 
abgebildet hatte; er war mir niemals auf meinen Reisen vor- 
gekommen, aber bei der Sendung aus Schoa befand sich ein 
Exemplar davon, das ich jedoch nicht für die Swainson’sche Art 
erkannte, weil dessen Darstellung ungenügend ist. Erst später, 
als bereits für gegenwärtiges Werkchen eine gute Abbildung 
gefertiget war, fiel mir die Uebereinstimmung der Beschreibung 
auf, welche mir auch die in englischen Museen gemachten Ver- 
gleichungen bestätigte, daher ich ohne Weiteres auf meine Ab- 
bildung den Swainson’schen Artennamen eintragen liess. Ob 
übrigens auf diesen Vogel auch der von Shaw beschriebene 
Lanius olivaceus von Südafrica passt, wofür der Oliva (Le 
Vaillant Ois. d’Afr. Taf. 75 und 76) eitirt wird, scheint mir 
sehr zweifelhaft; ich kenne denselben nicht. Der in Vieillot’s 
Galerie des Oiseaux Taf. 139 unter dem Namen Thamnophilus 
olivaceus abgebildete Vogel ist mit den vorstehend erwähnten 
Arten nicht zu verwechseln, obgleich durch Farbenvertheilung 
dem Malaconotus chrysogaster sehr ähnlich. Derselbe geöhrt 
vielleicht in Berücksichtigung seines stark comprimirten und 
hohen Schnabels, der in einen abwärts gerichteten Haken aus- 
läuft, in eine eigene Gattung. Dass ich diesen Vogel in Kordofan 
einsammelte, ward in meinen abyssinischen Wirbelthieren Seite 


33 angegeben. 


55 


Taf. 24. 


Malaconotus chrysogaster Swainson. 
Gelbbäuchiger Malaconotus. 


Diagnosis: Fronte viridi, diademate et stria superciliari flava, macula nigra ante 
et infra oculos, pileo, cervice et lateribus colli einereis; dorso, cauda, 
tectricibus et vexillo externo remigum gramineo, rectricum et remigum 
secundariarum apicibus luteo - virentibus; gastraeo et tibiis flavis, 
pectore aurantiaco, rostro et pedibus nigris. 


Vorderkopf saftgrün, längs der Basis des Oberschnabels 
eitrongelb, welche Farbe sich als schmaler Streifen über die 
Augen hin verlängert. Oberkopf, Nacken und Seiten des Halses 
aschgrau; von dem Mundwinkel nach dem Auge und unterhalb 
demselben ein schwarzer Streif, der auf der Ohrengegend in das 
Grau des Nackens übergeht. Rücken, Deckfedern der Flügel, 
äussere Fahne der Flugfedern und Schwanz grasgrün; innere 
Fahne der Flugfedern braun, die hinteren nach der Basis zu 
eitrongelb eingefasst. Die Flugfedern der zweiten Ordnung so 
wie die grossen und mittleren Flügeldeckfedern haben eine blas- 
gelbe Endspitze; an dem zugerundeten Schwanz ist das Ende 
und der Rand der innern Fahnen gelbgrün. Bauchseite, Schenkel, 
untere Schwanzdeckfedern und Rand des Flügelbugs citrongelb, 
die Brust pomeranzengelb. An den Flügeln ist die erste Schwinge 
halb so lang als die vierte, diese um eine Linie länger als die 
dritte, deren Endspitze die zweite um vier Linien übertrifft. 


Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


De a A, „BR 
Schwanzlänge besonders gemessen . . . .. 2 1 
Öberschnabel längs der Krümmung der Firstte . . — 6 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4ten Flugfeder . 3 3 
Be den Targus. 10. el he ler wur e 


„ der äussern Zehe PEN VEREee 


een Rn 


56 
Länge der innern und hintern Zee . . . ..— 3%, 
” „  mittlern Zehe MP RE ER | 


Die Verbreitung dieses Vogels gehet über das ganze tro- 
pische Afrika, doch scheint er in Abyssinien und Schoa eben 
so selten zu seyn, als es Swainson von Westafrika mittheilt. 
Ueber Lebensart und Nahrung sind mir keine Mittheilungen zu- 
gekommen. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Singvögel. 


Canori. 
A. Unterabtheilung der Sylvien. Luscinidae. 


1) Malurus. Malurinae. 


115. Oligura micrura, Rüppell, oder Troglodytes mierurus, Rüppell Wir- 
belth. Taf. 41,Fig.1, häufig in Kordofan und Abyssinien. 

116. Drymoica (Swainson) clamans, Prinia clamans Rüpp. Atlas Taf. 2 
Fig. a, häufig in Nubien und Kordofan. 

117. „» gracilis, Prinia gracilis Rüpp. Atlas Taf. 2 Fig.b, häufig in 


Egypten. 

118. „» pulchella, Prinia pulchella, Rüpp. Atlas Taf. 35 Fig a, Kor- 
dofan. 

119. „» inquieta, Rüpp. Atlas Taf. 36 Fig.b, einzeln im peträischen 
Arabien. 


120. „  ruficeps, Rüpp. Altlas Taf. 36 Fig.a, häufig in Kordofan 
und Abyssinien. 


121. „ rufifrons, Rüpp. Wirbelth. Taf. 41 Fig. 1, häufig an der 


abyssinischen Küste. 


122. » mystacea, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 10, Umgegend 


von Gondar. 


123. „ robusta, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 13, Schoa, südlich 
von Abyssinien. 
124. „»  Jugubris, oder Cisticola lugubris, Rüpp. system. Uebers. 
Taf. 11, Abyssinien. 
125. „ erythrogenis, oder Cisticola erythrogenis, Rüpp. system. 


Uebers. Taf. 127 Abyssinien. 


AR 


ct 


ar EL 


57 


2) Grasmücken. Luseininae. 


126. ARTE (Naumann) arundinaceus, Brisson. Egypten. 


127. 


„ 


turdoides, Meyer. Buffon pl. enl. 513, häufig in Arabien. 


128. Curruca (Brisson) erassirostris, Rüpp. Atlas Taf. 33 Fig. a, Kor- 


129. 
130. 
131. 
132. 
133. 
134. 
135. 


136. 
137. 


138. 
139. 


” 


dofan. 

subalpina, Bonelli, Egypten. 

orphaea, Temminck, Arabien und Egypten. 

melanocephala, Latham, häufig in Egypten. 

atricapilla, Brisson, häufig in Egypten, Nubien und Arabien. 

cinerea, Brisson, Egypten und Nubien. 

garrula, Brisson, Egypten und Nubien. 

capistrata, Rüpp. abgebildet als Sylv. Rüppelli, Atlas Taf. 
19, Zugvogel durch Egypten und Arabien. 

luseinia, Linn., häufig im Winter in Egypten und Arabien. 

lugens, Rüpp. Wirbelth. Taf. 42, Fig. 2, einzeln in Abys- 
sinien. 

chocolatina, Rüpp. syst. Uebersicht, Taf. 14, Schoa. 

abyssinica, Rüpp. abgeb. als Drymophila, neue Wirbelthiere 
Taf, 40, Fig. 2, einzeln in Abyssinien. 


140. Cyanecula (Brehm) swecica, Linn., häufig in Egypten, Nubien und 


Abyssinien. 


141. Erythacus (Swainson) rubecula, Linn., den Winter in Nordafrika. 


142. Ruticilla (Brehm) phoenicura, Linn. ebendaselbst. 


143. 


” 


Thitis, Scopoli, ebendaselbst. 


144. Ficedula (Koch) sibilatrix, Bechstein, im Winter in Egypten. 


145. 
146. 


147. 
148. 


149. 


150. 


„ 


” 


Trochilfus, Linn., häufig in Egypten und Nubien. 

Bonelli, Vieillot oder S. Nattereri Temminck, das ganze nörd- 
liche Afrika. 

rufa, Latham, im Winter in Egypten. 

umbrovirens, Rüpp. einzeln in Abyssinien, ist nur beschrie- 
ben in den neuen Wirbelthieren, Vögel Seite 112. 

brericaudata, Rüpp. Atlas Taf. 35 Fig. b, einzeln in Kor- 
dofan. 


Zosterops (Gould) madagascariensis, Latham, Levaill. Ois. d’Afr., 


Taf. 132, einzeln in Abyssinien. 


58 


3) Steinschmätzer. Sazicolinae. 


151. Saricola (Bechstein) leucura, Gmelin, Descript. de ’Egypte 0is. 
Taf. 5 Fig. 1, häufig in ganz Nordostafrika. 

152. „ monacha,Rüpp. Temm. pl. col. 359 Fig. 1, zufällig in Nubien. 

153. „» Tugubris, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 28, Fig. 1, häufig in 


Abyssinien. 

154. „ melaena, Rüpp. ebendaselbst Taf. 28 Fig. 2, zufällig in 
Abyssinien. 

155. „» albifrons, Rüpp. syst. Uebersicht Taf 17, einzeln in Abys- 
sinien. 

156. „» lugens, Lichtenstein, einzeln in ganz Nord -Ost- Afrika. 


157. „ albofasciata, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 16, Abyssinien. 

158. » melanura, Rüpp. Temm. pl. col. Taf. 257 Fig. 2, Küste des 
rothen Meeres. 

159. „  isabellina'), Rüpp. Atlas Taf. 34 Fig. b, häufig in Nubien 
und Abyssinien. 

160. „ pallida, Rüpp. Atlas Taf. 34 Fig. a, häufig in Nubien. 

161. „ oenanthe, Bechstein, Buffon Taf. 554 Fig. 1 und 2, häufig in 
Egypten und Arabien. 

162. Pr stapazina, Gmel. et aurita Temm. Taf. 231 a, und Edwards 
Taf. 31, häufig in ganz Nord -Ost- Afrika. 

163. „ deserti, Rüpp. Temm. pl. col. 359 Fig. 2, häufig in Egyp- 
ten und Nubien. 

164. „» rubicola, Bechstein, Buffon Taf. 678 Fig. 1, häufig in ganz 
Nord-Afrika. 

165. „ rubetra, Bechstein, Buffon Taf 678 Fig. 2, Egypten und 
Arabien. 

166. „ rufocinerea, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 27 Fig. 1 und 2, 
einzeln in Abyssinien. 

167. » ? sordida, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 26, Fig. 2, ein- 
zeln in Äbyssinien. 

168. Thamnobia? (Swainson) albiscapulata, Rüpp. neue Wirbelthiere 
Taf. 26, Fig. 1, Abyssinien. 


*) Die in meinen neuen Wirbelthieren, Vögel Seite 80 bei den Saxicolen, 
namentlich über Saxicola isabellina gemachten Bemerkungen sind wohl zu be- 
rücksichtigen. 


169. 


170. 


171. 
172. 


173. 


174. 


175. 


176. 


177. 
178. 


179. 


180. 


181. 


182. 


183. 


184. 


185. 


59 


Thamnobia? semirufa, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 25 Fig. 1 und 
2, häufig in Abyssinien. 


4) Meisen. Parinae. 


Parus (Linn.) Zeucomelas, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 37. Fig. 2, 
einzeln in Abyssinien. 
„  . dorsalus, Rüpp. system. Uebersicht, Taf. 19, Schoa. 
Parisoma (Swainson) frontale, Rüpp. syst. Uebersicht Taf. 22, 
Schoa. 


5) Bachstelzen. Motacillinae. 


Motaeilla (Linn.) alba, Linn. Buflon Taf. 652 Fig. 2, häufig in 
Egypten, Nubien. 

„ eapensis, Lichtenst. Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 178, häufig 
in Nubien und Abyssinien. 

» longicauda, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 29, Fig. 2, ein- 
zeln in Abyssinien. 

Budytes (Cuvier) flava, Linn. Buflon Taf. 674 Fig. 2, häufig in 
Nord - Afrika. 

„ boarula, Linn. Buffon Taf. 28, Fig. 1, ebendaselbst. 

» melanocephala, Lichtenst. Rüpp. Atlas Taf. 33, Fig. b, eben- 
daselbst. 

Anthus (Bechstein) arboreus, Bechstein, Buffon Taf. 660 Fig. 1, 
häufig in Egypten. 

„ pratensis, Bechstein, Descript. de l’Egypte Taf. 13, Fig. 6, 
häufig in Egypten. 

» Ceeilü, Savigny, Motacilla cervina? Pallas. Deseript. de 
V’Egypte Oiseaux Taf. 5 Fig. 6, im Frühling in Egypten 
und Arabien. 

„ eampestris, Bechstein, Buffon Taf. 661, Fig. 1, häufig in 
Egypten, Nubien und Arabien. 

„ spinoletta, Linn. od. A. aquaticus Bechst. Buffon Taf. 661 
Fig. 2, ebendaselbst. 

„  sordidus, Rüpp. Wirbelth. Taf. 39 Fig. 1, häufig in Abys- 
sinien. 

„  einnamomeus, Rüpp. ebendaselbst beschrieben $. 103. 
Gleiches Vorkommen. 


186 


60 


B. Unterabtheilung der Drosseln. Turdidae. 


1) Mistelvögel. Turdinae. 


. Bessonornis (Smith) semirufa, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 21, 
häufig in Abyssinien. 


187. Petrocossyphus (Boje) cyaneus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 250, 
häufig in Nord- Afrika. 

188. „  sawatilis, Lath. Buffon Taf. 562, häufig in Nord-Afrika. 

189. Merula (Boje) vulgaris, Linn. Buffon Taf. 2, im Winter in Egypten. 

190. „ simensis, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 29, Fig. 1, häufig 
in Abyssinien. 

191. » musica, Linn. Gmel. Buffon Taf. 406, einzeln im Winter in 
Nord -Ost- Afrika. 

192. » viscivora, Linn. Buffon Taf. 489, im Winter in Egypten. 

193. »„ pülaris, Linn. Buffon Taf. 490, im Winter in Nubien. 

194. » olivacea, Linn. Le Vaill. Afr. Taf. 98, häufig in Abyssinien. 

195. Cercotrichas (Boje) erythropterus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 354, 
häufig in Nubien und Abyssinien. 

196. Pyenonotus (Kuhl) arsinoe, Lichtenstein, häufig in Nord-Ost- 


Afrika. 


197. »  Levaillanti, Temminck, Le Vaill. Taf. 106,Fig. 1, Egypten 
und Arabien. 
2) Timalinen. Timalinae. 
198. Crateropus (Swainson) leucocephalus, Rüpp. Atlas Taf. 4, häufig in 


Sennaar und Abyssinien. 


199. „»  Teucopygius, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 30 Fig. 1, häu- 
fig in Abyssinien. 

200. „» plebejus, Rüpp. Atlas Taf. 23, häufig in Kordofan. 

201. „» rubiginosus, Rüpp. system, Uebersicht, Taf. 19, Schoa. 

202. „» limbatus, Harris, Schoa. 

203. Sphenura (? Lichtenstein) acaciae, Lichtenst. Rüpp. Atlas Taf. 28, 


204. 


Eg;ypten und Nubien. 


„» squamiceps, Rüpp. Atlas Taf. 12. Peträisches Arabien. 


61 


3) Pirolen. Oriolinae. 


205. Oriolus (Linn.) galbula, Linn., Buffon Taf. 26, häufig in Egypten 
und Nubien. 

206. „» Moloxita, Buffon, neue Wirbelthiere Taf. 12, Fig. 1, häufig 
in Abyssinien. 


C. Unterabtheilung der Fliegenfänger. Muscicapidae. 
1) Fliegenschnäpper. Muscicapinae. 


207. Museicapa (Linn.) grisola, Linn. Buffon Taf. 565, Fig. 1, Nord- 
Ost- Afrika. 

208. „ albicollis, Temminck, Buffon Taf. 565 Fig. 2, Egypten und 
Arabien. 

209. „» semipartita, Rüpp. Wirbelthiere Taf. 40, Fig. 1, Abyssi- 
sinien und Kordofan. 

210. „ ehocolatina, Röpp. system. Uebers. Taf. 20, Abyssinien. 

211. Muscipeta (Cuvier) melanogaster, Swainson, Abyssinien. 

212. Platysteira (Jardine) senegalensis, Linn. Le Vaill. Afr. Taf. 161, 
Fig. 1 und 2, häufig in Abyssinien und Kordofan. 


D. Unterabtheilung der Seidenvögel. Ampelidae. 
1) Campephaginen. Campephaginae. 


213. Graucalus (Cuvier) pecioralis, Jardine ornithol. Illust. Taf. 57, ein- 
zeln in Abyssinien. 

214. Ceblepyris (Cuvier) phoenicea, Swainson Birds of Western Africa 1, 
Taf. 27 und 28, Abyssinien und Sennaar. 


2) Dierurinen. Dierurinae. 


215. Melaenornis (G. R. Gray) edoloides, Swainson Birds of West. Afr. Be 
Taf. 29, Schoa. 

216. Dierurus (Vieillot) Zugubris, Ehrenberg Symbolae physicae aves, 
Taf. 8, häufig in Abyssinien, Sennaar und Kordofan. 


TER | 


62 


E. Unterabtheilung der Würger. Lanidae. 


1) Neuntödter. Laninae. 


217. Lanius (Linn.) rufus, Brisson. Buffon Taf. 9 Fig. 2, häufig in Nord- 
Afrika. 

218. „» personatus, Temminck. planch. color. Taf. 256 Fig. 2, häufig 
in Nord-Afrika. 

219. „» ezcubitor, Linn., Buffon Taf. 445, häufig in Egypten und 
Arabien. 

220. » minor, Linn., Buffon Taf. 32, Fig. 1, häufig in ganz Nord- 
Afrika. 

221. Enneoctonus (Boje) collurio,Briss. Buffon Taf. 31 Fig. 2, Egypten. 

222. Telophorus (Swainson) aelhiopicus, Vieillot, Rüpp. system. Ueber- 
sicht Taf. 23, häufig in Abyssinien. 

223. Nilaus (Swainson) Brubru, Le Vaill. ois. d’Afr. Taf. 71, häufig in 
Abyssinien. 

224. Eurocephalus (Smith) anguitimens, A. Smith, Rüpp. system. Ueber- 
sicht Taf. 27, Schoa. 

225. Prionops (Vieillot) eristatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 12 Fig. 1, 


226 


227 


Abyssinien und Sennaar. 


2) Thamnophilen. Thumnophilinae. 


. Dryoscopus (Boje) cubla, Latham. Le Vaill. Afr. Taf. 73, häufig in 
Abyssinien und Sennaar. 

. Laniarius (Vieillot) eruwentus, Ehrenberg, Symbolae physiec. Aves, 
Taf. 3, häufig an der Küste von Abyssinien. 


228. „  erythrogaster, Rüpp. Atlas Taf. 29, häufig in Sennaar. 

229. „» erythropterus, Shaw. Buffon Taf. 479 Fig. 1, häufig in 
Abyssinien und Sennaar. 

230. „ eollaris, Latham. Jardine ornithol. Illust. Taf. 52, Abyssinien. 

231. Malaconotus (Swainson) olivaceus, Vieillot Galerie, Taf. 139, Kor- 


232. 


dofan. 
„» ehrysogaster, Swainson, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 24, 
häufig in Abyssinien. 


63 


Vierte Abtheilung. 


Kegelschnäbel. Conirostres. 


Familie der Raben. Corvidae. 


Der von Sundewall in den Abhandlungen der Stockholmer 
Academie für 1839 beschriebene Corvus umbrinus, den Heden- 
borg in Arabien, Egypten und Nubien eingesammelt hat, ist von 
mir auf meinen Reisen übersehen worden; ich kenne ihn nicht, 
und nehme ihn nur auf die Autorität jener Naturforscher in die 


Fauna von Nordafrika auf. 


Familie der Staare. Sturnidae. 


Zwei sehr schöne Arten von Glanzdrosseln überbrachte 
mir die Sendung aus Schoa, wovon die eine so charakteristi- 
sche Farbenzeichnungen besitzt, dass sie leicht zu beschreiben 
und zu unterscheiden ist. Anders verhält es sich mit der zweiten 
Art, die einigen bekannten afrikanischen Vögeln sehr nahe 
steht, und vielleicht selbst mit einem derselben identisch ist, 
welches ich eben nicht ermitteln konnte durch den Vergleich 
mit der stattlichen Suite dieser Vögel, die im britischen Museum 
in London aufgestellt ist *). 


") @. R. Gray bezeichnet die kurzschwänzigen Lamprotornis mit dem Namen 
Calornis, Zesson diejenigen mit langem Schwanz durch Juida, und jener ältere 
Gattungsname würde sofort ganz verschwinden. Sicher wird auch einmal mein 
Lamprotornis tenuirostris zu einer Gattung erhoben! 


64 


Taf. 25. 1er 


Lamprotornis purpuropteru Rüppell. 
Purpurschillernde Glanzdrossel. 


Diagnosis : Capite nigro-virente nitente, regione parotica et gula nigra fusca, illa 
opaca, hac subaenea; notaeo et pectore nigro-caerulescentibus, splen- 
dore chalybeo, alis nitore violaceo-subpurpureo; cauda gradata modice 
elongata, supra rectricibus binis mediis nigro - virentibus, lateralibus 
purpureo - violaceis, lineis fuscis transversis, cauda subtus et ventre 
nigris, hoc parte media nitore aeneo. 


Eine auffallende Aehnlichkeit hat dieser Vogel mit dem in 
Kordofan und Sennaar vorkommenden Lamprotornis aeneus 
Temminck, von dem er sich nur unterscheidet, indem erin allen 
Dimensionen um ein Fünftheil kleiner ist, und durch dunkel- 
violette Hauptfärbung, die auf den Flügeln ins Purpurfarbne spielt, 
während bei Lamprotorn. aeneus die Hauptfarbe namentlich auf 
den Flügeln stahlblau ist, welches ins Grasgrüne schillert. 

Oberkopf und Vorderhals grünschwarz, letzteres mit Tom- 
backschiller, Ohrengegend matt schwarz, Rücken und Flügel 
schwärzlich stahlblau ; die beiden mittleren Schwanzfedern 
schwarzgrün, die seitlichen stahlblau purpurfarbig, sämmtlich 
mit feinen dunkleren wellenförmigen Querlinien. Einige Flügel- 
deckfedern, Flugfedern zweiter Ordnung und der Vorderrücken 
haben in gewissen Richtungen einen dunkelpurpurnen Schiller. 
Die Brust ist dunkel stahlblau, der Bauch, die Schenkel und die 
untere Seite des Schwanzes sind rauchschwarz, die Bauchmitte 
mit etwas Tombackschiller. Schnabel und Füsse schwarz, Iris 
grauweiss. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
Schwanzende. vr. ee Lee ASE2E 
Schwanzlänge besonders gemessen . . »..64 8 


Länge des Oberschnabels längs der Firste . . . — 8% 


65 


Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder . 5% 11% 


ERBE ET RE 6 

Innere und äussere Zehe ae rer 
Eiöre Zehe a VE ir ae 
Be Zeche Se 2. RREETRIE 


Die Jugend unterscheidet sich durch etwas geringere 
Länge des Schwanzes, und ist oberhalb durchaus dunkel purpur- 
violet mit feinen schwärzlichen Querlinien; der Bauch ist schwarz 
mit Stahlblau gescheckt. 

Dieser Vogel dürfte wohl gleich den andern afrikanischen 
langschwänzigen Glanzdrosseln, vorzugsweise in Familien zu- 
sammen auf Bäumen leben, im Gegensatze zu den Kurzschwän- 
zigen, die immer ihre in Insekten bestehende Nahrung auf dem 
Boden suchen. 


Taf. 26. 


Lamprotornis superbus Rüppell. 
Prangende Glanzdrossel. 


Diaynosis: Capite et regione parotica nigris, splendore subaeneo; gula, collo, pec- 
tore, notaeo et cauda supra viride-caeruleis chalybeis; alis malachitieis 
nitore aeneo, tectricibus macula apicali nigra, ventre et tibiis laete 
rubiginosis, torquet& pectorali et crisso niveis, rostro et pedibus nigris; 
cauda subrotundata. 


Oberkopf und Ohrengegend sammetschwarz, mit einem 
Anflug von gelblichem Metallschiller ; Kehle, Hals, Brust, Rücken 
und obere Seite des Schwanzes stahlblau; Flügel malachitgrün 
mit Metallglanz, die Endspitzen der kleinen und mittleren Flügel- 
deckfedern sind schwarz; eine schmale Binde über die Brust 


Ornith. von N.O.Afr. 5 


u 


66 


und die unteren Schwanzdeckfedern rein weiss, Bauch und 
Schenkel dunkel rostroth, untere Seite des zugerundeten Schwan- 
zes schwarz, Füsse und Schnabel schwärzlich, Iris dunkelbraun. 


Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Schwanzende. s, :  . . 2.78 0.0 Ri EE 
Schwanzlänge besonders gemessen . . . . . 1 10 
Oberschnabel längs der Firste . . . a  ; 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten F jugiäiee Ze TEE 
Länge des Tarsus 1002 

„ der äussern, innern und hintern Zehe . . — 6 
= 15 mittleren: Zehen Ha „u 02 Na ERITERTE 


Zu bemerken ist, dass die innere Fahne der 3ten, 4ten 
und 5ten Flugfeder ungefähr vier Linien von der Endspitze 
derselben einen regelmässigen Ausschnitt hat. 

Diese Glanzdrossel muss in Schoa zahlreich vorkommen, 
da Major Harris davon eine ganze Partie nach London gebracht 
hat. 


Familie der Fringillen. Fringillidae. 
Webervögel. Ploceinae. : 


Jeder Versuch, die grosse Schaar der Webervögel in genaue 
Untergattungen zu gruppiren, wird immer sehr ungenügend aus- 
fallen, weil die Gesammtmasse aus einer nicht unterbrochenen 
Reihenfolge von Uebergängen besteht. Swainson benannte die- 
jenigen Arten, deren Schnabel kürzer als der Kopf ist, wo die 
Nasenlöcher so ziemlich von den Stirnfedern überdeckt werden, 
und bei welchen die Schnabelfirste zugerundet ist, Euplectes, 
eine Gruppe, für die Herr Gray ziemlich willkührlich den Gat- 


67 


tungs-Namen Ploceus des Curier vorbehalten haben will; die 
Abtheilung mit völlig freiliegenden Nasenlöchern und einem den 
Kopf an Länge übertreffenden Schnabel mit etwas verflachter 
Firste, welche Swainson als Symplectes bezeichnete, nennt nun 
Gray nach Temminck Textor. Endlich vereiniget jetzt der 
englische Naturforcher unter dem Namen Hyphontornis alle 
jene vielen Webervögel, deren Schnabel etwas länger als bei 
den Euplectes-Arten ist, mit breiter Basis und etwas verflachter 
Firste und die beinahe freiliegende Nasenlöcher haben. Für diese 
Gruppe hatte Swainson den Namen Ploceus des Cuvier ver- 
wendet. Obgleich ich @ray’s System als Grundlage meiner Ab- 
theilungen angenommen habe, so sehe ich doch keinen Zweck in 
dieser Namensversetzung der Untergattungen, und ich bezeichne 
nach wie vor von den vorstehend skizzirten drei Gruppen die 
lte als Euplectes, die 2te als Textor, und die 3te als Ploceus. 


Taf. 28°). 


Euplectes zanthomelas Rüppell. 
Gelbschwarzer Euplectes. 


Diagnosis: Mas adult.: Colore totius corporis atro, exceptis tergo et humeris 
luteis, tectricibus ac remigibus secundariis flavo -limbatis; maxilla 
nigra, mandibula alba, pedibus et unguibus cinereo - umbrinis, iride 
fusca. Femina: colore ex rufo-isabellino flammeis longitudinalibus 
umbrinis, flexura humeri et tergo viride-favis nigro - variegatis, ro- 
stro albo rufescente. Mas juvenis: capite, cervice et dorso ex rufo isa- 
bellinis umbrino-variegatis; gula nigra, pectore et abdomine sordide 
isabellinis, scapulis Navis, alis, cauda et tibiis nigris, teetrieibus alarum 
isabelline limbatis; maxilla nigricante, mandibula ex rufo - albicante. 


Diese lateinische Diagnose erschien bereits in meinen 
abyssinischen Wirbelthieren S. 10. Die im Deutschen abgefasste 


*) Die Beschreibung der Tafel 27 ist bereits vorstehend auf Seite 53 gege- 


ben worden. 


5* 


WR TE: 
2 NEN LER. 
ö « a 
Ve 
' 2 


68 


Beschreibung des Vogels folgt hier: Bei dem ausgefiederten Männ- 
chen ist die ganze Körperfarbe sammetschwarz mit Ausnahme 
der Rückenmitte, der Deckfedern des Flügelbugs und der innern 
Seite der Flügel, welche lebhaft zitrongelb sind. Die Flugfedern 
und grossen Flügeldeckfedern sind fein isabell gerandet, die 
Schenkel graugelb; der Oberkiefer schwarz, der untere weiss. 
Füsse und Nägel graubraun, Iris dunkelbraun. 

Ganze Körperlänge N. ie 0 WERT 


Schwanzlänge Ne are ar Ve ee 7 
Oberschnakel . - » » Be a HIST 
Flügel bis zur Spitze der 3ten n Flugfeder a 9 
Tarsus N ee er 1 
Aeussere und innere Zehe . -. . 2. eu. AN, 
tere Zieh, 22 ae ee ae 
Mittlere Zehe . . . A IR 


Das Gefieder des Weibchens ist röthlich isabell mit läng- 
lichen braunen Streifen gescheckt; Flügelbug und Rücken grün- 
gelb mit Schwarz gescheckt; Schnabel röthlich grau. Bei dem 
jungen Männchen ist Kopf, Nacken und Rücken röthlich isabell 
mit Braun gescheckt, die Kehle schwarz, Brust und Bauch 
schmutzig isabell, Schultern gelb, Schwanz und Schenkel 
schwarz, der Rand der Flügeldeckfedern isabell. Oberkiefer 
schwärzlich, Unterkiefer röthlich weiss. 

Vorkommen in grossen Scharen in den abyssinischen 
Provinzen Simen und Temben, wo sie durch Gefrässigkeit nam- 
baren Schaden veranlassen. Dass dieser Vogel in Nordafrika der 
Repräsentant des Euplectes capensis Linn. ist, abgebildet in 
Buffon Tafel 101 als Grosbec de Coromandel, habe ich bereits 


in meinen abyssinischen Wirbelthieren angegeben. 


ein 


69 


Taf. 29. 


Ploceus flavoviridis Rüppell *). 
Gelblichgrüner Webervogel. 


Diagnosis: Mas adultus: Capite, nucha et lateribus colli viride-luteis, stria super- 
ciliari, gula, collo et pectore eitrinis; dorso, teetricibusque humeri 
einereo - olivaceis, umbrino striolatis; alis viride -umbrinis, remigibus 
et tectrieibus flavo - marginatis, tectricibus secundariis apicem versus 
albescentibus; cauda umbro-virente, margine viride-Iuteo; ventre an- 
tice flavicante, postice et crisso albido, tibiis flavis ; rostro fusco, pe- 
dibus et unguibus cinereo -flavicantibus. Mas juvenis differt: gula et 
pectore sordide isabellinis, dorso tectricibusque humeri umbrinis 
margine isabellino, mandibula basin versus isabellina. 


Bereits vor 15 Jahren erhielt ich in dem reizenden Thale 
Modat an der abyssinischen Küste ein Männchen dieses Weber- 
vogels, das aber als alleinstehend nur zu ganz ungenügender Be- 
schreibung gedient hätte, daher ich lieber ganz unterliess ihn zu 
erwähnen. Einige Exemplare des jungen und alten Vogels, wel- 
che ich aus Schoa erhielt, setzen mich jetzt in Stand, von dieser 
Art das verschiedene Altersgefieder bekannt zu machen. 

Das ausgefiederte Männchen, welches die Abbildung dar- 
stellt, hat den Oberkopf und Nacken gelbgrün, ein schmaler 
Streifen über die Augen, Kehle, Vorderhals und Brust eitronen- 
gelb, vor dem Auge ein kleiner dunkler Fleck; ganzer Rücken 
und Deckfedern des Flügelbugs grünlich grau am Federnrande, 
graubraun längs der Mitte. Flügel bisterbraun, die Flugfedern 
auf beiden Seiten grüngelb gesäumt, die hintern Flugfedern der 
zweiten Ordnung gegen das Ende mit Weiss, und alle Flügel- 
deckfedern hellgelb gerandet, Vorderrand und innere Seite des 


Flügelbugs schön eitronengelb, Schwanzfedern grünbraun, seit- 


*) Irrigerweise stehet auf der Tafel: Textor Navoviridis statt Ploceus Na- 
voviridis. 


70 


lich gelbgrün gesäumt ; Bauch und untere Schwanzdecke weiss- 
lich, Schenkel hellgelb, Füsse und Nägel gelbgrau, Schnabel 


braunsch warz. 


Ganze, Körperlänge. akz2,.". ° oo U RL Pi 
Schwanzlänge SB 2 5 ehem 1 6 
Öberschnabel längs der Firsstte . . . . 2.20 — 8 
Flügel bis zur Spitze der 3ten Schwinge . . . 3 1 
WEBER a RE le en a Te 
Innere und äussere Zee  . . 2» 2. 2. 2 41% 
TEE HREBBN ER De ur RAR ER 4 
Miitiere Zehe . . .. — 7 


Bei dem jungen Vogel ist die Kehle, der Hals, die Brust 
und die Bauchseiten schmutzig isabell, der Rücken und die Deck- 
federn der Schultern gelbgrau, mit Dunkelbraun längs der Mitte 
der Federn. Die gelbgrüne Farbe des Oberkopfs verbreitet sich 
weniger über den grüngrauen Nacken, als bei dem alten Vogel. 

Vorkommen während der Regenzeit einzeln in den Niederun- 
gen der abyssinischen Küste ; häufiger in Schoa. 

Bezüglich des an der abyssinischen Küste von mir einge- 
sammelten Ploceus aurifrons bemerke ich, dass schon Temmiänck 
bei der Beschreibung und Abbildung dieses Vogels (Pl. colo- 
riees Taf. 175) herausgehoben hat, wie derselbe durch einen 
kegelförmigen, gerade gestreckten und länglichen Schnabel von 
den andern Ploceusarten wesentlich abweiche, und in dieser 
Hinsicht den amerikanischen Icterusarten näher stehe. Diese 
abnorme Form muss den englischen Ornithologen entgangen 
seyn, denn sonst würden sie vielleicht für diesen einzelnen Vo- 
gel eine neue Untergattung in Vorschlag gebracht haben. Da 
dieser Vogel in Abyssinien nur ganz zufällig mir vorkam, so 
weiss ich nicht, ob Lebensweise ihn von den andern Ploceus 
entferne, mit welchen er durch die Färbung nahe verwandt ist. — 


Ich will hier noch eine kurze Beschreibung von zwei andern 


| 
| 


71 


Ploceus geben, welche von Schoa durch den Major Harris nach 
Europa gebracht wurden, und in den Londoner Sammlungen auf- 
gestellt sind, von mir aber nicht in Abyssinien beobachtet wur- 


den. Vermuthlich sind es neue Arten, 


Ploceus erythrocephalus. 


Kopf, Nacken, Brust und Hals feuerroth, nur am Kinn und 
von den Seiten des Schnabels an durch die Augen bis einschliess- 
lich der Ohrengegend ist die Färbung braunschwarz. Rücken, 
Flügel und Schwanz braungrau; der äussere Theil der Flug- 
so wie die Schwanzfeder sind feuerroth gesäumt; die grossen 
Deckfedern der Flügel auf der äussern Fahne hellgrau gerandet; 
Bauch, Schenkel und untere Schwanzdeckfedern weiss; Schna- 
bel roth, Füsse und Nägel rothbraun. Ganze Körperlänge 5’ 
8°; Flügellänge 3°; Länge des Tarsus 8°, 


Ploceus intermedius. 


Sehr nahe mit meinem Ploceus larvatus verwandte Art. 
Vorderkopf bis über den hintern Augenwinkel, Kehle, Oberhals 
und Öhrengegend schwarz, Hinterkopf wmd Nacken röthlich 
braungelb. Mitte der Brust orangengelb, Seiten des Halses und 
Unterkörpers eitrongelb. Rücken gelbgrün, gegen den Schwanz 
hin eitronengelb. Auf dem Nacken längs der Schafte der Federn 
ein bräunlicher Streif, Flügel dunkelbraun, die kleinen Deckfe- 
dern grasgrün, die mittleren und die Flugfedern strohgelb ge- 
randet, Schwanz hellbraun, die Federn nach aussen zu grasgrün, 
nach innen strohgelb fein gesäumt. Körperlänge 5’ 4’; Flü- 
gellänge 2° 8°’; Länge des Tarsus 9°, Schnabel schwarz, 
Füsse und Nägel hellbraun. 


ni A EN 1 
En 


Kreta. 5 PyW 238 # yo A er St ti 


72 


Taf. 30. 
Textor Dinemelli Horsfield. 


Weissköpfiger Webervogel. 


Diagnosis: Mas adult.: Capite, collo, pectore et ventre niveis,interscapulio, tergo, 
tectricibus et tibiis chocolatinis, remigum dimidio apicali et cauda um- 
brino-fusecis, illarum dimidio basali niveo, remigum secundariarum et 
tectricum mediarum vexillo externo albolimhato, macula scapulari, 
uropygio et crisso miniis, macula ante oculos, rostro et pedibus fuscis. 


Während ich mich mit der Herausgabe gegenwärtigen 
Werkchens beschäftigte, hat Herr @. R. @ray eine Abbildung 
von diesem schönen Webervogel in dem ersten Heft seiner Ge- 
nera of Birds unter vorstehendem Namen veröffentlicht, nach 
einem von Major Harris vor Kurzem aus Schoa nach England 
überbrachten Exemplare. Es ist mir lieb, dass ich hiervon zeitig 
genug Kenntniss erhielt, um meinen, diesem Vogel schon 
längst in unsrer Sammlung gegebenen Namen (T. leucocepha- 
lus) zu beseitigen, und zugleich auf das Gleichbedeutende bei- 
der Abbildungen aufmerksam zu machen. Uebrigens ist meines 
Wissens noch die Beschreibung des Vogels zu veröffentlichen, 
Ich erhielt nur ausgefärbte alte Männchen; das nämliche Ergeb- 
niss war in der nach London gemachten Sendung. Die äussere 
Beschreibung des Gefieders ist folgende: Kopf, Hals, Brust, 
Bauch und die Basalhälfte der Flugfedern ist weiss; Rücken- 
mitte, Flügeldeckfedern und Schenkel chocoladebraun ; Endhälfte 
der Flugfedern, äusserer Rand der ersteren derselben, und Steuer- 
federn dunkelbraun; die äussere Fahne der mittleren Deck- 
und hintern Flugfedern ist weisslich gerandet. Ein kleiner Flecken 
am Flügelbug, nebst Bürzel und Steiss sind lebhaft feuerroth. 
Schnabel schmutzig blauschwarz, nackter Flecken vor den 
Augen schwärzlich, Füsse und Nägel dunkelbraun. 


* vr. al (N “ TR 4 Pad) N w 
NT ad Be: 
h 


73 


Ganze Körperlänge ld)... - raw) DOREE 
Schwanz besonders gemessen . . » 2...2 6 
Oberschnabel längs der Firstte . . 2 2 2.20 84 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder 4 2 
ee. 5 06 en a tm hey ai run 
BeuaBere Zehen ia cd ne 
innere und hintere Zehe . „= » = 2.2 ..—, 93 
tere Zehe en 

Es wäre interessant zu beobachten, ob dieser Vogel gleich 
dem Textor Alecto vorzugsweise mit Viehheerden gesellig zu- 
sammen lebt, und ob auch er gleich diesem eine auffallende Ent- 
wickelung der Ruthe besitzt. 


Coliuspasser. 


Herr @. R. Gray hat in seinen Genera of Birds, Heft b\ 
meine als Untergattung von den Viduen des Curier getrennten 0% 
Coliuspasser wieder mit denselben vereiniget; ich muss beken- 
nen, dass mir dieses auffällt, denn der ausdrückliche Charakter 
der Gattung Vidua bestehet darin, dass die obern Schwanzdeck- 
federn stark verlängert sind, die Steuerfedern aber nichts ab- 
normes haben, während gerade das Gegentheil der Charakter 
des Coliuspasser ist, wo die Schwanzdeckfedern von gewöhn- 
licher Grösse, die langen Steuerfedern aber die Vergrösserung 
des Schwanzes veranlassen. Dass der von mir in der abyssini- 
schen Fauna als Coliuspasser flavoscapulatus benannte Vogel 
identisch mit Loxia macrura Linn. Gmel. ist, welche Buffon auf 
Taf, 183, Fig. 1 abbildete, und über welche dabei erklärt wird, 
dass Bruce den Vogel als eine von ihm beobachtete abyssini- 


sche Art erkannt hat, war mir entgangen. 


74 


Plocepasser. 


Ein dem von Dr. A. Smith in Südafrika entdeckten Plo- 
cepasser Mahali *) ungemein ähnlicher Vogel fand sich in der 
mir gemachten Sendung von Schoa vor. Der ganze Unterschied 
beschränkt sich darauf, dass bei jenem der etwas mehr robuste 
Schnabel verwaschen braunroth, bei demjenigen aus Schoa aber 
schwarz ist; dass ferner bei jenem der Bauch schmutzig isa- 
bell, bei diesem rein weiss ist; bei jenem die dunkelbraunen | 
Steuerfedern nicht allein am Ende, sondern auch seitlich weiss 
gesäumt sind, während der nordafrikanische Vogel nur das Ende 
der Steuerfedern weiss gerandet hat. Vielleicht ist das Ganze 
nur climatische Varietät, die ich provisorisch mit dem Namen 


Plocepasser melanorhynchus zu bezeichnen vorschlage. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Kegelschnäbel. 


Conirostres. 
A. Unterabtheilung der Raben. Corvidae. 


1) Glaucopinen. Callaeatinae. 


233. Ptilostomus (Swainson) senegalensis, Gmel. Buffon Taf. 538, in klei- 
nen Familien in Kordofan und Abyssinien. 


2) Corvinen. Corvinae. 


234. Pica (Brisson) caudata, Ray oder Corvus Pica Linn. Buffon Taf. 
438, im Winter in Unteregypten. 

235. Corvus (Linn.) cornir Linn. Gmel. Buffon Taf. 76, im Winter in 
Unteregypten und Arabien. 

236. „ monedula, Linn. Buffon Taf. 523, 


2 ; häufig in Unteregypten. 
237: „» frugilegus, Linn. Buffon Taf. 484, 


*) Zool. of South Africa, Aves Taf. 65. 


238. 


239. 
240. 
241. 
242. 


243. 


244 


245. 


246. 


247. 


248. 


249. 
250, 


251. 
252. 


253. 


75 


Corvus scapulatus, Daudin') Swainson Birds of West. Afr. I. Taf. 5, 
ungemein häufig in Nubien, Abyssinien und Kordofan. 
„  Aaffinis, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 10, Fig. 2, Abyssinien. 
„ eapensis, Le Vaillant, Ois. d’Afr. Taf. 52, Abyssinien. 
» umbrinus, Hedenborg, Egypten, Nubien, Arabien. . 
Corvultur (Lesson) crassirostris, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 8, 
häufig in den höheren Gegenden Abyssiniens. 


3) Fregilinen. Fregilinae. 


Freyilus (Cuvier) graculus, Linn. Buffon Taf. 255, in kleinen Fa- 
milien auf den höchsten Bergen von Arabien und Abys- 
sinien. 


B. Unterabtheilung der Staare. Sturnidae. 


1) Ptilonorhynchinen. Ptilonorhynchinae. 


Ptilonorhynchus (Kuhl) albirostris, Rüpp. Wirbelth. Taf 9, Fig. 1 
und 2, Familienweise in ganz Abyssinien. 
Lamprotornis (Temminck) oder Calornis (Gray) leucogaster, Temm. 
Buffon Taf. 648, Fig. 1, truppweise in Abyssinien. 
„  nitens, Temm. Buffon Taf. 561, häufig in Nubien und Abys- 
sinien. 
„  rufiventris, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 11, Fig. 1, häufig 
in Abyssinien, Sennaar und Kordofan. 
PR chalybäus, Ehrenberg, Symbolae Physicae Aves 1. Taf. 10, 
häufig in Abyssinien. 
„ superbus, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 26, Schoa. 
„ aeneus, Linn. Gmel. (Gattung Juida des Lesson) Le Vaill. 
Ois. d’Afr. Taf. 87, häufig in Sennaar. 
» Purpuropterus, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 25, Schoa. 
„ morio, Temminck, Le Vaill. Ois. d’Afrique Taf. 83, in zahl- 
reichen Familien in Abyssinien. 
» (22) tenwirostris, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 10, Fig. 1, 
scharenweisein verschiedenen Provinzen von Abyssinien. 


") Swainson glaubte, dass der südafrikanische Corvus scapnlatus von 


dem des nördlichen verschieden sei; dieses ist aber nicht der Fall, daher 
Swainson’s neuer Name für letzteren (€. leuconotus) wegfallen muss. 


254. 


255. 


256. 


257. 


258. 
259. 


260. 
261. 


262. 


263. 
264. 
265. 
266. 


267. 
268. 
269. 


76 


2) Madenhacker. Buphaginae. 


Buphaga (Linn.) erythrorhyncha, Stanley, Temm. Taf. 465, in gros- 


sen Scharen auf den Weideplätzen in Abyssinien. 


3) Staare. Sturninae. 


Dilophus (Vieillot) carunculatus, L. Gmel. Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 


93, strichweise während der Regenzeitin grossen Schaa- 


ren in Nubien und Abyssinien. 


Sturnus (Linn.) vulgaris, Linn. Buffon Taf. 75, im Winter in Unter- 


egypten. 


C. Unterabtheilung der Fringillen. Fringillidae. 


1) Webervögel. Ploceinae. 


Textor (Temm.) alecto, Temm. Taf. 446, Kordofan, Sennaar und 


„ 


Abyssinien. 
Dinemelli, Horsfield Rupp. system. Uebersicht Taf. 30, Schoa. 


Ploceus (Cuvier) flavoviridis, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 29, 


BR] 


” 


” 


Rh) 


Abyssinien und Schoa. 
larvatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 32, Fig. 1, Abyssinien. 
galbula, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 32, Fig. 2, Abys- 
'sinien. 
rubiginosus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 33, Fig. 1, Abys- 
sinien. 
(??) aurifrons, Temm. Taf.175, Sennaar und Abyssinien. 
erythrocephalus, n. sp. von Major Harris, Schoa. 


intermedius, n. sp. von Major Harris, Schoa. 


Euplectes (Swainson) zanthomelas, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 


28, sehr häufig in Abyssinien. 
abyssinicus, Buffon, Latham, Abyssininn. 
ignicolor, Ehrenberg, Symbolae Taf. 2, Nubien. 
flammiceps, Swainson, Birds of Western Africa Vol. 2, 
Taf. 13, Abyssinien. 


2) Kernbeisser. Coccothraustinae. 


270. Fidua (Cuvier) paradisea, Linn. Gmel. Vieillot ois. chant. Taf. 37, 
scharenweise in Abyssinien und Sennaar. 

271. „  erythrorhyncha, Swainson, Vieillot Taf. 36, Abyssinien 
und Sennaar. 

272. Coliuspasser (Rüppell) macrurus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 183, Fig. 
1, oder besser Brown Illust, Taf. 11, einzeln in Abys- 
sinien. 

273. „ torguatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 36, Fig. 2, Abyssinien. 


3) Finken. Fringillinae. 


274. Estrilda (Swainson) caerulescens oder Fringilla astrild Linne, Vieil- 
lot ois. chant. Taf. 12, Kordofan, Sennaar und Abyssinien. 
275. » bengalus, Linn. Gmel. Vieillot Taf. 5, ebendaher. 


276. „ Minima, Vieillot, Taf. 10, ebendaher. 

ETT. „ einerea, Vieillot, Taf. 6, ebendaher. 

278. „» elegans *), Vieillot Taf. 25, Nubien und Abyssinien. 

279. „ eantans, Linne, Brown Ill. Taf. 27, Fig. 2, Sennaar und 
Kordofan. 


280. Amadina (Swainson) detruncata, Lichtenst. Vieillot Taf. 58, Nu- 
bien und Kordofan. 

281. „» nitens, Vieillot Taf. 21, Nubien, Kordofan und Abyssinien. 

2832. „ frontalis, Vieillot Taf. 16, ebendaher. 

283. „ larvata, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 36, Fig. 1, Abyssinien. 

284. „» polyzona, Temm. Taf. 221, Fig. 2 und 3. Abyssinien. 

285. Serinus (Brehm?) Zuteus, Lichtenst. Temm. Taf. 365, Nubien. 

286. „  eürinelloides, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 34, Fig. 1, Abys- 
sinien. 

287. „ nigriceps, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 34, Fig. 2, Abyssinien. 

288. „  ranthopygius, Rüpp. ebendaselbst Taf. 35, Fig. 1, Abys- 
sinien. 

289. „  tristriatus, Rüpp. ebendaselbst Taf. 35, Fig. 2, Abyssinien. 

290. Cannabina (Brehm oder Linaria Brisson) linaria, Linn. Gmel. Buf- 
fon Taf. 151, Fig. 1, im Winter in Egypten. 


*) Swainson’s Untergattung Pytelia. 


La. +7 


Beh 7 9» I 


78 

291. Passer (Brisson) domesticus, Linn. sehr häufig in Egypten und Ara- 
bien. 

292. „ eisalpinus, Temm. häufig in Egypten und Nubien. 

293. »;  hispaniolensis, Temm. Descript. de l’Egypte Ois. Taf. 3, 
Fig. 7, scharenweise in Unteregypten. 

294. „» montanus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 267, Fig. 1, Egypten. 

295. „»  Swainsonü, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 33, Fig. 2, sehr 
häufig in Kordofan, Sennaar und Abyssinien. 

4) Ammer. Emberizinae. 

296. Emberiza (Linn.) hortulana, Linn. Gmel. Buffon Taf. 247, Fig. 1, 
im Winter als Zugvogel in Abyssinien und Egypten. 

297. „» Miliaria, Linn. Gmel. Buffon Taf. 233, im Winter in Egypten. 

298. » (Fringillaria, Swainson) flavigaster, Rupp. Atlas Taf. 25, 
Kordofan. 

299. „» septemstriata, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 30, Fig. 2, Abys- 
sinien. 

300. „ striolata, Rüpp. Atlas Taf. 10, Fig a, Nubien. 

301. „ eaesia, Rüpp. Atlas Taf. 10, Fig. b, Egypten und Abyssinien. 

302. Plocepasser (A. Smith) supereiliosus, Rüpp. Atlas Taf. 15, Sennaar 


303. 


und Abyssinien. 
„ melanorhynchus oder P. Mahali varietas, Smith, South. Afr. 
Zool. Vögel Taf. 65, Schoa. 


5) Lerchen. Alaudinae. 


304. Certhilauda (Swainson) desertorum, Stanley, Rüpp. Atlas Taf. 5, 


Nord-Afrika und Arabien. 


305. Melanocorypha (Boje) calandra, Linn. Buffon Taf. 363 Fig. 2, 


häufig im Winter in Nubien und Eg;ypten. 


306. „»  brachydactyla, Leissler Wetterauer Annalen Band 3, Taf. 
19, ganz Nord-Afrika. 

307. „ tsabellina, Temm. Taf. 244, Egypten und Arabien. 

308. Otocornis (Boje) bilopha, Rüpp. Temm. Taf. 244, peträisches Ara- 


309 


bien. 
. Galerita (Boje) eristata, Linn. Buffon Taf. 503, Fig. 1, häufig in ganz 
Nord - Afrika. 


310. 


311. 


312. 


313. 
314. 
315. 


316. 
317. 


318. 


319. 


320. 


321. 


322. 


323. 
324. 


225. 


79 


Alauda (Linn.) arvensis, Linn. Buffon Taf. 363, Fig. 1, im Winter 
in Nord-Afrika. | 

Megalophonus (G. R. Gray) ruficeps, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 38, 
Fig. 1, häufig in Abyssinien. 

Macronyxz (Swainson) flavicollis, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 38, 
Fig. 2, häufig in Abyssinien. 


6) Pyrrhulinen. Pyrrhulinae. 


Pyrrhulalauda (Smith) erueigera, Temm. Taf. 269, Fig. 1, Arabien. 
„ leucotis, Stanley Temm. Taf. 269, Fig. 2, Nubien. 

Pyrrhula (Brisson) githaginea, Lichtenst. Temm. Taf. 400, Egyp- 
ten und Nubien. 

sinaica, Liehtenst. Temm. Taf. 375, peträisches Arabien. 

striolata, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 37, Fig. 1, Abyssinien. 


„ 


” 
D. Unterabtheilung der Klammervögel. Colidae. 


Colius (Linn.) senegalensis, Linn. Vieillot Galerie Taf. 51, fami- 
lienweise häufig in Sennaar und Abyssinien. 

leucotis, Rüppell. Mus. Senckenberg. Vol. 3, Taf. 2, Fig. 1, 
häufig in Abyssinien. 


„ 


E. Unterabtheilung der Hornvögel. Bucerotidae. 


Tragopan (Möhring) abyssinicus, Gmel. Buffon Taf. 779, häufig in 
kleinen Familien in Kordofan und Abyssinien. 
Buceros (Linn.) eristatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 1, einzeln in 
Abyssinien, häufig in Schoa. 
Tockus (Lesson) erythrorhynchus, Latham Buffon Taf. 260, häufig 
in Kordofan, Nubien und Abyssinien. 
nasulus, Latham Buffon Taf. 890, Nubien und Abyssinien. 
flavirostris, Latham, neue Wirbelth. Taf. 2, Fig. 1, Abys- 
sinien. 
limbatus, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 2, Fig. 2, selten in 


” 


Abyssinien. 


80 


F. Unterabtheilung der Pisangfresser. Musophagidae. 


326. Turacus (Cuvier) leucotis, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 3, familien- 
weise häufig in Abyssinien. 
| 327. Chizaerhis (Wagler) zonura, Rüpp. neue Wirbelthiere Taf. 4, fami- 
b. lienweise seltner in Abyssinien. SR 
328. „» personata, Rüpp. Zool. Soc. Transact. Vol. 3, Taf. 16, Schoa. 
329. » leucogaster, Rüpp. Zool. Soc. Transact. Vol. 3, Taf. 17, 
Schoa. H 


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Dritte Ordnung. 
Klettervögel. Scansores. 


Ich habe von den nordafrikanischen, zu dieser Ordnung 
gehörigen Vögeln vor einigen Jahren im dritten Band des Mu- 
seum Senckenbergianum eine vollständige Uebersicht veröffent- 
licht, als ich mehrere dazu gehörige neue Vögel beschrieb; die 
Abbildungen letzterer erscheinen nun in gegenwärtigem Werk- 
chen, wobei jene Beschreibungen zu ihrer Erläuterung wieder 


gegeben werden müssen, 


Familie der Sittiche. Psiftacidae. 
Pionus - Papageien. 


Taf. 31. 
Pionus flavifrons Rüppell. Gelbstirniger Pionus - Papagei. 


Diaynosis: Fronte et regione ophthalmica eitrinis, sincipite, collo, pectore, dorso 
tectrieibusque psittacinis, pennarum margine alliaceo; ventre, uropygio, 
tibiis et crisso Nlavovirentibus, remigibus et cauda rufescenti - umbrinis 
marginem versus virescentibus; rostro valido, maxilla sordide caeruleo- 
cinerascente, mandibula albicante. 


Körpergrösse ungefähr ein Sechstheil grösser als bei Psit- 
tacus Meyeri; Vorderkopf und Augengegend schön ceitrongelb; 


Ornith. von N.0. Afr. 6 


u | 


wir 


Bad 


82 


das ganze übrige Gefieder verschiedentlich grün nüaneirt. Hin- 
terkopf, Nacken, Vorderrücken, Hals, Brust und Flügeldeckfe- 
dern sittichgrün, der Rand der Federn mit hellem lauchgrünem 
Schiller. Bürzel, obere und untere Schwanzdeckfedern, Bauch 
und Schenkel zeisiggrün, ins reine Grasgrüne übergehend; 
Flugfedern und Schwanz röthlichbraun, nach dem freien Rande 
zu ins Gelbgrüne übergehend. Schnabel sehr robust, der obere 
schmutzig bläulichgrau, der untere weisslich. Iris ziegelroth, 
Füsse rothbraun. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Schwanzende 2... 0.04 sn. A 
Schwanz besonders gemessen -. . . 2 ......2- 9 
Oberschnabel längs der Krümmung der Firsste . . 1 2 
Dessen Breite an der Basis a ie 
Länge. des Tarsua. » 7 4,14 ad 4. Are a 6 re 
Aeussere rückwärts gebogene Zehe . . . ..— 9 
Mütlere Zehbe- 4 u.s01 00100 $10eieneı Hawzt lab re Ko 
Iomere Zebe  .. ::, 220.0: 2 20005 Ge 
Hintere Zehie:... =. 22.2 24. 0m wa ae DT Auer, 


Durch Major Harris sind gleichfalls mehrere Exemplare 
dieses Vogels nach England von Schoa gebracht worden, die 
alle ganz gleich sind, mit Ausnahme der bereits von mir be- 
obachteten unterschiedlichen Ausbreitung der gelben Farbe am 
Vorderkopfe, welches aber nicht vom Alter oder Geschlecht 
herrührt, sondern zufällig seyn dürfte. 


Taf. 32. 


Pionus rufiventris Rüppell. Rothbäuchiger Pionus-Papagei. 


Diagnosis: Avis adult.: Capite et collo ex cinerascente vinaceis, pennarum parte 
mediana subrufescente; pectore, dorso, alis et cauda ex umbrino - viri- 
descentibus, uropygio, tibiis et crisso flavovirentibus, illo pennarum 
margine psittacino; ventre laete minio; stria nigra a basi maxillae ad 
oculos; rostro caeruleo - cinerascente. 


Durch Körpergrösse und Schwanzform ähnelt dieser Vogel 
sehr dem Psittacus senegalus, dem er sich auch durch die Ver- 
theilung der Hauptfarben annähert, aber bei der abyssinischen 
Art ist der Schnabel unter gleichem übrigen Verhältnisse bei 
weitem stärker. Kopf, Hals, Nacken und Brust graubraun, ins 
Grünliche spielend, nach der Federnmitte ins Rothbraune ver- 
laufend, wodurch das Gefieder in gewisser Richtung wie ge- 
fleckt erscheint. An der Ohrengegend ist die Farbe etwas lich- 
ter, dagegen auf der Brust dunkler, wo diese Farbe in einer 
stumpfwinkeligen Grenzlinie sich von dem lebhaften Mennigroth 
des Bauchs absondert. Zwischen der Basis des Oberschnabels 
und dem Auge ist ein schwärzlicher Strich. Flügel, Rücken und 
Schwanz grünlichbraun; Bürzel, Schenkel, Aftergegend und un- 
tere Schwanzdeckfedern gelbgrün; an ersterem sind die Federn 
mit sittichgrünem Rande, unter dem Bug sind die Flügel mennig- 
roth. Schnabel bläulich dunkelgrau, Füsse dunkelbraun. 


Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


BO WERE Sn ne ine veryean! Dr 
Schwanz besonders gemessen . . . . . 2... 2 6 
Oberschnabel längs der Krümmung der Firse . . 1% 
Dessen Breite an der Basis . . . RE le : 


Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der dritten 
BERHOBBr. 5 VRR T RTE Bu HZ PN Eee 
Bags Barsus  . u... REN, 
6* 


, RR in 


84 
Mitiere Zehe ee ER FE Ve 
Aeussere rückwärtsgebogene Zehe Bin 
Innere Zeche : „ee... 10 SR BT A EZ EEE 
Bintere Zehe\, Cena . .. ee En 


Bei jüngeren Vögeln fehlt die rothbraune Schattirung in der 
Mitte der Federn des Kopfs und der Brust. Von der Brust nach 
dem Bauche verläuft die Farbe in ein schmutziges Braungrün, 
die Federn nach den Schenkeln zu sind mit gelbgrünem Rande. 

Diese beiden Pionus-Papageien sind mir von Schoa über- 
schickt worden, wo sie scharenweise zusammen leben müssen, 
da die neueren Naturaliensendungen aus jenem Lande viele der- 


selben überbrachten. 


Familie der Spechte. Pieidae. 


Taf. 33. 


Dendrobates schoensis, mas adult, Rüppell. 
Schoanischer Specht. 


Diaynosis: Mas adult.: Pico biarmico Cuvieri paulo majore, capite et collo ni- 
! gris, fronte et vertice albo - punctulatis, sincipite coccineo, lateribus 
colli vittis duabus albis, prima a margine orbitali superiori, nucham 
versus, ubi deflexa, altera a basi rostri arcuata sub regionem paroticam 
decurrente; medio gulae stria verticali punctulis albis, pectore nigro 
fumigato, pennarum apice partim sordide cinerascente; dorso, scapu- 
lis, alarum tectricibus, remigibus rectricibusque fusco - umbrinis, trans- 
verse albido - isabelline undulatis; rachibus remigum et rectricum, 
harumque apieibus viride-favis; corpore subtus a pectore ad crissum 
umbrino - cinerascente, lineis canescentibus variegato, rostro et pedi- 

bus fuseis. 


Von diesem schönen Specht kenne ich nur das ausgefiederte 
Männchen. Dessen Vorderkopf ist braunschwarz, die Federn mit 


N 


85- 


weisslichen Endspitzen; Oberkopf scharlachroth; ein weisser 
breiter Streifen über und unter dem Auge, ersterer hinter der 
Ohrengegend längs den Seiten des Halses abwärts verlaufend. 
Auf der Mitte des Vorderhalses ein verticaler, weiss und schwarz 
gescheckter Streifen, von einer breiten schwarzen Binde begrenzt, 
die vom Unterschnabel beginnend zuerst nach der Brust ab- 
wärts, dann an der Seite des Halses aufwärts und über die 
Ohrengegend vorwärts bis zum Auge verläuft. Der Nacken ist 
schwarz. Der Rücken, die Flügel und der Schwanz sind grün- 
braun, mit feinen weisslich isabellenen wellenförmigen Quer- 
streifen. Auf den Flugfedern ist der Rand der äusseren Fahne 
mit kleinen, die innere Fahne mit grossen isabellenen Flecken. 
Der Bürzel und Schwanz hat einen gelbgrünen Farbenanflug; der 
Schaft der Flug- und Steuerfedern, so wie die Endspitze der 
letzteren ist lebhaft grüngelb. Brust dunkelbraun, die Endspitzen 
der Federn hellgrau; der Bauch und die unteren Schwanzdeck- 
federn grau und braun in die Quere gestreift. Schnabel und Füsse 
dunkelgraublau, Iris roth. Die Spitze des Oberschnabels abge- 


stutzt. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
a ee re 
Schwanz besonders gemessen : .. ..... “m uw, 
Oberschnabel längs der Firste . . . De a 
Flügel vom Bug bis zur Spitze der dritten nn Elngfeder I. — 
Länge der rückwärts gerichteten äussern Zee. . — 7% 
Länge der vordern äussern Zehe (Mittelzehe) . . — 7 


Dieser Specht hat viele Aehnlichkeit mit dem in Südafrika 
vorkommenden Picus biarmieus Cuv. (Le Vaillant Taf. 251), 
den er übrigens in Gesammtgrösse des Körpers und Schnabel- 
länge übertrifft; das Eigenthümliche des Dendrobates schoensis 
ist, dass der schwarze Streifen der OÖhrengegend mit demjeni- 
gen des Unterkiefers auf den Halsseiten in Verbindung steht 


2, 


86 
während beide in der cap’schen Species durch den breiten weis- 
sen Zügel vollständig getrennt sind. 


Vaterland: die Provinz Schoa. 


Taf. 34. 
Dendrobates poicephalus Swainson. 


Grauköpfiger Specht. 
Synonym: Picus poliocephalus? Cuv., Wagler Syst. Avium Nro. 47. 
Diagnosis Feminae : Capite, collo, corporeque infra canis, pectore et abdomine 
subolivaceo - tinctis, inter pedes macula abdominali coccinea; dorso et 
tectricibus alarum ex olivaceo flavovirentibus; tergo et uropygio coc- 
cineis, alis et cauda umbrino-virentibus rachibus fuseis, vexillo externo 
rectricum lateralium serie punctorum flavicantium, remigum prima- 


riarum dimidio basali externe maculis viridibus, interne maculis flavis, 
secundariis olivaceo - marginatis; rostro et pedibus fuseis. 


Dieser Vogel, den ich fraglich vor drei Jahren als das 
Weibchen von Swainson’s Dendrobates poicephalus *) beschrieb, 
hat sich bei meiner in London gemachten Vergleichung wirk- 
lich als solches bewährt; der rothe Flecken an der Mitte des 
Hinterleibes, dessen Swainson in seiner Beschreibung nicht er- 
wähnte, findet sich immer vor, aber meist nur ganz schwach 
angedeutet. Es ist mir seitdem ein Zweifel geworden, ob dieser 
Specht nicht auch mit Cuvier’s Picus poliocephalus **) vom Se- 
negal identisch ist, welches ich der Untersuchung der Pariser 
Naturforscher überlassen muss. 

Ich besitze von diesem Vogel nur ein Weibchen; es hat 
den ganzen Kopf, den Hals und die untere Körperseite asch- 


rau, von der Brust an abwärts mit einem srüngelben Anflu 
’ fo} {eo} ’ 


*) Birds of western Africa Vol. 2. Seite 154. 
”") Wagler Syst. avium, Picus Nro. 47. 


87 


Vorderrücken und Flügeldecken zeisiggrün ins Olive übergehend, 
Hinterrücken und Bürzel, so wie ein Fleck längs der Bauchmitte 
bis zum After scharlachroth, Flügel und Schwanz grünlichbraun, 
am Aussenrande der seitlichsten Steuerfeder gelbliche Pünkt- 
chen. Die Federnschafte glänzend braunschwarz. An der obern 
Hälfte der Flugfedern die äussere Fahne grün gefleckt, die Flug- 
federn der zweiten Ordnung olivengrün gerandet, die innere 
Fahne aller Flugfedern mit gelblichweissen halbrunden Abzeich- 


nungen. 
Be Körperläüper ma a ee 
Schwanzlänge besonders gemessen . . . .»..2 .— 
Länge des Oberschnabels . . . . .. — 10% 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 4ten Flugfeder 4 2 
Länge der äusseren rückwärtsgebogenen Zehe . — 6% 
„ der vordern (Mittel-) Ze . . . 2... % 


Iris dunkelbraun, Füsse und Schnabel schwärzlich blaugrau. 

Es ist diese Species im nördlichen tropischen Afrika der 
Repräsentant des in Südafrika vorkommenden von Le Vaillant 
abgebildeten Picus capensis Latham (Le Pic olive Le Vaill. 
T. 248 und 249.) 


Taf. 35. 


Dendrobates Hemprichi, mas Ehrenberg. 
Hemprich’s Specht. 


Diagnosis: Mas adult.: Fronte et loro malari sordide flavo-umbrinis, pileo et oceci- 
pitis crista coccineis, gula striaque supra- et infraorbitali albidis, re- 
gione parotica fusca, pennarum margine albido, cervice, dorso et alis 
umbro - fuscis, lineis transversis albidis variegatis} cauda umbrine et 
isabelline fasciata, rachibus remigum et rectricum laete flavis; tectri- 
cibus superioribus caudae rufescentibus; gastraeo cinerascente, pec- 
tore striis Iongitudinalihus, abdomine et crisso fasciis transversis um- 
brinis variegatis. 

Femina a mari differt : Fronte umbrino - fusciore, pileo et nucha ni- 
gricante. 4Jvis juvenis: Capite supra, regione parotica, loro malari et 
dorso colore cervino, alis, crisso et cauda umbrinis albo - fasciatis, 
stria infra- et supraorbitali gulaqgue albis, gastraeo sordide cinerascente 
cervine striolato. 


Von diesem Spechte, den ich im Jahr 1825 in verschiede- 
nen Exemplaren in Kordofan einsammelte, erhielt einige Zeit 
nachher Professor Ehrenberg an der abyssinischen Küste auch 
ein Individuum, dessen Beschreibung er in den Symbolae physi- 
cae unter obigem Namen veröffentlichte, ohne jedoch über Ge- 
schlecht des Vogels Auskunft geben zu können. Bereits in mei- 
nen abyssinischen Wirbelthieren, Vögel Seite 59 gab ich als 
Ergänzung hiervon eine kurze lateinischeBeschreibung der durch 
Geschlecht und Alter verursachten Verschiedenheiten, die ich 
nachfolgend zur Erklärung der Abbildung des Männchens in 
deutscher Sprache wiederhole. 

Das ausgefiederte Männchen hat die Stirn hell gelbbraun, 
die Endspitzen aller Federn etwas lichter; ein braungrauer Zü- 
gel an der Basis des Unterkiefers; Ohrengegend zart braun und 
weiss gestreift; Oberkopf und Schopf des Hinterkopfs feuer- 
roth; Nacken, Rücken und Flügel dunkelbraun mit Weiss gebän- 
dert; Schafte der Flugfedern hellgelb; Schwanz dunkelbraun 
und isabell gebändert, obere Schwanzdeckfedern mit mennig- 


89 


rothem Anflug; Kehle weisslich, Bauchseite hellgrau, die Brust 
mit breiten Längsstreifen, der Bauch mit Querbinden von brau- 
ner Farbe. Schnabel, Füsse und Nägel hornfarbig. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Schwanzende a a 
Schwanz besonders gemessen . - : » . .. 1 .4 
Oberschnabel längs der Firste . . . .— 8 


Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Plugfeder . 3. — 
Die rückwärts gerichtete äussere Zehe und die Mit- 

Ve a N 
Biere Zehe re ee 

Bei dem Weibchen ist die Stirn kaffeebraun, der obere und 
Hinterkopf schwarzbraun, sonst alles wie bei dem Männchen. 
Der junge Vogel hat den Oberkopf, die Ohrengegend, den Rücken 
und den Zügel an der Basis des Unterschnabels rehfarbig, Strei- 
fen über und unter dem Auge und die Kehle weiss, die Flügel, 
der Steiss und Schwanz kafleebraun mit weissen (Querstreifen, 
die Bauchseite schmutzig hellgrau, längs der Federnschafte einen 
rehfarbigen Streifen. Die Schafte der Schwanzfedern sind grau- 
braun. 

Diese niedliche Spechtart lebt paarweise in den abyssini- 
schen mit Baumpartieen durchsetzten Thälern; ich fand sie häufig 
in Kordofan und sicherlich wird sie auch in dem dazwischen 
liegenden Sennaar anzutreffen seyn. Le Vaillant's Pie a baguettes 
d’or (Vis. d’Afr. Taf. 253), der Picus fulviscapus des Illiger, 
ist der südafrikanische Repräsentant dieses Vogels. 


90 


Taf. 36. 


Dendromus aethiopieus, mas Hemprich. 
Aethiopischer Specht. 


Diaynosis: Mas adult.: Capite supra, occipite subcristato loroque laete coceineis, 
stria supraorbitali, fascia a naribus regionem paroticam versus, mento 
gulaque ex albo - flavicantibus; regione parotica nigricante pennarum 
margine laete cinerascente, lateribus colli albidis permultis maculis 
nigris variegatis; auchenio, dorso et alis umbro-virentibus fasciis et 
maculis albidis variegatis, interscapulio et uropygio subprasine induto; 
cauda umbrina flavo-isabelline fasciata, rachibus et apice citrinis;z 
pectore et abdomine albido - flavicantibus, maculis rotundis nigris va- 
riegatis; rostro, pedibus et unguibus colore corneo. 

Femina adulta a mari differt: Fronte et occipite nigris maculis albis 
punctatis; loro et regione parotica nigris, pennarum margine laterali 
albo. 


Vier durch Färbung und Grösse sehr nahe verwandte 
Spechte, zur Untergattung Dendromus gehörig, bewohnen den 
afrikanischen Continent. Swainson in seinem gehaltvollen Werk- 
chen über die Vögel von West-Afrika beschrieb zwei derselben 
ausführlich *), den einen als Dendromus chrysurus, den andern 
als D. punctatus, welches letztere synonym mit Picus punctatus 
Cuvier und P. nubicus Lichtenstein ist, die Wagler als Picus 
punctuligerus beschrieben hat. Jener ist charakterisirt durch 
die Färbung der Stirn und des Vorderkopfs des Weibchens, die 
schwärzlich einfarbig ist; dieser, dass bei dem Weibchen die 
Federn des Zügels weiss sind, an den Endspitzen mit einem 
schwarzen Flecken. Buffon hat ihn auf Taf. 667 als Pic tachete 
de Nubie abgebildet. Die dritte Art ist der von Le Vaillant auf 
Taf. 250 abgebildete Pic tigre, welchen Wagler als Picus nota- 
tus aufführt, dessen Weibchen am Mund gar keinen Zügel haben 
soll, und wo die Seiten des Kopfs nebst der Kehle schmutzig 


gelbweiss mit vielen dunkelbraunen kleinen Flecken und der 


*) Birds of western Africa Vol. 2. Seite 158 und 163. 


91 . 


Vorderkopf olivengrün mit gelblichem Streif am Schaft ist. Von 
einer vierten Art entdeckte der verstorbene Hemprich nur das 
Weibchen, welches er an der abyssinischen Küste einsammelte, 
und es ist als Picus aethiopieus im ersten Hefte der Symbolae 
physicae, Aves, Bogen V beschrieben *). Ich habe beide Ge- 
schlechter dieses Vogels ziemlich häufig in Nubien, Kordofan 
und Abyssinien erhalten; obgleich der Unterschied von jenem 
Picus punctatus des Curier nur höchst unbedeutend ist, so ent- 
schloss ich mich doch, das Männchen dieser angeblich neuen 
Art abzubilden, und dabei beide Geschlechter genau zu beschrei- 
ben, es späteren Naturforschern überlassend, darüber ein Ent- . 
scheidungsurtheil zu fällen **), welche jener vier vorstehend 
bezeichneten Arten als synonym wegfallen müssen. 

Bei dem Männchen von Dendromus aethiopieus ist der 
ganze obere und Hinterkopf und ein Streif von der Basis des Un- 
terkiefers rückwärts bis unter die Ohrengegend verlaufend leb- 
haft scharlachroth. Ein gelblicher, ins Weisse übergehender 
Streifen von den Nasenlöchern bis zum Auge und unterhalb und 
über denselben als Begrenzung der scharlachrothen Farbe; Kehle 
gelblich weiss; Ohrengegend schwärzlich, die Federn mit feinem 
weissem seitlichem Saume. Seiten des Kopfes nach dem Nacken 
grauweiss, jede Feder gegen das Ende mit einem schwarzen 
Flecken. Rücken grünbraun, alle Federn mit weisslichem Ende 
und theilweise unterbrochenen Querstreifen ; der Vorderrücken 
und Bürzel spielt etwas ins Gelbgrüne. Die Schafte der Flugfe- 
dern sind eitrongelb, das Enddrittel ihrer innern Fahnen einför- 


mig dunkelbraun, der Rand ihrer äussern Fahnen mit gelblich- 


*) Worauf sich das in jener Beschreibung angegebene: „Taenia nigra ob- 
soleta inter oculos et vceiput“ beziehen soll, weiss ich wirklich nicht. Ist damit 
der schwarze Zügel mit weissem Seitenrande unter den Augen gemeint ? 

"*) In London hielten einige Ornithologen den Dendromus acthiopieus iden- 
tisch mit D. chrysurus Swainson, welches aber nicht wohl möglich ist, in Berück - 
sichtigung der verschiedenen Färbung des Vorderkopfes der Weibchen. 


m 


92 


weissen Flecken. Der Schwanz ist dunkelbraun mit Braungelb 
gebändert, und mit citrongelben Schaften und Endspitzen. Die 
Bauchseite ist weisslichgelb, auf jeder Feder mehrere grosse, 
gewöhnlich eirunde braunschwarze Flecken. Schnabel, Füsse 
und Nägel röthlichbraun, Iris cochenillroth. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Schwanzenleh 1. vn RITTER 
Schwanzlänge besonders gemessen . . ...2 8 
Länge des Oberschnabels . . . u |. 
Vom Flügelbug bis- zur Spitze der Sten Flugfeder . 4 4 
Die äussere Vorder- und Hinterzehe gleich lang, 

mesben? Li Bunte... ih ANNE 
Länge des Tarsus . . BEE 212 


Das Weibchen hat den Vorder- und | Oberkopf schön 
schwarz, die Endspitzen jeder Feder mit einem eirunden weis- 
sen Flecken. Die Federn des von der Basis des Unterkiefers 
rückwärts verlaufenden Streifens sind in der Mitte schwarz, 
auf den Seiten weiss gerandet. 

Vorkommen: ziemlich häufig paarweise zusammenlebend 
aufhochstämmigen Bäumen in Nubien, Kordofan und Abyssinien. 

Der von Stanley in dem Anhang zu Sult’s Reise nach Abys- 


sinien beschriebene Picus abyssinicus ist mir unbekannt. 


MR 
MIET € . 


93 


Ra: 37. 


Iynz aequatorialis Rüppell. 
Tropischer Wendehals. 


Diagnosis: Iynx supra cinereo-umbrina, lineolis. fuscis maculisque umbrinis in 
capite, dorso, tectrieibus et cauda; sub regione ophthalmica macula 
oblonga albicante, lineis nigris transversis undulata; parte mediana 
gulae, jugulo, pectore, parte anteriori abdominis, tibiis et crisso, laete 
ferrugineis; ventre isabellino, rachibus umbrinis, remigibus vexillo 
externo fasciis cinnamomeis et umbrinis. 


Von der Gattung Wendehals kannte man nur zwei in der 
alten Welt vorkommende Arten, nämlich Iynx torquilla, Linn., 
in Europa und Nordafrika heimisch, und I. pectoralis Vigors, 
welche in Südafrika lebt. Die südlichen Provinzen von Abyssi- 
nien beherbergen eine dritte Art dieser Gattung, durch Grösse 
der nordischen entsprechend, und durch das Rostrothe der un- 
tern Körperseite sich der südafrikanischen annähernd, von wel- 
cher sie sich durch die Vertheilung dieser Farbe unterscheidet. 

Der ganze Oberkörper und beide Seiten des Schwanzes 
sind braungrau, mit sehr feinen, etwas gewellten dunkleren 
Querlinien; auf dem Kopf, dem Rücken und den Flügeldecken 
einige dunkelbraune Flecken; über die Schwanzfedern sechs 
dunkelbraune Querstreifen; an den Seiten des Halses von der 
Basis des Unterschnabels an, unterhalb der Augengegend, ein 
weissgrauer Flecken mit schwärzlichen Transversallinien; Mitte 
der Kehle, Vorderhals, Brust, und abwärts von derselben bis zur 
Hälfte des Vorderleibes, Schenkel und untere Schwanzdeckfedern 
einfarbig dunkelrostroth; eine zollbreite fahlgelbe Binde quer 
über den Bauch mit braunem Streif längs der Federnschafte. 
Die kastanienbraunen Flugfedern auf der äussern Fahne mit 


<a RE 


94 


zimmetfarbigen Querstreifen, auf der innern mit halbrunden 
Flecken. Füsse, Schnabel und Nägel hornfarbig. 


Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


SchwanzeiklEt UFER. EN e RTR NIEREN 
Schwanz besonders gemessen . . . . : „un! 2 8 
Länge des Oberschnabele . .. a IE 


Vom Flügelbug bis zur Spitze der vierten Flugfeder 3 3 


Länge der vordern mittleren und rückwärtsgerich- 


teureren Lehe... ee 
BE TIEREN ae N. OR a 90 
„ser anne Vorderzehe 4; . He ee 

in der Hinteren'Zehe u WA 


Vaterland: die südlichen Provinzen in Abyssinien. 

In diesem Vogel haben wir abermals einen Repräsentanten 
einer den Süden von Afrika bewohnenden Art (Iynx pectoralis), 
zwischen welchen eine grosse Aehnlichkeit in der Gefiederfär- 
bung und ihrer Vertheilung statt hat. Den europäischen Wende- 
hals beobachtete ich mehrmals in Egypten und im peträischen 
Arabien; er ist dort ein Standvogel, nährt sich vorzugsweise 
von Ameisen, und in Ermangelung von Waldpartieen bewohnt 
er lichtes Mimosengebüsch. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika lebenden Klettervögel. 
Scansores. 
A. Unterabtheilung der Sittiche. Psittacidae. 


330. Pionus (Wagler) Meyeri, Rüppell, Rüpp. Atlas Taf. 11, familien- 
weise zusammenlebend in Kordofan, Sennaar und Abys- 


sinien. 
31 »  flavifrons, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 31, Schoa. 
332. „» rufiventris, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 32, Schoa. 


333. » Vaillantii? Kuhl, Le Vaillant Taf. 130, nur ein einziges 


Mal gesehen in Abyssinien. 


334. 


335. 


336. 


337. 


338. 


339. 


340. 


341. 
342. 


343. 


344. 
345. 


346. 


346. 


347. 
348. 


95 


Psittacula (Brisson) Tarantae, Stanley, Lear Psittacae Taf. 39, fa- 
milienweise häufig in Abyssinien. 

Palaeornis (Vigors) eubieularis, Hasselquist. Le Vaill. Perr. Taf. 22, 
häufig in Kordofan, Sennaar und Abyssinien. 


B. Unterabtheilung der Spechte. Picidae. 
1) Bartvögel. Bucconinae. 


Laimodon (G. R. Gray) oder Pogonias (llliger) melanocephalus, 
Rüpp. Atlas Taf. 28, Fig. a, häufig in Sennaar und Kor- 
dofan. 

Fieilloti, Leach. Zoological Miscellany Vol. 2, Taf. 97, häufig 
aber immer vereinzelt in Sennaar, Kordofan und Abys- 
sinien. 

Brucei, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 20, Fig. 1, häufig in 
Abyssinien. 

undatus, Rüppell, ebendaselbst Taf. 20, Fig. 2, häufig in 
Abyssinien. 

„»  Taevirostris, Leach. Zoological Miscellany Vol. 2, Taf. 77, 
häufig in Schoa. 

Barbatula (Lesson) chrysoconus, Temminck Taf. 536. 

Trachyphonus (Ranzoni) margaritatus, Rüppell, Rüpp. Atlas Taf. 

20, häufig in Kordofan, Sennaar und Abyssinien. 


2) Spechte. Picinae. 


Dendrobates (Swainson) schoönsis, Rüppell, system. Uebersicht 
Taf. 33, Schon. 
poicephalus Swainson, Rüpp. system. Uebers. Taf. 34, Schoa. 
Hemprichit, Ehrenberg, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 35, 
Kordofan und Abyssinien. 
Dendromus (Swainson) aelhiopieus, Hemprich, Rüpp. system. Ueber- 
sicht Taf. 36, Nubien, Kordofan und Abyssinien. 


” 


” 


a. Picus? abyssinicus, Stanley. 


3) Wendehälse. Iynginae. 


Iynz (Linn.) forquilla Linn., Buffon Taf.698, Egypten und Arabien, 
aequatorialis, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 37, Schoa. 


349. 


350. 


351. 


352. 


353. 


354. 


355. 


356. 


357. 


358. 


359. 


96 


C. Unterabtheilung der Kuckucke. Cueulidae. 
1) Honigangeber. /ndicatorinae. 


Indicator (Le Vaillant) archipelagicus, Temminck Taf. 542, einzeln 
in Abyssinien. 
„» minor, Le Vaillant Ois. d’Afr. Taf. 242, einzeln in Abys- 
sinien. 


2) Spornkuckucke. ÜCoceyzinae. 


Centropus (llliger) senegalensis, Brisson, Deseript. de l’Egypt. Ois. 
Taf. 4, Fig. 1, Egypten. 
„ monachus, Rüppell, neue Wirbelthiere Taf. 21, Fig 2, ein- 
zeln in Abyssinien. 
supereiliosus, Rüppell, neue Wirbelthiere Taf. 21, Fig. 1, 
häufig in Kordofan, Nubien und Abyssinien. 
Coccyzus (Vieillot) glandarius, Linn. Descript. de I’Egypte Ois. 


Taf. 4, Fig. 2, in ganz Nord -Ost-Afrika und Arabien, je- 


”„ 


doch nirgends häufig. 


3) Kuckucke. Cucculinae. 


Oxylophus (Swainson) ater, Leach. Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 209, 
einzeln in Abyssinien. 
Cuculus (Linn.) canorus, Linn. Bufon Taf. 811, nicht sonderlich 
häufig in Egypten und Arabien. 
Chrysococcyx (Boje) Clasü, Le Vaill., Le Vaill. Ois. d’Afr. Taf. 212, 
häufig in Sennaar und Abyssinien. 
„ eupreus, Latham, Vieillot Galerie Taf. 42, einzeln in Abys- 
sinien. 
auratus, Linn. Le Vaill. ois. d’Afr. Taf. 210, nicht sonder- 
lich häufig in Abyssinien. 


„ 


2.2.20 gang 2 Re N 
DI BR AR 


Vierte Ordnung. 


Tauben. Colwmmbae. 


Bei der in meinen neuen Wirbelthieren gegebenen Ueber- 
sicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Tauben habe 
ich eine zu der Swainson’schen Untergattung Peristera gehörige 
Art mit einer ihr sehr nahestehenden, der Columba afra Linn., 
verwechselt; diese scheint blos im südlichen Afrika zu leben, 
und sie wird in Abyssinien, wie am Senegal, durch Peristera 
chalcospilos ersetzt. Sie unterscheiden sich von einander dadurch, 
dass bei letztern die metallschillernden Flecken, welche auf den 
grossen Deckfedern der Flügel sind, eine schöne stahlblaue 
Farbe haben, während bei der südafrikanischen Art diese Fle- 
cken vom schönsten Goldgrün glänzen. Wäagler, in seinem Sy- 
stema avium, Le Vaillant in den Oiseaux d’Afrique und alle 
andere Naturforscher vor Swainson haben übrigens gleichfalls 
beide Arten mit einander verwechselt, oder sie als Varietäten 
betrachtet; so giebt z. B. LeVaillant auf Tafel 271 eine ganz 
gute Abbildung der senegambisch - abyssinischen Art, be- 
schreibt aber durch die Erwähnung der smaragdgrünen und 
goldglänzenden Flecken die eap'sche Art; auch @. R. Gray hat 
in seinen Genera of Birds bei der Aufzählung der Peristera- 


Ornith. von N.0.Afr. 7 


98 


Arten den Fehler gemacht, für Peristera afra jene Le Vaillant- 
sche Tafel 271 zu eitiren, die nur auf Swainson’s P. chalco- 
spilos passt; Swainson selbst hat in seinen Birds of western 
Africa Vol. 2 Seite 210 zwar ganz richtig bei seiner Peristera 
chalcospilos jene Le Vaillant’sche Tafel eitirt, irrigerweise aber 
auch die Wügler’sche Beschreibung von Columba chalcospilos 
(Syst. avium N. 83) darauf bezogen, in der doch ausdrücklich . 
stehet: „‚tectrieibus alarum majoribus nonnullis maculis aureo- 
viridibus “. Diese wiederholten Verwechselungen bestimmten 
mich bei ihrer Berichtigung eine genaue Abbildung der nordafri- 


kanischen Peristera chalcospilos zu veröffentlichen. 


Taf. 38. 


Peristera chalcospilos Swainson. 
Metallfleckige Erdtaube. 


Diaynosis: Mas adult.: Fronte et gula albidis, pileo et nucha cinereo-canis; collo 
dorso, tergo, alarum tectrieibus et uropygio umbrino - cervinis, hoc 
fasciis umbrino - fuscis; teetricibus alarum majoribus et mediis vexillo 
externo macula nigra chalybaeo - micante; cauda rotundata supra rec- 
tricibus duabus intermediis cervinis, lateralibus basi griseo - caerule- 
scentibus, externis vexillo marginali niveo, omnium apice nigro; collo 
antico pectoreque pallide rosaceo-vinaceis; ventre, abdomine et crisso 
rosaceo - albicantibus; alarum tectricibus inferioribus remigibusque ve- 
xillo interno fusco-rubiginosis, externo et apice fusco - umbrinis. Femi- 
na tectricum maculis metallicis minoribus. 


Bei dem ausgefiederten Männchen ist Stirn und Kehle weiss; 
zwischen dem Auge und Mundwinkel ein schwarzer Streif; 
Oberkopf und Nacken violettgrau, Hinterhals. ganzer Oberkörper, 
Flügeldeckfedern und mittlere Schwanzfedern braun rehfarbig ; 
über dem Bürzel ein Paar breite dunkelbraune Streifen; auf 
mehreren grossen und mittleren Flügeldeckfedern an der äus- 
sern Fahne ein eirunder schwarzer Fleck mit stahlblauem Me- 


99 


tallglanz; die innern Fahnen der Flügeldeck - und der Flugfedern 
dunkel rostroth, die äussere Fahne und Endspitze der letzteren 
dunkelbraun. Hals, Brust und Bauch blass rosenroth ins Wein- 
gelbe übergehend, Hinterleib und untere Schwanzdecken weiss. 
Schwanz zugerundet mit breitemschwarzem Endrande; oberhalb 
ist er blaugrau, die seitlichste Feder hat die Mitte der äusseren 
Fahne und den Endrand derselben oben und unten weiss; das 
übrige des ganzen Schwanzes ist unten schwarz. Füsse röth- 
lich, Schnabel und Nägel dunkelbraun. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
Schwede Un art re 


Schwanzlänge besonders gemessen . . 2 ..898 .— 


Oberschnabel längs der Firste zn‘ .— 7 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der dritten Flugfeder > 
ee N u, a ER 
„ der äusseren und inneren Zee . . ..— 6 
tes ehe: Var en 
uU JE (ne ii ag. ee 


Zu bemerken ist, dass bei diesen Taubenarten nicht die 
Verschmälerung der ersten Flugfeder statt findet, welche bei den 
Peristera statt haben soll; diese Feder ist durchaus eben so 
breit als die andere; auch ist das Verhältniss der Länge der 
Zehen anders als es in der durch Herrn @. R. Gray von dieser 
Untergattung gegebenen Charakteristik angegeben ist. ° 

Das Gefieder des Weibchens ist nur durch etwas kleinere 
blauglänzende Flecken auf den Flügeln von dem des Männchens 
unterschieden. 

Diese Taubenart lebt paarweise immer zwischen niederem 
Buschwerk, gewöhnlich auf der Erde, wo sie ihre in Sämereien 
bestehende Nahrung sucht; sie kömmt ungemein zahlreich in 
den warmen Distrieten von Kordofan, Sennaar und Abyssinien 
vor. 

7% 


u 


100 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Taubenarten. 


360. 


361. 


362. 


363. 


364. 


365. 


366. 


367. 


368. 


369. 


370. 


371 


372 


„ 


E2] 


„ 


„ 


„ 


” 


Columbae. 


Vinago (Cuvier) abyssinica, Latham, Le Vaill. afr. Taf, 276, paar- 


weise auf hochstämmigen Bäumen in Kordofan und Abys- 


sinien. 


Columba (Linn.) Zivia, Linn., Descript. de l’Egypte Taf. 13, Fig. 7, 


in zahllosen Scharen in allen Felsengegenden in der Nähe 
des Wassers in Egypten. 

arquatrir, Temm. Le Vaill. Afr. Taf. 264, scharenweise in 
Familien auf Hochbäumen in Abyssinien. 

guinea, Linn. Temm. Pigeons Taf. 16, gleiches Vorkommen 
in Kordofan, Sennaar und Abyssinien. 

albitorques, Rüppell, Wirbelthiere Taf. 22, Fig, 1, in klei- 
nen Familien auf Bäumen in Abyssinien. 


Turtur (Ray) auritus, Ray oder Columba turtur Linn., Temm. Pi- 


geons Taf. 42, ungemein häufig in kleinen Familien auf 
Mimosengesträuch in ganz Nord -Ost- Afrika. 

risorius, Linn. Le Vaill. Afr. Taf. 268, parasitenartig in den 
verlassenen Wohnungen in Egypten, Arabien und der 
abyssinischen Küste. 

senegalensis, Latham, Descript. de l’Egypt. Taf. 5, Fig. 9, 
paarweise ungemein häufig in ganz Nord-Ost- Afrika. 

lugens, Rüppell neue Wirbelth. Taf. 22, Fig. 2, im niederen 
Gebüsch ziemlich häufig im abyssinischen Hochlande. 

semiiorquatus, Rüppell, neue Wirbelth. Taf. 23, Fig. 2, 
paarweise auf Hochbäumen in den niedern Gegenden von 
Abyssinien. 

bronzinus, Rüppell, neue Wirbelth. Taf. 23, Fig. 1, sehr 
einzeln in hochgelegenen abyssinischen Bergdistrieten. 


. Oena (Selby) capensis, Latham, Le Vaill. Afr. 273, häufig paarweise 


und in kleinen Familien auf niedern Bäumen in Nubien 


und Abyssinien. 


. Peristera (Swainson) chalcospilos, Wagler, Rüpp. system. Uebersicht 


Taf. 38, paarweise zwischen niederem Buschwerk in 
Sennaar, Abyssinien und Kordofan. 


TERN 


Fünfte Ordnung. 


Hühnervögel. Gallinae. 


Durch die Naturaliensendung aus Schoa habe ich keinen 
bisher unbekannten Vogel, zur Ordnung der Hühner gehörig, 
erhalten; aber das Verzeichniss der Nord-Afrika bewohnenden 
Arten ward durch dieselbe mit mehreren vermehrt, die Dr. Smith 
in neuester Zeit in Süd-Afrika entdeckte, und da er sie bereits 
in dem Kupferwerke zu seinen Reisen beschrieben und vortreff- 
lich abgebildet hat, so bedarf es nur in der systematischen 
Uebersicht auf dieselben Tafeln einfach hinzuweisen. Ich will 
dagegen einige schon länger bekannte nordafrikanische Hühner- 
arten abbilden, von denen meines Wissens bisher noch keine 
Darstellung veröffentlicht wurde. 


. Taf. 39. 


Numida ptilorhyncha Lichtenstein. 


Nubisches Perlhuhn. 


Diaynosis: Numidae meleagridi persimilis, a qua differt rhinario setis flavis semi- 
cartilagineis obtecto, vertice cornu conico, remigibus umbrinis albo- 
maculatis, alarum tectricibus majoribus vexillo externo subtilissime 
cinereo-nigroque striolato, mediis marginem versusnigro- et albo-fas- 
ciatis. 

Dieses Perlhuhn, welches im Totalhabitus ungemein der 
gewöhnlichen in Europa domesticirt lebenden N. meleagris Linn. 
ähnlich ist, ward zuerst von Lichtenstein in Berlin als eine 
selbstständige Art erkannt und aufgestellt. Seine am meisten 
in die Augen springende Eigenthümlichkeit besteht in einem 
dicken Büschel gelbgrauer knorpeliger elastischer Fasern, wel- 
cher sich über die Nasenlöcher erhebt; ausserdem sind seine 
Flugfedern nicht, wie bei jener Art, rein weiss, sondern braun 
mit weissen kleinen Fleckchen auf beiden Fahnen; der äussere 
Rand der grossen Flügeldeckfedern ist ganz fein grau und braun 
gestreift, und die mittleren Flügeldeckfedern haben schwarze 
und weisse alternirende Querbinden, während sie bei N. meleagris 
weisse runde Fleckchen auf schwarzem Grund haben. Das Horn 
auf dem Scheitel ist nicht comprimirt und rückwärts gebogen, 
sondern symmetrisch konisch geformt; die nackten Kopfstellen 
und die Fleischlappen unter den Augen sind blau nüancirt; die 
Kehle ist nackt, den Vorderhals bedecken kurze schwarze spar- 
sam stehende Borsten, und längs des Nackens sind schwarze 
etwas aufwärts gekrümmte Federn. Das Gefieder des ganzen 
Körpers ist dunkelgrau mit zahlreichen weissen eirunden schwarz 
eingefassten Flecken, umgeben von äusserst feinen schwarzen 
Wellenlinien. Alle Flugfedern sind einförmig dunkelbraun mit 


weissen Querstreifen und Flecken. 


103 


Die Tarsen sind beiläufig 2 Linien länger als bei dem ge- 
wöhnlichen Perlhuhn, dem es in allen andern Grössenverhält- 
nissen vollkommen gleich ist. 

Diese Perlhühner leben in zahlreichen Familien in allen 
mit Buschwerk begrenzten Thälern von Abyssinien und Nubien 
bis zum 16ten Breitegrad; sie haben eine höchst unangenehme 
gellende Stimme, die sie häufig vernehmen lassen; äusserst 
selten fliegen sie auf, oder, wenn sie es thun, nur auf ganz kurze 
Strecken, um dann im Lauf der vermeinten Gefahr zu entrinnen. „ 


Ihr Fleisch ist ungemein schmackhaft. 


Taf. 40. 


Franecolinus gutturalis Rüppell. = ax. _ BR 
ee 


Isabellkehliger Francolin. air 


Diaynosis: Mas adult.: Capite supra et nucha umbrino - fuscis, pennarum margine 
clariore, gula albo - isabellina, regione ophthalmica et parotica lateri- 
busque colli et torque gulari dilute ferrugineis, hoc pennarum apice 
maculis fuscis; dorso, pectore, alarum tectricibus et cauda hepaticis 
fasciis subtilibus isabellinis variegatis; dorso stria scapali albescente, 
tergo pennarum parte mediana flavicante, lateraliter maculis umbrinis 
rhomboidalibus picta; pectore et alarum tectricibus maculis castaneis, 
remigibus primariis pallide brunneis, vexillo externo basin versus rubigi- 
n050, apicem versus cinereo - marginato; abdomine isabellino maculis 
lanceolatis fuscis, hypochondriis pennarum vexillo interno concolore 
castaneo, externo umbrino- et isabellino-fasciato; tibiis dilute ferrugi- 
neis, pedibus testaceis. 


Die erste Beschreibung dieses Francolins gab ich vor zehn 
Jahren in meinen abyssinischen Wirbelthieren. Oberkopf und 
Nacken sind bei dem ausgefiederten Männchen dunkelbraun, 
der Rand sämmtlicher Federn etwas lichter; Vorderhals und 
Kehle sind gelblich weiss, die Augen und Ohrengegend, die 
Seiten und der Vorderhals verwaschen rostroth, eine halbbo- 


‘ 


£ 


104 


genförmige Einfassung umgiebt letzteren, gebildet durch dun- 
kelbraune Flecken am Ende der Federn, welche Flecken sich 
auch an den Seiten des Halses finden. Rücken, Flügeldecken, 
Brust und Schwanz leberbraun mit einigen feinen isabellfarbigen 
Querlinien, deren Rand namentlich auf dem Schwanze dunkel- 
braun begrenzt ist. An den Federn des Rückens und der Flügel- 
decken ist dem Schaft entlang ein hellerer Streifen, von welchem 
auf dem Hinterrücken gleichfarbige Seitenstreifen ablaufen, 
zwischen denen die Grundfärbung dunkelbraun ist. Auf den 
Deckfedern des Bugs, der Brust und der Seiten des Bauchs 
kastanienbraune Flecken. Flugfedern hornbraun, die äusseren 
Fahnen nach der Basis zu rostroth, nach der Spitze graubraun. 
Schenkel verwaschen rostroth; Füsse ziegelroth, Schnabel 
hornfarbig; der Sporn am Tarsus der Männchen mittelmässig 
klein. 


Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Schwanzende ;. +: u... ns 7 2) we 
Schwanzlänge besonders gemessen . . ... 2 2 
Oberschnabel längs der Firste le a ae LE 
Vom Flügelbug bis zur vierten Flugfeder 1.2 ie EEE 
Länge des Tarsus 1 5 
ee she. u) 1 ehr 1 Segen sehe ee 
Be ee) re ek 1 
Aomiere Miche. ne 4 ee Tee a a an ee 
Hua Ehe ll rs. 2 a 


Das Weibchen, wovon ich jetzt kein Individuum zur nähe- 
ren Beschreibung besitze, war, mit Ausnahme des ihm fehlen- 
den Spornes der Tarsen, dem Männchen in Gefiederfärbung ganz 
gleich; seine Grösse war auch etwas geringer. In Abyssinien, 
woselbst allein wir diese Hühnerart erlegten, ist solche bei 
weitem seltener als Francolinus Erkelii und Pternistes rubri- 


collis, und wir begegneten davon nur einige Mal ein Pärchen 


105 


an den Grenzen der zum Ackerbau benutzten Hochebenen bei 
Halei, Temben und Axum, welche beiläufig 6 — 8000 Fuss 
über der Meeresfiläche gelegen sind. Im brittischen Museum be- 
findet sich ein diesem Huhn ungemein nahestehendes Huhn, 
das Dr. 4. Smith in Südafrika aufgefunden und mit dem Namen 
Francolinus gariepensia bezeichnet hat *). Es ist diese Species 
zwar meines Wissens noch nicht beschrieben; sollten übrigens 
beide identisch seyn, so geschah deren Bekanntmachung von 
meiner Seite bereits vor einer Reihe von Jahren. Auch fand ich 
in jenem reichen Museum, dass der von mir in meinem zoolo- 
gischen Atlas Taf. 9 unter dem Namen Perdix Clappertonii 
abgebildete und beschriebene Vogel mit der früher unter diesem 
Namen durch Herrn Children in Denhams Reise aufgestellten 
Species nicht identisch ist, welches nach der Kürze der davon 
gegebenen Beschreibung nicht wohl zu ermitteln war. Herr 
Gray hat das von mir in Abyssinien und Kordofan aufgefun- 


dene Huhn nunmehr als Francolinus Rüppelli bezeichnet. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Hühnerarten. 


Gallinae. 
1) Meleagrinen. Meleagrinae. 


373. Numida (Linn.) pfilorhyncha, Lichtenstein, Rüpp. systematische 
Uebersicht Taf. 39, scharenweise in Abyssinien, Kordofan 
und Sennaar. 


2) Feldhühner. Perdricinae. 


374. Ptilopachus ? (Swainson) ventralis, Valenciennes, häufig in kleinen 
Familien im westlichen Abyssinien und in Kordofan, auf 


felsigen Hügeln ''). 
*) List of the specimens of birds of the british museum. Part 3. Seite 33. 
*") Ich kenne keine Abbildung dieses in dem Dictionnaire des Science. Nat. 
Vol. 38. Seite 435 beschriebenen Vogels, welcher besonders merkwürdig ist wegen 
seiner Gewohnheit, den Schweif vertical zusammen zu drücken, und vielleicht eine 
besondere Untergattung bilden dürfte. 


317. 


378 


379. 


380. 


381. 
382. 


383 


106 


. Ptilopachus Hayi, Temminck Taf. 328, häufig in kleinen Familien in 


Arabien, bei Djetta und am Sinai. 


. Chacura (Hodgson) graeca, Brisson, varietas, Gray Indian Zoology 


Rh) 


Vol. I. Taf. 54, paarweise am Sinai. 
melanocephala, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 5, einzeln an der 
arabischen Küste bei Djetta. 


. Franecolinus (Brisson) Erkeli, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 6, sehr 


„ 


br) 


„ 


häufig in kleinen Familien in bergigen Gegenden in Abys- 
sinien. 

Rüppelli, G. R. Gray. Rüppell Atlas Taf. 9, als Perdix Clap-- 
pertonii, häufig in Kordofan und Abyssinien. 

gutturalis, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 40, sehr einzeln 
in Abyssinien. 

pileatus, A. Smith. South African Zoolog;y Taf. 14, von Sehoa. 


Pternistes (Wagler) rudricollis, Rüpp. Atlas Taf. 30, sehr häufig 


an felsigen Abhängen in Abyssinien. 


. Coturniz (Möhring) communis, Autorum. Buffon Taf. 170, häufig 


in ganz Nord-Afrika, vorzüglich im Winter; im April in 
Nubien. 


3) Steppenhühner. Pteroclinae. 


384. Pterocles (Temminck) senegalensis Latham, Taf. 128, oder P. gut- 


385. 


386. 


387. 


388. 


b>) 


9 


>) 


„ 


tatus, Lichtenst. Temminck Taf. 345, ungemein häufig in 
ganz Nord-Afıika am Rande der Wüste auf sandigen 
Flächen lebend. 

erustus, Temminck Taf. 354 und 360, ebenfalls sehr häufig 
in ganz Nord-Afrika, Abyssinien und Arabien. 

coronatus, Lichtenst. Temm. Taf. 339 und 340, sehr häufig 
in Nubien und Kordofan. 

Lichtensteini, Temminck Taf. 355 und 361, sehr häufig in 
Nubien und Kordofan. 

gutturalis, A. Smith Zool. of South Africa Taf. 3, Schoa. 


Sechste Ordnung. 


Laufvögel. Cwrsores. 


Familie der Trappen. Otidinae. 


Taf. 41. 


Otis melanogaster, fem. Rüppell. 
Schwarzbäuchige Trappe. 


Diaynosis: Femina adult.: Capite supra umbrino- et isabillino-variegato, gula alba, 
regione ophthalmica iSabellina, nucha, collo et pectore lineolis tenuis- 
simis umbrinis et isabellinis; dorso et tectricibus isabellinis, maculis 
lanceolatis striolisque subtilioribus umbrinis; remigibus primariis et se- 
eundariis nigris, illis excepta prima concolore vexillo interno ma- 
eulis albis, his vexillo externo et apice fasciis albo isabellino nigroque 
vermiculatis; regione hypochondriaca abalatecta nigra; cauda ejusque 
tecetricibus superioribus permultis lineis vermiculatis et nonnullis fascüis 
umbrinis transversis. 


Auf der siebenten Tafel der Vögel meiner neuen Wirbel- 
thiere hatte ich das vollkommen ausgefärbte Männchen dieser 
schönen neuen Trappenart abgebildet, und im Text das Weibchen 
kurz beschrieben. Eine iconographische Darstellung des letzteren 
wird um so willkommener seyn, da ausnahmsweise die Art eine 
sehr grosse Verbreitung über den afrikanischen Continent hat, 
indem Dr. Smith auf seiner Reise in der Caflrerei dieselbe gleich- 
falls eingesammelt hat. Wegen der sehr ausführlichen Beschrei- 


108 


bung des Männchens auf meine Wirbelthiere verweisend, gehe 
ich gleich zu derjenigen des Weibchens über. 

Der Grundton des ganzen Gefieders ist Isabellgelb, wel- 
ches auf der Mitte des Bauchs und an den Schenkeln in’s Weiss- 
liche übergeht; auch ist die Kehle rein weiss. Auf dem Ober- 
kopf sind die Federn dunkelbraun, längs ihres Randes mit kleinen 
isabellfarbigen Flecken; die Gegend rund um das Auge und auf 
dem Ohr ist rein isabell; der Nacken, Hals und Brust sind durch 
zahllosse feine braune Wellenlinien querüber gestreift. Auf 
den Seiten des Bauchs längs des Schafts der Federn ein schwar- 
zer Streif und einige feine dunkle Ziekzacklinien. Der von dem 
Flügel üderdeckte Körpertheil ist schwarzgefiedert. Auf dem 
Rücken und an den grossen Deckfedern der Flügel sind längs der 
Mitte der Federn Reihenfolgen dunkelbrauner lanzettförmiger 
Flecken, umgeben von feinen gleichfarbigen wellenförmigen 
Linien. Bei den mittleren Flügeldeckfedern ist der isabellfarbige 
Grundton vorherrschend, den nur einzelne braune Zickzack- 
linien unterbrechen. Die Flugfedern der ersten Ordnung sind 
schwarz; die äusserste einfarbig, die drei folgenden sind auf 
der innern Fahne mit grossen weissen, die andern auf beiden 
Fahnen mit gelblichen braun marmorirten Flecken. Bei den 
Flugfedern der zweiten Ordnung und den grossen Flügeldeck- 
federn ist die innere Fahne schwarzbraun, die äussere braun 
und isabell gebändert und gestreift. Auf dem Schwanz und des- 
sen oberen Deckfedern sind die feinen braunen Zickzacklinien äus- 
serst dicht gestellt, und zwischen ihnen sind mehrere dunkle 
Querbinden; die untern Schwanzdeckfedern sind rauchsch warz 
an der Basis, weisslich an der Endspitze und das übrige isabell 
mit wellenförmigen schmalen und breiteren Querstreifen. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 
Schwänkende' 1 21.2 TI NEN 234 


Schwanz besonders gemessen . . . 2 .2...6 .— 


109 


Länge des Oberschnabels längs der Firsste . . . 1” 6 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der dritten Flugfeder 12 3 
Base. des Taraaa VAREL 
Baskter Theil den Dina Er VEN 
Busse der IBERBBE MI N RD a er 
a °727,2:,:05.°5 1,4, 107 AS SR ee BE = Fe '). 
Ba 0 RE 

Iris dunkelbraun; Oberschnabel dunkel hornfarbig, Unter- 
schnabel und Füsse fleischfarbig. 

Diese Trappenart lebt paarweise und in kleinen Familien 
auf grasreichen Flächen in der Umgebung des Dembea-Sees in 
Abyssinien; sie ist zahlreich in Schoa, und wie schon bemerkt, 
kömmt sie in ganz Centralafrika bis in die Kaffrerei vor. Die 
Lebensart und Nahrung ist ganz gleich derjenigen der bekannten 
Arten der Gattung. 

Die Begleiter des Major Harris haben während ihrer An- 
wesenheit in Schoa viele Exemplare der so seltenen Otis Rhaad 
Latham oder, wie man in England jetzo vorzieht diesen Vogel 
zu benennen, der Otis senegalensis erlegt *), welche mir ent- 
gangen war, und von der ich in meiner Monographie dieser 
Gattung, im Museum Senckenbergianum Band 2. Seite 205 die 
genaue Beschreibung veröffentlicht habe. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Laufvögel. 
Cursores. 


1) Strausse. Struthioninae. 


389. Struthio (Linn.) camelus, Linn. Buffon Taf. 457, paarweise in Egyp- 
ten, Nubien und an der abyssinischen Küste, in zahl- 
reichen Familien in Sennaar und Kordofan. 


*) Ich habe den Namen Otis Rhaad vorgezogen als den ältesten der Art, 
obgleich es keineswegs ausser Zweifel ist, ob Buffon diesen Vogel bei seiner kur- 
zen von Rhaad gegebenen Beschreibung vor Augen hatte. Die von mir veröffent- 
lichte Abbildung ist dagegen Fieitlot’s Otis senegalensis, welches ich bei der Syno- 
nymie bemerkt habe. 


nn. 


110 


2) Trappen. Otidinae. 


390. Otis (Linn.) Nuba, Rüpp. Atlas, Vögel Taf. 1, zufällig, paarweise 
in Nubien. 


I 391. „» 4rabs, Linn. Rüpp. Atlas Taf. 16, häufig paarweise in Kor- 

K dofan, Nubien und Abyssinien. | 
A 392. „» melanogaster, Rüpp. neue Wirbelth. Taf. 7 und system. | 
u Uebers. Taf. 41, häufig in Abyssinien. | 

- 393. ,  Rhaad, Latham, Rüpp. Mus. Senck. Vol. 2. Taf. 15, sehr 
E. häufig in Schoa. 


ar: 394. Houbara (Bonaparte) undulata, Gmelin, Vieillot Galerie Taf. 227, 
einzeln in Nord - Afrika. 


Siebente Ordnung. 


Wadvögel. Grallatores. 


Familie der Regenpfeifer. Charadridae. 


Taf. 42. 


Oedicnemus affinis Rüppell. 
Abyssinischer Dickfuss. 


Diagnosis: Oedicnemo crepitanti statura simili, tarsis paululum longioribus; 
vertice, collo postico, loro malari et pectore isabellinis, stria scapali 
umbrina; gula, fascia infraorbitali, parte postica abdominis et crisso 
albis; dorso, alarum caudaeque tectricibus isabellinis, fasciis umbrinis 
et stria scapali fusca pictis; remigibus umbrino - fuscis, tribus primis 
fascia mediana alba, sequentibus unicoloribus, posterioribus basin versus 
vexillo interno et margine apicali albis; rectricibus albo- et fusco-fasci- 
atis, tectrieibus inferioribus caudae dilute isabellinis. 


In einer Monographie der Trappenarten, veröffentlicht im 
2ten Band des Museum Senckenbergianum, gab ich (Seite 210) 
die Diagnose eines abyssinischen Dickfusses, welcher durch 
Körpergrösse ungemein der europäischen Art ähnelt, durch das 
Gefieder aber dem Lächtenstein’schen Oedienemus capensis 
nahe steht. Da eine getreue Abbildung viel besser diese Ver- 
wandtschaft zu jenen beiden Arten versinnlicht, als eine wort- 
reiche Beschreibung auszudrücken vermag, so wird die hier 


gegebene Tafel dieser Absicht genügend entsprechen. 


112 


Oberkopf, Nacken, Hals, Brust, Vorderleib und ein Streifen 
von der Basis des Unterschnabels bis hinter die Ohrengegend 
isabellfarbig, auf jeder Feder längs des Schafts ein kräftiger 
brauner Streif. Ein breiter Streifen von der Wurzel des Ober- 
schnabels beginnend, unter dem Auge nach der Ohrengegend 
zulaufend, die ganze Kehle, der Hinterleib und die Schenkel 
sind weiss; Rücken, Deckfedern der Flügel und des Schwanzes 
isabell, jede Feder mit mehreren braunen Querbinden, längs des 
Schafts durch einen dunkleren Streifen verbunden ; Flugfedern 
braunschwarz, die drei äussersten quer über ihre Mitte mit 
einer breiten weissen Binde, die drei folgenden einfarbig braun- 
schwarz, die übrigen theils mit weisser Binde, theils nur die 
Hälfte der innern Fahne und die Endspitze weiss. Schwanz- 
federn weiss und dunkelbraun gebändert; untere Schwanzdeck- 
federn verwaschen isabell. 


Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Schwangende‘. 7.3.1. a2 a er 
Länge des Oberkiefers der Firste entlang . . . 1 4 
Schwanz besonders gemessen . . .» A Sl 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten Flugfeder BL 
Dinge ER TErBus.. 2) 2. ee ee 
Mittlere Zeheiii 3 ya ira 
Aönssere Zehe u N tr ee 
Innere Zee . . . 0. 9% 


Die Iris ist lien die Füsse und Zehen sind gelbgrün, 
die Tarsus wie bei der europäischen Art, etwas verdickt, daher 
der Name der Gattung. Beide Geschlechter sind sich ganz gleich; 
das Gefieder des jungen Vogels ist mir unbekannt. 

In den mit Unterholz durchsetzten Thalniederungen der 
abyssinischen Küste entlang, welche fliessendes Wasser und Wie- 
sengründe besitzen, findet sich dieser Vogel ziemlich zahlreich; 


der europäische Oedienemus crepitans kömmt daselbst gleich- 


113 


falls vor und ist leicht erkenntlich durch seine ganz eigenthüm- 
liche Stimme, während die abyssinische Art ganz schweigsam 
ist. 


Taf. 43. 


Glareola limbata Rüppell. 
Hellrandiges Sandhuhn. 


Diagnosis: Avis adulta: capite supra, nucha, lateribus colli, pectore, tergo et 
alarum tectricibus chocolatinis, pennarum margine limbo clariore; 
annulo orbitali et gula albis, gutture sordide isabellino, torque semi- 
circulari fusco paululum conspicuo; remigibus umbrino-fuseis, tribus 
primis concoloribus, posterioribus apicem versus isabelline marginatis; 
ventre, tibiis, crisso, uropygio et cauda niveis, hac furcata, rectricum 
apicibus umbrinis, limbo marginali isabellino; parte interna alarum et 
hypochondriis ab illa tectis, rubiginosis; rostro nigro, angulo oris ru- 
fescente. 

Avis juvenis ab adulta differt: pennarum limbo isabellino margi- 
nali magis conspicuo, alarum parte interna et hypochondriis umbrino- 
fuscis, annulo orbitali nigro. 


Oberkopf, Nacken, Gegend der Ohren, Seiten des Halses, 
Brust, Rücken und Flügeldecken chocoladebraun, alle Federn 
mit einem helleren Randsaun; ein hellerer Streifen geht von 
den Nasenlöchern durch die Augen, und um die Augenlieder ist 
ein schmaler Ring von weissen Federchen. Kehle in der Mitte 
weiss, seitlich und unten in Isabellgelb übergehend; gewöhn- 
lich ist diese Färbung von einem schwach angedeuteten halb- 
bogenförmigen dunklen Halsbande begrenzt, das aber zuweilen 
ganz verschwindet. Flugfedern dunkelbraun, die drei äusseren 
einfarbig, die folgenden mit weisslicher Einfassung an der End- 
spitze. Innere Seite der Flügel und der von ihnen bedeckte 
Theil des Leibes rostroth; Mitte des Bauchs, Bürzel, Schenkel, 
untere und obere Schwanzdeckfedern und Schwanz weiss; 
letzterer, der stark gabelförmig ist, am Ende mit einer zollbreiten 


Ornith. von N.0.Afr. 3 


114 


chocoladebraunen Binde, welche hinten isabellfarbig gerandet 
ist. Schnabel schwarz, am Mundwinkel lackroth; Füsse grünlich, 
Iris schwarzbraun. 


Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 


zum Schwanzeile 2 ran Br RM, 
Schwanzlänge besonders gemessen . . 3. — 
Vom Bug bis zur Endspitze der lten Flugfeder 6 9 
Oberschnabel längs der Firste . . . 2. 2.2.0 — 6 
Büras N EREN E E SRe ! 3 
Witten ee et ea 91, 
ERSBSHE REDE N RE SER RT 61% 
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BunprelZchet wi BENENNEN MN Vor 2 


Bei den alten Männchen ist die braune Farbe des Rückens, 
der Flügel und Brustfedern unmittelbar vor dem helleren Rand- 
saum stark gedunkelt; die jungen Vögel haben dagegen den 
hellen Rand der Kopffedern und der ganzen Rückenseite viel 
breiter als bei den ältern Individuen; auch ist bei ihnen die 
innere Seite der Flügel nebst dem davon überdeckten Körper- 
theil braunschwarz. Ihre Nahrung besteht aus Insecten, die sie 
sowohl im Laufe auf der Erde als in schwalbenähnlichem 
Fluge in der Luft einfangen. 

Wir begegneten diesen Vögeln, die in Ketten von 15 bis 
20 Stück zusammen leben, in zwei ganz verschiedenen Oertlich- 
keiten, nämlich unfern der Meeresküste auf sandigen Flächen 
um Djetta in Arabien und bei Massaua im August und September, 
und dann wieder in-der nämlichen Jahreszeit auf den Wiesen- 
flächen in den Höhen von Simen, zehntausend Fuss über der 
Meeresfläche gelegen. 

Glareola pratincola findet sich ziemlich häufig an der Küste 


von Unteregypten. 


galling 


115 


Taf. 44. 


Lobivanellus melanocephalus Rüppell. + 


Schwarzköpfiger Lappenkibitz. 


Diaynosis: Mas et fem.: Capite supra,nucha et gulanigris, stria supraorbitali alba; 
lobulo pyriformi citrino ante oculos; lateribus colli, dorso, alarum tectri- 
cibus minoribus et mediis viride-griseis; jugulo fusco alboque striolato, 
pectore, abdomine, tibiis, erisso. uropygio, caudaque supra et subtus 
albis, hac fascia apicali nigra albolimbata, remigibus primariis nigris 
basin versus albis, secundariis albis apicem versus nigris; tectricibus 
majoribus albis; rostro nigro, mandibulae parte basali, annulo orbitali 
et pedibus flavis; flexura alarum inermi. 

Der ganze obere und Hinterkopf so wie die Mitte des Vor- 
derhalses sind dunkelschwarz, jener über die Augen her durch 
einen weissen Streif begrenzt; nacktes Augenlied citrongelb; 
es verlängert sich nach der Basis des Oberschnabels in Form 
eines kurzen birnförmig zugerundeten ceitrongelben Hautlappens. 
Seiten des Kopfes und Halses, Rücken und Flügeldeckfedern 
grüngrau; die Gegend zwischen dem Hals und der Brust ist der 
Länge nach dunkelbraun und weiss gestreift, die ganze untere 
Körperseite, Schenkel, Bürzel und Schwanz sind rein weiss, 
letzterer endet mit einer schwarzen Binde, deren äusserster Rand 
weiss gesäumt ist. Flugfedern schwarz, diejenige der zweiten 
Ordnung gegen die Basis zu weiss, welche Farbe nach der 
innern Seite des Flügels progressiv zunimmt, so dass die letzte 
Flugfeder beinahe ganz weiss ist. Die grossen Deckfedern der 
Flügel, mit Ausnahme der hintersten, sind gleichfalls weiss. 
Der Flügelbug hat keinen Stachel, sondern einfach einen zuge- 
rundeten Höcker. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 


Sohwanzende a. Wa TA N 
Schwanz besonders gemessen rn 
Oberschnabel längs der Firste N re 


ee N ve 


116 


Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der 3ten Flug- 


ee TE RE EEIRTTE  EN 
Line’ der Tayaus., 1 Ze 5. cn in. hal aa a ee Sr 
Merisepre: Zeche. „Na... er a 
Miselnelie' + 2: 2 Dr a 1 71 N EEE Te a 2 
Ianere Zehe si RN re ee 
Bmterb Zehe Yen. 6 URN 2 ae 2 


Die Iris ist graublau; der Öberschnabel an der Basis schwe- 
felgelb, das übrige des Schnabels schwarz. Füsse grüngelb, 
Nägel schwarz. Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Man 
findet diese Vögel in kleinen Familien am Ufer der Wasser- 
pfützen, die sich auf den Hochgebirgen von Simen zwischen 
Wiesenflächen ansammeln, und zwar im Juli bis an die Schnee- 
grenze. Sie haben ganz die Gewohnheiten der Kibitze, welchen 
sie auch durch ihren Schrei ähneln*). 

Die Exemplare von Lobivanellus senegalus Linn. Gmelin, 
oder Vanellus albiscapulatus Vieillot, welche ich in Abyssinien 
einsammelte, wo sie auf den Wiesenthälern von Barakit zahl- 
reich sich vorfanden, sind durch nichts von dem Vanellus late- 
ralis des Dr. A. Smith (South african Zoology, Vögel Taf. 23) 
unterschieden. Die Verschiedenheit in der Grösse der weissen 
Stirnflecken hängt vom Geschlecht und Alter ab. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Regenpfeifer. 
Charadridae. 


1) Diekfüsser. Oedicneminae. 


395. Oedienemus (Meyer) erepitans, Linn. Buffon Taf. 919, ziemlich 
häufig in Egypten und an der abyssinischen Küste. 


*) In dem Catalog des brittischen Museums, Vögel, 3te Abtheilung Seite 
66 ist aus Versehen unter den Synonymen dieses von hier aus dahin überlassenen 
Vogels, die Buffon’sche Tafel 918 eitirt, welchen freilich @melin Charadrius mela- 
nocephalus benannte, die aber der vorerwähnte Pluvianus aegyptius Fieillots ist. 


396. 


397. 


398. 


399. 


400. 


401. 


402. 


403. 


404. 


405. 


406. 


407. 


117 


Oedienemus affinis, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 42, häufig in klei- 
nen Familien an der abyssinischen Küste. 


= 


2) Rennvögel. Cursorinae. 


Cursorius (Latham) europaeus, Latham, Buflfon Taf. 795, familien- 
weise auf Brachfeldern in ganz Nord -Ost- Afrika, beson- 
ders häufig in Kordofan und Abyssinien. e 
senegalensis, Lichtenst. Swainson Birds of western Africa, 
Band 2, Taf. 24, in kleinen Familien auf dem Felde um 
den Dembeasee in Abyssinien. 
Pluvianus (Vieillot) aegyptius, Linn. Descript. de l’Egypte Taf. 6 
Fig. 4, sehr zahlreich an den Ufern des Nils in Egypten 


und Nubien. 


„ 


3) Regenpfeifer. Charadrinae. 


Glareola (Brisson) pratincola, Linn. Buffon Taf. 882, häufig in Un- 
teregypten und auch an der Küste des peträischen Ara- 
biens. 

limbata, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 43, häufig an den 
Küsten bei Djetta und Massaua, aber auch auf den Höhen 


„ 


von Simen in Abyssinien. 

Vanellus (Linn.) eristatus, Meyer, Buffon Taf. 242, häufig im 
Winter in Egypten und am rothen Meer. 

coronatus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 800, ziemlich häufig in 
Nubien. 

Villotaei, Savigny od. V. leucurus Lichtenst. Description de 
l’Egypte Taf. 6, Fig. 2, ziemlich häufig in Egypten und 
Nubien. . 

Lobiranellus (Strickland) melanocephalus, Rüpp. system. Uebers. 

Taf. 44, familienweise auf den Hochbergen in Abyssi- 


„ 


„ 


nien. 
senegalensis, Linn. oder Vanellus lateralis A. Smith. South 
Afr.Zoology Taf. 23, familienweise in einzelnen abyssi- 


” 


nischen Thälern. 

Hoplopterus (Bonaparte) spinosus, Linn. Description de l’Egypte 
Taf. 6, Fig. 3, häufig paarweise auf allen Wiesen von 
Nord - Ost - Afrika. 


ve da a ’ y va “RT zn REN w Pe 7 


118 


408. Sarciophorus (Striekland) pileatus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 834, 
einzeln in Egypten und Nubien. 

409. Charadrius (Linn.) melanopterus, Rüpp. Atlas Taf. 31, häufig in 
Nubien und Abyssinien. 

410. Hiatieula (Möhring) annulata, Gray oder Charadrius hiaticulaLinn. 
Descript. de l’Egypt. Taf. 14, Fig. 1, im Winter in Egyp- 
ten, am rothen Meer. 

411, „ ecantiana, Latham ..... ? ebendaselbst. 

412. „» indica, Latham .... ziemlich häufig am rothen Meer. 

413. » minor, Meyer, Buffon Taf. 921, Egypten und rothes Meer. 

414. » pecuaria, Temminck, Taf. 183, Egypten. | 

415. „ Geoffroyi, Wagler, system. avium N. 19, häufig am rothen 
Meer. ö 


4) Steindreher. Cinclinae. 


416. Cinclus (Möhring) morinellus, Linn. oder Strepsilas interpres Illi- 
ger, Buffon Taf. 856, häufig am Mittel- und rothen Meer. 


5) Austernfischer. Haematopodinae. 


417. Haematopus (Linn.) ostralegus, Linn. Buffon Taf. 929, einzeln an 
der Küste von Egypten und am rothen Meer. 

418. „ niger, Cuvier, einmal erlegt auf der Insel Dahalak in der 
Südhälfte des rothen Meeres; der Vogel selbst aber 


konnte nicht aufbewahrt werden. 


‘ 


119 


Familie der Reihervögel. Irdeidae. 


Taf. 45. 


Ibis (Geronticus) comata Ehrenberg. 
Schopftragender Nimmersatt. 


Diaynosis: Capite et gutture nudis, colore cinnabarino fusco, cervice et collo pennis 
elongatis acuminatis, colore purpureo fusco; totius corporis colore 
viride-fusco nitore aeneo, alarum tectricibus mediis aeneo-violaceis 
varicoloribus, pedibus et rostro rubris. 


Die preussischen Reisenden haben während ihrer Bereisung 
der arabischen Küste diesen Vogel bei Gomfuda entdeckt; der- 
selbe macht während der wohlthätigen Regenzeit im Februar 
seine Erscheinung an der abyssinischen Küste, woselbst wir 
im Modatthal mehrere erlegten. Keine Beschreibung oder Abbil- 
dung dieser schönen Ibisart ist bis jetzt, so viel ich weiss, ver- 
öffentlicht, welches ich hiermit nachholen will. 

Der ganze Ober- und Hinterkopf, Ohrengegend und Kehle 
sind nackthäutig und von schmutzig zinnoberrother Farbe; der 
Hals ist besetzt mit länglichen schmalen zugespitzten Federn, 
welche längs des Nackens einen Schopf bilden; diese Federn 
sind dunkel purpurfarbig; das ganze Gefieder des Körpers ist 
glänzend schwarzgrün, die mittleren Deckfedern der Flügel pur- 
purviolett mit Tombackschiller; Schnabel und Füsse ziegelroth, 
Nägel schwarz, Iris rothbraun. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 


zum BERWRREERGEN Wi. 1 rn 270 
Schwanz besonders gemessen . . . ...6 - 
Oberschnabel längs der Firsste . . . 2. ..2.4 6 
Länge des Tarsus . . PEN 5% 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten la 14 l 
ERsse der äusseren Zebe bei. ur Sa re  . 1 7 


I 


ER De Ar , 


120 


Länge: derMittelache „3 ae 1 EIER ER 
5 „ JBNETOR Zee TE ee 1 6 

55 „ hinteren Zehe Ye ee = 11 
Beide Geschlechter sind ganz gleich in Grösse und Fär- 
bung; es ist ein Zugvogel, dessen Wanderungen nach Abyssi- 
nien von den Regengüssen abhängig sind; es war immer ein 
grosser Schwarm dieser Vögel, welche einwanderten. Wir be- 
obachteten diese Art nur in den Küstenthälern; ihre Nahrung 
besteht aus kleinen Reptilien und Käfern. Im Gegensatz mit dem 
abyssinischen Ibis carunculata, welcher eine helltönende rauhe 


Stimme hat, die man öfters hört, ist diese Art sehr schweigsam. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Reiher. 
Ardeidae. 
1) Kraniche. Gruinae. 


419. Grus (Linn.) ceinerea, Bechstein, Buffon Taf. 769, Zugvogel im Herbst 
u. Frühling durch Egypten u. Nubien dem Nil entlang. 

420. “ carunculata, Latham, einzeln in Schoa. 

421. Anthropoides (Vieillot) virgo, Linn. Buffon Taf. 241, im Winter in 
Unteregypten. 

422. Balearica (Brisson) pavonina, Linn. Buffon Taf. 265, in grossen 
Scharen in Sennaar und am Zanasee in Abyssinien. 


2) Reiher. Ardeinae. 


z 


423. Ardea (Linn.) cinerea, Linn. Buffon Taf. 755, häufig in ORT 
Nubien und Abyssinien. 

424. » purpurea, Linn. Buffon Taf. 788, überall in ganz Nord - 
Afrika. 

425. » Goliath, Rüpp. Atlas Taf. 26, einzeln in Sennaar und Abys- 
sinien. 

426. Egretta (Brisson) alba, Linn., häufig in Unteregypten. 

427. » garzetta, Linn. Gray Ind. Zool. Vol. 2, Taf. 49, Fig. 1, häufig 
in ganz Nord-Ost- Afrika. 


121 


428. Eyretta orientalis, Gray Ind. Zool. Vol. 1, Taf. 65, häufig in Nord- 
Ost - Afrika. 

428a. „, gularis,Bose, Ehrenbg. Symb. Taf. 6, an den Ufern des rothen 
Meeres. 

429. Ardeola (Boje) bubulcus, Savigny Deseript. de l’Egypte Taf. 8, 
Fig. 1, sehr häufig in Egypten. 


430. „  eoromandelica, Lichtenst. ') Buffon Taf. 910, ziemlich 
häufig in Abyssinien. 

431. » Minuta, Linn. Buffon Taf. 323, einzeln in Nubien und Abys- 
sinien. 

432. „ ralloides, Scopoli, Buffon Taf. 348, einzeln in ganz Nord- 
Ost- Afrika. 


433. Botaurus (Brisson) stellaris, Linn. Buffon Taf. 789, Egypten, Ara- 
bien und Abyssinien. 

434. Nyeticorax (Brisson) europaeus oder Ardea nyeticoraz, Linn. 
Buffon Taf. 758. Egypten und rothes Meer. 

435. Scopus (Brisson) umbretta, Linn. Gmel. Buffon Taf. 796, Sennaar 
und Abyssinien. 

436. Platalea (Linn.) leucorodia, Linn. Buffon Taf. 405, im Winter sehr 
häufig in Unteregypten. 

437. » tenuirostris, Temminck, häufig in Sennaar während der Nil- 
überschwemmung. 


3) Störche. Ciconinae. 


438. Anastomus (Bonnaterre) l/amelligerus, Illiger, Temminck Taf. 236, 
einzeln in Sennaar und Abyssinien. 

439. Dromas (Paykul) ardeola, Payk. Temminck Taf. 362, in kleinen Fa- 
milien am Ufer des rothen Meeres. 

440. Ciconia (Linn.) alba, Linn., in grossen Scharen als Zugvogel im 
August und März in Egypten. 


441. » nigra, Linn. Buffon Taf. 399, im Winter einzeln in Nord- 
Ost-Afrika. 
442. „»  Teucocephala, Linn. Buffon Taf. 906, einzeln das ganze Jahr 


in Sennaar und Abyssinien. 


*) Ardeola bubulcus und coromandelica sind unbezweifelt zwei verschie- 
dene Arten 


443. 


444. 


445. 


446. 


447. 


448. 


449. 


450. 


451. 


122 


Ciconia (Sphenorhynchus Hemprich) Abdimit, Liehtenst. Rüpp. At- 
las Taf. 8, paarweise das ganze Jahr inNubien und Abys- 
sinien. 

Myeteria (Linn.) ephippiorhyncha, Rüpp. Atlas Taf. 4, einzeln in 
Sennaar und Abyssinien. 

Leptoptilos (Lesson) Argala, Linn. Gmel. Temminck Taf. 301, in 
kleinen Familien in Nubien und Abyssinien. 


4) Sichelvögel. Tantalinae. 


Tantalus (Linn.) Ibis, Cuv. Buffon Taf. 389, während der Nilüber- 
schwemmung von Sennaar bis Mittelegypten. 

Ibis (Möhring) aethiopica, Latham, Deseript. del’Egypte Taf.7, Fig. 1, 
das ganze Jahr über in kleinen Familien an der abyssi- 
nischen Küste, in Nubien und Sennaar. 

Harpiprion (Wagler) carunculata, Rüpp. Wirbelth. Taf. 19, Fig. 1, 
während der Winterregen in kleinen Familien an der 
abyssinischen Küste. 

„» Hagedash, Sparrmann, Vieillot Galerie Taf. 246, familien- 
weise während der Regenzeit in Sennaar. 

Geronticus (Wagler) comatus, Ehrenberg, Rüpp. syst. Uebersicht 
Taf. 45, in kleinen Familien als Zugvogel im ‘Winter an 
der abyssinischen Küste. 

Falcinellus (Ray) igneus, Gmel. Desceript. de l’Egypte Taf. 7,Fig. 2, 

das ganze Jahr in Egypten, in Abyssinien und in Nubien. 


123 


Familie der Schnepfen. Scolopacidae. 


Ob ausser der im Winter in Unteregypten vorkommenden 
Heerschnepfe (Gallinago scolopacinus Ray *) oder Scolopax 
gallinago Linn.) nicht auch Gallinago major (S. major Linn.) 
und Scolopax rusticola Linn. von Europa nach Nordost- Afrika 
ziehen, dieses habe ich zwar nicht selbst ermittelt, doch ist es 
sehr wahrscheinlich, da diese beiden Arten häufig in jener Jah- 
reszeit in Unteritalien sich aufhalten. Eine vierte Schnepfen- 
art beobachtete ich im Juli ziemlich häufig auf sumpfigen Wie- 
senflächen in Simen, die übrigens ungemein nahe steht einer 
unserm Museum vom südlichen Afrika zugekommenen Schnepfe 
(leider ohne Artenbestimmung aufgestellt), welche ich bis jetzt 
in keinem ornithologischen Werke beschrieben fand, obgleich 
solche schwerlich ein Fremdling für die Vögelkenner seyn wird. 
Durch iconographische Darstellungen sind sehr nahe verwandte 
Schnepfenarten sehr schwer kenntlich zu machen, und ihre Ab- 
bildungen sind sofort wenig nützend, ich beschränkte mich daher 
auf eine einfache Beschreibung, den Vogel provisorisch Galli- 
nago aequatorialis benennend. 

Der Kopf hat die den meisten Schnepfenarten eigenthüm- 
liche Farbenzeichnung; längs der Mitte des Scheitels ein schma- 
ler, über und unter dem Auge ein breiter isabellfarbiger Strei- 
fen, zwischen welchem das Gefieder schwarzbraun ist. Kehle 
und Vorderhals weiss. Auf den Seiten des Halses unter dem 
Auge ein kurzer brauner Streifen, der sich bei vielen andern Ar- 


ten vorfindet. Das übrige des Halses und die Brust hell isabell 


*") Es wird sehr viele Missverständnisse veranlassen, wenn man mit nach 
dem Beispiel von @. R. Gray, dieser Gattung den Namen Numenius zuweisen wollte, 
da Linne selbst diesen Namen im Verlauf seiner Publicationen einer andern Gattung 
gegeben hat. 


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un ER A 


124 


mit dunkelbraunen Flecken und Zickzackstreifen. Auf der Rücken- 
mitte sind die Federn schwarzbraun, die äussere Fahne mit brei- 
ter isabellfarbiger Einfassung und über die ganze Feder einige 
rostrothe unregelmässige Transversalstreifen ; Flugfedern erster 
und zweiter Ordnung hornfarbig, die äussere Fahne der ersten 
und der Endrand der übrigen weiss. Grosse und kleine Flügel- 
deckfedern schwarzbraun, die hinteren mit röthlich isabellenen 
Querstreifen, die andern mit hellgrauem Endrand. Hinterrücken 
grau und braun fein gestreift; die untern und obern Schwanz- 
deckfedern hell rostroth mit braunen Wellenlinien. Von den 16 
Steuerfedern sind die 4 mittleren schwarzbraun, mit breiter zim- 
metfarbiger Borde gegen das Ende der Feder, das einen dunkel- 
braunen, äusserlich weiss gesäumten Rand hat. Die beiden fol- 
genden Paar Federn sind helirostroth mit braunen (Querlinien 
und weisser Endspitze; die 4 Paar seitlichen Federn, bei wei- 
tem schmäler als die andern, und nach aussen zu progressiv 
verkürzt, sind weisslich, mit einigen braunen Querstreifen. Der 
Bauch und die Schenkel sind weiss, die Seiten von jenem mit 
graubraunen Querbinden; die Schenkel sind bis drei Linien ober- 
halb des Kniegelenks befiedert. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 


zum Schwanzende EN TREE ER 0 107 
Oberschnabel längs der Firste . . ... 2 7 
Länge des Schwanzes . , . 2 — 
Vom Flügelbug bis zur Spitze d der lten Flugfeder 4 ji 
Länge des Tarsus 1 2 
Aeussere Zehe 1 — 
Mittlere Zehe 1 3% 
Bere BEER 2 see er riet Br — 11% 
Hintere Zehe Di era ger 100 _— 3 


Die Füsse sind schmutzig meergrün, der Schnabel horn- 


braun, die Iris dunkelbraun. 


125 


Bei der mit dieser abyssinischen Art sehr nahe verwandten 
südafrikanischen Schnepfe, sind die braunen Flecken am Hals 
und die Querbinden an den Seiten des Bauchs stärker ausge- 
sprochen; der braune Striefen von dem Mundwinkel nach dem 
Auge ist viel kräftiger, die weisse Farbe am Bauch nimmt einen 
kleinen Raum ein, und die ganze Körpergrösse, sofern man 
darüber nach ausgebalgten Exemplaren urtheilen kann, ist et- 
was stärker. 

Eine dritte unserm Museum aus Java zugekommene Galli- 
nago-Art, die der abyssinischen gleichfalls viel ähnelt, hat die 
hellen Kopfstellen zwischen Schnabel und Auge beinahe rein 
weiss; am Hals und auf der Brust ist das Isabellfarbige überwie- 
gend, die Seiten des Bauchs haben hellbraune weitschichtige Bin- 
den. Die ganze obere Hälfte der innern Seite des Flügels ist grün- 
braun und weiss gescheckt; der obere Flügelrand rückwärts 
vom Bug ist einfarbig kastanienbraun. Ich zähle am Schwanz 
20 Steuerfedern. Das kenntliche Beschreiben dieser drei sich 
ungemein nahe stehenden Schnepfen wird immer äusserst 


schwierig seyn. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden Sumpfwader. 


Scolopacidae. 
1) Schnepfen. Scolopaeinae. 


452. Numenius (Linn.) arquata, Latham, Buffon Taf. 818, häufig im Win- 
ter in Unteregypten und an der abyssinischen Küste. 

453. „ phaeopus, Latham, Buffon Taf. 842, im Winter in Unter- 
egypten. 

454. Glottis (Nilson) chloropus, Nilson oder Totanus glottis, Bechstein, 
Deseript. de V’Egypte Taf. 14, Fig. 3, Egypten und rothes 
Meer. 

455. Limosa (Brisson) aegocephala, Linn. oder Seolopax limosa Linn. 
Bufon Taf. 874, im Winter in Egypten. 


2. 


Br 


456. 


126 


Totanus (Bechstein) stagnatilis, Bechst. Buffon Taf. 876,im Winter 
in Untereg;ypten. 


457. „ glareola, Linn. Gmel. Descript. de l’Egypte Taf. 14, Fig. 2, 
im Winter in Untereg;ypten. 

458. » hypoleucus, Gmel. Buffon Taf. 850, im Winter in Egypten. 

459. „ ecalidris, Bechst. Descript. de l’Egypte Taf. 6, Fig. 1, im 
Winter in Egypten. 

460. „» ochropus, Latham, Buffon Taf. 843, im Winter in Egypten. 

461. Recurvirostra (Linn.) avocetta, Linn. Buffon Taf. 353, im Winter 


462 


463 


464 


in Unteregypten. 

. Himantopus (Brisson) vulgaris, Bechst. Buffon Taf. 878, häufig das 
ganze Jahr über in Unteregypten. 

. Philomachus (Möhring) pugnax, Linn. Buffon Taf. 305, Egypten, 
Arabien und Abyssinien. 


. Schoeniculus (Möhring) minutus, Leisler, Egypten. 


465. 3 vartabilis, Meyer, Buffon Taf. 852, Egypten. 

466. da Temminckii, Leisler, Temminck Taf. 41, Eg;ypten. 

467. „ subarquatus, Linn. Gmel. Buffon Taf. 851, Nord - Afrika. 
468. Calidris (Iliger) arenaria, Linn., im Winter in Unteregypten. 


469 


470. 


. Rhynchaea (Cuvier) bengalensis, Gmel., Deseript. del’Egypte Taf. 14, 
Fig. 4, einzeln in Egypten. 

Gallinago (Stephan) scolopacinus, Bonaparte oder Scolopax Galli- 
nago Linn. Buffon Taf. 883, häufig in Unteregypten. 


471. » major, Latham, Egypten. Nicht selbst von mir beobachtet. 
472. „ aequatorialis, Rüpp. Abyssinien. 
473. Scolopax (Linn.) rusticola, Linn. Buffon Taf. 885. (Nicht selbst von 


474 


mir beobachtet.) Egypten. 


2) Wassertreter. Palamedeidae. 


. Parra (Linn.) africana, Linn. Gmel. Swainson Zoolog. Illust. Znd. 


Serie Taf. 6, häufig in Abyssinien. 


127 


Familie der Rallen. Rallidae. 


Taf. 46. 


Rallus abyssinicus Rüppell *). 
Abyssinische Ralle. 


Diaynosis: Capite, regione ophthalmica et parotica, collo postico viride-umbrinis; 
dorso, alis, cauda etcrisso ex rufo umbrino -fuscis ; gula isabellina, collo 
anteriore, pectore, ventre et tibiis umbrino-ferrugineis, tectricibus in- 
ferioribus caudae albis. 


Oberkopf, Gegend der Augen, Ohren und Nacken dunkel- 
grünbraun; Rücken, Schwanz, Flügel und Steiss dunkelröthlich- 
braun; Kehle isabell; Seiten und Vorderhals, Brust und Bauch 
dunkelrostroth, welches auf dem Hinterleib und den Schenkeln 
ins Rothbraune übergeht; untere Schwanzdecken weiss. Schna- 
bel im Leben schwarzbraun, nach dem Tode schmutzig ziegel- 
roth, Füsse braungrün, Iris dunkelbraun. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 
N be ch ER EEE Eee: || SE, .. 


Schwanzlänge besonders gemessen . . . . 1 6 
Oberschnabel längs der Firste ‚at; ; 1 3 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 3ten Flugfeder 5 — 
Länge des Tarsus 1 9 
Aeussere Zehe 1 6 
Mittlere Zehe . 1 9%, 
Innere Zehe 1 4 


Be Di N a Et 6%, 
Beide Geschlechter sind ganz gleich in Grösse und Fär- 
bung. 


*) Der von Gufrin in der Revue zoologique pag. 322 (nach Erichson’s Ar- 
chiv für 1844) beschriebene Rallus Rongetti ist mit dieser Rallus-Art zu verglei- 
chen. Vielleicht sind beide identisch. 


WIR a Er SU ne 7 > PETE Be u Er u 2 A a Au ET ET al Er a 
1 a TRITH Rinde ar 3a Ic N 


128 


Wir beobachteten diese Ralle in verschiedenen Gegenden 
Abyssiniens zwischen Schilfrohr stagnirender Wasserpfützen, 
namentlich in den Provinzen Seruxo und Simen; an den näm- 


lichen Oertlichkeiten leben Gallinula chloropus und Porzana mar- 


"uetta, die übrigens beide auch in Unteregypten vorkommen. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika beobachteten Rallen. 
Rallidae. 


475. Ortygometra (Ray) erex oder Rallus crex, Linn. Buffon Taf. 750, 
einzeln in Egypten und Arabien. 


476. » maruetta, Brisson, Buffon Taf. 751, einzeln inEgypten und 
Abyssinien. 
477. » Pygmaea, Naumann oder Gallinula Bailloni, Vieillot, Jardine 


und Selby’s Illustr. Taf. 15, Egypten und Arabien. 

478. Rallus (Linn.) abyssinicus, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 46, Abys- 
sinien. 

479. Gallinula (Brisson) chloropus, Latham, Buffon Taf. 877, Egypten 
und Abyssinien. 

480. Porphyrio (Brisson) hyacinthinus, Temminck, Bonaparte Fauna Ita- 

. lica Taf. 44, Unteregypten. 

481. Fulica (Linn.) atra, Linn. Buffon Taf. 179, im Winter häufig in 
Egypten. 

482. „» eristata, Linn. Gmel. Buffon Taf. 797, häufig in Abyssinien. 


Achte Ordnung. 


Schwimmvögel. Natatores. 


Familie der Enten. Anatidae. 


A. Gänse. Anserinae. 
Taf. 47. 


Bernicla ceyanoptera Rüppell. Blauflügelige Gans. 3 


Diagnosis: Fronte et collo antico cinereo-rosaceis, gula albida, sincipite, regione 
parotica et collo postico cervinis; dorso, pectore et ventre cinereo- 
umbrinis, his maculis albidis variegatis; remigibus umbrino - olivaceis, 
secundariis aeneo - virente -chalybeis, alarum tectricibus cyaneis; 
cauda rufo-umbrino - fusca, tectricibus inferioribus niveis, superioribus 
cervinis, rostro pedibusque nigris. 


Diese schöne, zur Abtheilung der Bernicla gehörige Gans 
hat die Stirn, die Gegend um die Schnabelbasis und den Vorder- 
hals hellgrau mit rosenrothem Anflug, die Kehle selbst ist weiss; 
das übrige des Kopfes und der ganze Hinterhals rehfarbig, der 
Vorderrücken und die ganze untere Körperseite ist hell kasta- 
nienbraun, jener mit hellerem Federrand, diese mit weissen 
Flecken am Ende der Schafte. Diese Flecken sind am grössten 
auf der Brust und den Seiten des Bauchs, auf der Mitte des 
Bauchs und hinter den Schenkeln ist nur das Ende der Federn 
hell gerandet. Aftergegend und untere Schwanzdecken weiss, 
obere Schwanzdeckfedern rehfarbig. Hinterrücken blaugrau. 
Flugfedern dunkelgrünbraun, diejenigen der zweiten Ordnung mit 


Ornith. von N.0.Afr. 9 


130 


bronzegrünem metallischem Schiller. Sämmtliche Deckfedern der 
Flügel lavendelblau. Der zugerundete Schwanz ist dunkelbraun. 
Am Flügelbug befindet sich ein starker Höcker. 

Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 


zum Schwanzende.. . and 070... BT naeetee 
Schwanz besonders gemessen . . . .. 4 8 
Oberschnabel längs der Krümmung der Firste 1 3 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten Schwinge 1 2 
Länge des Tarsus. „zus. » fe „alas 2 6 
Äcussere Zehe . zu. Sun a 2 6 
Mittlere Zehe, - . Vin 3 2.17 5: 2 ae age 2 9 
Innere Zehe ... .is - m Teag aid Ar cu: Sa 1 11 


Hintere Zehe 5 Ar te 5 — 5% 

Der Schnabel, die Füsse und Schwimmhaut sind schwarz, 
die Iris braun. Beide Geschlechter sind ganz gleich in Färbung 
und Grösse. Das Vaterland dieser Gans ist Schoa, von wo aus 
auch Major Harris mehrere Exemplare nach England gebracht hat. 


B. Enten. Analinae. 


Taf. 48. 
Anas leucostigma Rüppell. Weissfleckige Ente. 


Synon.: Anas sparsa A. Smith South African Zoology Taf. 97. 


Diaynosis: In utroque sexu colore chocolatino; regione suborbitali et margine 
laterali pennarum colli maculis minutis albicantibus; cauda ejusque 
tectricibus et paraptero fasciis semieirculis interruptis albis variegatis; 
alarum speculo viride fusco chalybaeo, antice fascia nigra et alba, 
postice et supra fascia terminali nigra; rostro et pedibus flavis, illo 
parte media basin versus et ungne terminali nigris. 


Die Grundfarbe des ganzen Gefieders ist dunkel chocola- 
debraun; an den Seiten des Kopfes und am Halse haben die Fe- 


WEBER TT ER, Bao! 
ur ‘ . 
En Bi“ 
; 


131 


dern seitlich kleine helle Flecken, wodurch sich zarte lichte 
Längsstreifen abzeichnen; auf dem Unterkörper sind die Federn 
mit hellem Randsaum; der zugerundete Schwanz, dessen Deck- 
federn und die Flügeldecken sind mit unregelmässigen weissen 
halbmondförmigen Querbinden, gewöhnlich am Schaft unter- 
brochen, und die bei den Flügeldeckfedern nur bei aufgelüfteten 
Federn sichtbar werden. Auf den Flügeln ist ein dunkelblau- 
grüner metallglänzender Spiegel, welcher die Färbung der äus- 
sern Fahnen der Flugfedern der zweiten Reihe ist; ihre innern 
überdeckten Fahnen sind braun, deren Ende sammetschwarz 
mit weissen Spitzen; das Ende der grossen Deckfedern ist 
gleichfalls sammetschwarz, dem eine weisse (Querbinde voran- 
geht, so dass der Spiegel nach drei Seiten mit Sammetschwarz 
eingefasst ist und ausserdem nach vorn noch einen breiten weis- 
sen Randstreifen hat. Auf jeder Feder der Brust und des Bauchs 
ist eine schmale weisse Querbinde, welche jedoch durch die 
Endspitze der vorhergehenden Feder ganz überdeckt ist. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis 

zum Schwanzende EA EN u 3 Enno. 
Schwanz besonders gemessen . . . . 2. 4 6 
Länge des Oberschnabels von der Spitze des 

Endnagels, längs der Firste : 
Vom Flügelbug bis zur Spitze der 2ten Flugfeder 1 
Länge des Tarsus 
Innere Zehe 
Mittlere Zehe 
Aeussere Zehe a TEE La. 
Re ehe ee a net — 5 

Der Oberschnabel ist lebhaft orangegelb gefärbt; unfern 


DD De eo 
na m SD 


seiner Basis gehet über die Firste ein rhombischer schwarzer 


Flecken, in welchem sich die Nasenlöcher befinden; die nagel- 


g* 


ni 


132 


förmige Kuppe des Schnabelendes ist schwarz. Die Iris ist dun- 
kelbraun, die Füsse röthlichgelb, die Nägel braun. 

Beide Geschlechter haben gleichfarbiges Gefieder, das 
Weibchen ist etwas weniges kleiner als das Männchen. Diese 
Ente findet sich fast auf allen stagnirenden Wassern in Abys- 
sinien; sie ist südlich bis in die Kaffrerei verbreitet, wo sie 
von Dr. A. Smith eingesammelt wurde, welcher eine Abbildung 
derselben in seinem vortreffllichen Werke: Illustrations of the 
Zoology of South Africa (im 21. Heft, erschienen im October 
1844) davon veröffentlichte, wobei er aber ausdrücklich be- 
merkte, dass ich diese Art vor ihm aufgefunden hätte; denn von 
mir erlegte Exemplare waren bereits vor 10 Jahren (1835) mit 
meiner Benennung nach England geschickt worden. 


Familie der Pelikane. Pelecanidae. 


Taf. 49. 


Pelecanus minor *) Rüppell. 
Kleiner Pelikan. 


Diagnosis: P. quinta parte minor Pelecano onocrotalo, cui colore persimilis; at 
differt crista occipitali maris adulti in altitudine verticis exserta. 


Bereits im Jahr 1836 veröffentlichte ich im 2. Band des 
Museum Senckenbergianum Seite 185 eine Beschreibung dieses 
Vogels, welchen Blasius und Kaiserling in ihren Wirbelthieren 


*) Als Unterschrift der Tafel 49 steht der von Brisson und Möhring ge- 
brauchte Gattungsname Onocrotalus, doch bin ich hiervon zurückgekommen, und 
bediene mich wieder der Linn&’schen Bezeichnung Pelecanus. 


133 


Europas I. Seite 234 zwar als eigene Art annehmen, aber da- 
bei ganz irrthümlich einen angeblichen Grössenunterschied 
zwischen den Hinterzehen von P. onocrotalus und P. minor im 
Vergleiche zur Tarsuslänge, als Gattungscharakter angeben; 
dieses findet eben so wenig statt als die angegebene Verschie- 
denheit in der Begrenzung der befiederten Stelle an der Schna- 
belbasis und um die Augen. In beiden Arten stehet die Hinter- 
zehe zum Tarsus in einem Verhältnisse von 2 zu 5, und die 
äussere Zehe ohne den Nagel ist genau der Tarsuslänge ent- 
sprechend *). Ob übrigens mein verstorbener Freund, der aus- 
gezeichnete Naturforscher Brasiliens J. Natterer dessen Krite- 
rium in ornithologischen Fragen ich sehr beachte, Recht hat, 
wenn er behauptet, dass alle Pelecanus minor nur im Wachs- 
thum verkrüppelte Individuen von P. onocrotalus seyen, dieses 
muss noch durch genaue Beobachtungen ermittelt werden. 

Das alte ausgefiederte Männchen ist durchaus rein weiss 
gefärbt, nur die Flugfedern der ersten Ordnung sind schwarz, 
diejenigen der zweiten Ordnung grauschwarz längs der Mitte, 
seitlich breit grauweiss eingefasst, die verlängerten etwas stei- 
fen und zugespitzten Federn an der Basis des Vorderhalses ha- 
ben einen gelblichen Farbenanflug; Kehlsack und nackte Haut 
um die Augen und die Schnabelbasis gelblich; Füsse, Schwimm- 
haut und Nägel fleischfarbig ; Iris braun. Schnabel verwaschen 
graugelb, Firste des Oberschnabels bläulich. 


RBSE Dee: WERE N ar a er a 
Oberschnabel längs der Firste . . . RR 2 
Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der 2. Flugfeder 23 6 
Länge des Tarsus . . . BEE a ze 4 2 
Aeussere Zehe (ohne Nagel) be 4 2 


*) Es ist ein sehr anstössiges Verschen des Zeichners, dass gerade bei der 
Zeichnung des Pelecanus minor der Tarsus um ein Fünftheil zu lang ist, worauf 
ich ausdrücklich aufmerksam mache, und diesen mir nicht zu Schuld kommenden 
Fehler zu entschuldigen bitte. 


Em? 


I.3 


134 
Mittlere Zehen: wii er Ar 1 
Innere Zehe AURERRRIS UT H4"* | ©, 7 AO HBRBERRER NER E07 ©, 3 — 
HintereiZelei ne ae 1. 10 


Der Federschopf des Nackens beginnt in gleicher Höhe mit 
der obern Kopffläche. 

Bei den jungen Vögeln, welchen der Schopf des Nackes und 
die verlängerten Federn an der Basis des Vorderhalses fehlen, 
ist der ganze Kopf und Hals röthlich grau, die Seiten des Rückens 
und die Deckfedern der Flügel hell leberbraun, wobei die End- 
spitzen und der Seitenrand weisslich; die Füsse und ihre Nägel 
sind mehr braungrau als fleischfarbig, die nackte Fleischhaut 
am Kopf und Kehle ist dagegen fleischfarbig statt gelb. 

Diese Pelikanenart kömmt häufig auf den Salzseen in Un- 
teregypten vor, untermischt lebend mit Pelecanus crispus. Das 
Original der Abbildung ist ein altes Männchen, welches unserm 


Museum aus der Moldau zugeschickt wurde. 


Taf. 50. 


Phalacrocoraz lugubris Rüppell. Trauertragende Scharbe. 


Diagnosis: Avis adulta ptilosi nuptiali: Capite supra viride-umbrino -nigricante, 
pennarum margine laterali limbo clariore, oceipite subcristato, collo 
postice nigricante, antice et lateraliter pectoreque niveis; ventre, crisso, 
dorso posteriore et pedibus nitenti-nigris; dorso anteriore, alarum 
tectricibus et remigibus umbrino - virentibus nigro - marginatis; cauda 
rotundata rectrieibus 14, viride-nigris, rachibus supra caerulescentibus, 
infra nigris. 

Ptilosis hiemalis a nuptiali differt: Toto gastraeo niveo, exceptis 
lateribus ventris et tibiis nigris; avis jurenis a ptilosi hiemali differt: 
collo cinereo - umbrino pectus versus albo - variegato; alarum tectri- 
cihns majoribus apicem versus subtiliter albo -limbatis, pennis dor- 
salibus et alarum tectricibus margine umbrinis. 


Ich muss es sehr bedauern, dass die Monographie der Gat- 
tung Phalacrocorax, welche Herr Brandt bereits im Mai 1839 


° N 
3 
.w 
’ 


155 


der petersburger Akademie mittheilte, nicht von mir zur Verglei- 
chung bei gegenwärtiger Beschreibung benutzt werden kann, in- 
dem von derselben bis jetzt in Erichsons Archiv kein Auszug ge- 
geben wurde, so dass ich vermuthe, jene interessante Arbeit ist 
noch nicht dnrch den Druck veröffentlicht. Von den 8 neuen 
Arten von Cormoranen, welche jener Gelehrte bestimmt hat, 
und deren Diagnosen in Erichsons Archiv, Jahrgang 1839 be- 
kannt gemacht wurden, passt jedenfalls keine auf meine abys- 
sinische Art, eben so wenig als jene Scharben, die Latham, 
Swainson und @ould beschrieben haben. Sollte aber doch irgend- 
wo eine Charakteristik des nachstehenden Vogels sich vorfin- 
den, so dürften doch schwerlich dabei die Farbenveränderun- 
gen des Gefieders, je nach den verschiedenen Lebensalter rich- 
tig angegeben seyn, welche ich in Reihenfolge zn beobachten 
Gelegenheit hatte. 

Der ausgefiederte Vogel hat in beiden Geschlechtern im 
Hochzeitskleid den ganzen Oberkopf dunkelgrünbraun, die Federn 
seitlich mit feinem helleren Rande; der ganze Hinterhals, der 
Unterleib von der Brust an rückwärts und der Hinterrücken sind 
glänzend grünschwarz; der Vorderhals mit der Brust rein weiss. 
Der Vorder- und Mittelrücken und die Flügel sind braungrün, 
jede Feder mit einer breiten etwas schillernden schwarzen Rand- 
einfassung. Der zugerundete Schwanz ist schwarzgrün, die 
Schafte der 14 Steuerfedern sind auf der obern Seite dunkel- 
blaugrau und unten schwarz. Nackte Gegend um die Augen und 
an der Kehle, Unterschnabel und Seiten des Oberschnabels gelb- 
lichgrau; Firste des Oberschnabels schwarzgrün : Iris grünblau. 
Ganze Körperlänge von der Schnabelspitze bis zum 

Pohwansende: nana dann, a rt 
Schwanz besonders gemessen . - . . ...% 2 


Öberschnabel längs der Krümmung der Firste . . 2 N 


136 


Flügellänge vom Bug bis zur Spitze der zweiten 


Plugfeder i 2 Glan: EEE 
Länge dee Tarp. ae NE 
Länge der’äusseren Zehe:) 35. wer RI 
u „ hintern Zehe A ARTE 2 


Die äussere Fahne der drei äussersten Schwingen ist gegen die 
Endspitze zu ausgeschnitten, und bei dem Männchen ist im 
Nacken ein kleiner, wenig bemerkbarer Federnschopf. 

Im Wintergefieder ist der ganze Hinterhals gleich dem 
Oberkopf dunkelgrünbraun gefärbt, und längs der Seiten des 
Halses ist ein Uebergang von dieser Farbe in das Weisse des 
Vorderhalses; der ganze Unterkörper ist weiss, nur die Seiten 
des Bauchs längs der Flügel und die Schenkel sind schwarz, und 
über den Steiss geht eine in der Mitte unterbrochene schwarze 
Querbinde. Die Randeinfassungen der Flügeldecken sind braun, 
welches wieder an den kleinen und mittleren Deckfedern nach 
der Endspitze zu weiss gesäumt ist. Die Farbe des Rückens 
ist matt schwarzbraun. 

Das Gefieder des jungen Vogels unterscheidet sich von 
demjenigen des Winterkleides nur durch die Färbung des Vor- 
derhalses, der bis auf die Brust graubraun ist, mit etwas Weiss 
gesprenkelt. 

Diese Scharbe findet sich ziemlich häufig paarweise längs 
den Ufern der abyssinischen Flüsse und Seen, aufFelsen sitzend; 
auch von Schoa aus ward er mir zugeschickt. Die vielen klei- 
nen Fische, von welchen alle Gewässer jener Länder wimmeln, 
geben ihm und den beiden andern dort vorkommenden Schar- 
ben (Ph. afrieanus und pygmaeus) reichliche Nahrung, so wie 
den in gleichen Localitäten, jedoch seltner lebenden Plotus Le- 
vaillantii und Scopus umbretta. 

Schliesslich will ich noch besonders herausheben, dass 


der auf der ganzen Küstenstrecke des rothen Meeres ziemlich 


137 


häufig vorkommende Tölpel (Disporus, Nliger) nach Professor 
Lichtenstein’s bestimmter Versicherung mit dem an der süd- 
amerikanischen Küste lebenden Disporus brasiliensis Linn. 
identisch seyn soll, welches ich auf jene Autorität hin anneh- 
men will, da aus Mangel der brasilianischen Species ich keinen 
directen Vergleich machen kann. 


Uebersicht der im nordöstlichen Afrika vorkommenden 


Schwimmvögel. Natatores. 


A. Unterabtheilung der Enten. Anatidae. 


1) Flamingos. Phoenicopterinae. 


483. Phoenicopterus (Linn.) roseus, Pallas Buffon Taf. 63, in zahllosen 
Scharen in den Salzsümpfen von Unteregypten. 

484. „» minor, Vieillot, Galerie des Oiseaux Taf. 273, in grossen 
Familien in der südlichen Hälfte des rothen Meeres. 


2) Spornflügler. Plectropterinae. 


485. Plectropterus (Leach) gambensis oder Anas gambensis, Latham, 
Museum Senckenb. Vol. 3, Taf. 1, in grossen Familien am 
Zanasee in Abyssinien und am Nil in Sennaar. 

486. Sarkidornis (Eyton) melanonotus oder Anas melanonolus, Pen- 
nant, Vieillot Galerie Taf. 285, Schoa. 

487. Chenaloper (Stephens) aegyptiaca oder Anas aegyptiaca, Linn. 
Buffon Taf. 379, häufig paarweise in ganz Nord-Ost-Afrika. 


3) Gänse. Anserinae. 


488. Bernicla (Stephens) eyanoptera, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 47, 
Schoa. 


4) Enten. Anatinae. 


489. Dendrocygna (Swainson) riduata oder Anas viduata, Linn. Buflon 


Taf. 808, häufig am Zanasee in Abyssinien. 


490. 


491. 


492. 


493. 


494. 


495. 


496. 


497. 


498. 


499, 


500. 


501. 


502. 


503. 


504. 


505. 


138 


Casarca (Bonaparte) rutila oder Anas rutila, Pallas, Deseript. de 
l’Egypte Taf. 10, Fig. 1, einzeln in Egypten. 
Poeeilonitta (Eyton) erythrorhyncha oder Anas erythrorhyncha, 
Linn. häufig in Sennaar und Abyssinien. 

Mareca (Steph.) penelope oder Anas penelope, Linn. Buffon Taf. 825, 
im Winter in Egypten und Abyssinien. 

Dafila (Leach) acuta oder Anas acuta, Linn. Buffon Taf. 954, sehr 
häufig in ganz Nord - Ost - Afrika. 

Querquedula (Steph.) crecca od. Anas crecca, Linn. Buffon Taf. 947, 
häufig in Egypten und am rothen Meer. 

„» eircia, Steph. oder Anas yuerquedula, Linn. Buff. Taf. 946, 

häufig im Winter in Egypten. 

Spatula (Boje) elypeata oder Anas clypeata, Linn. Buff. Taf. 971, 
im Winter in ganz Nord -Ost- Afrika. 

Anas (Linn.) Boschas, Linn. Buffon Taf. 776, häufig in Egypten und 
Abyssinien. 

= leucostigma, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 48, häufig im 

südlichen Abyssinien. 

Fuligula (Steph.) eristata oder Anas fuligula, Linn. Buff. Taf. 1001, 
häufig im Winter in Abyssinien. 

Oedemia (Flemmich) fusca oder Anas fusca, Linn. Buf. Taf. 758, 
häufig im Winter in Egypten. 

Erismatura (Bonaparte) mersa oder Anas mersa, Pallas, Deseript. 
de l’Egypte Taf. 10, Fig. 2, im Winter in Egypten. 


B. Unterabtheilung der Taucher. Colymbidae. 


Podiceps (Latham) minor, Latham, Buffon Taf. 905, einzeln an der 


abyssinischen Küste. 


C. Unterabtheilung der Möven. Laridae. 
1) Möven. Larinae. 
Larus (Linn.) marinus, Gmel. Buffon Taf. 266, einzeln bei Damiatte, 
im Sommer. 
„ argentatus, Brunnich, Buffon Taf. 253, bei Abukir im Win- 
ter, häufig. 
»  fuseus, Linn. Meyers Taschenbuch, Band I, Titel als Larus 


flavipes, häufig an der egyptischen Küste bei Damiatte. 


139 


506. Aema (Leach) ichthyaetos, Pallas, Rüpp. Atlas Taf. 17, einzeln bei 


507. 


508. 


509. 


heftigem Südostwind im Frühjahre bei Cairo und bei 
Souez. 

„» leucophthalmum, Lichtenst. Temminck Taf. 366, ungemein 
häufig an den Küsten des rothen Meeres, zufällig aın 
mittelländischen Meer. 

»  ridibundum, Gmel. Buffon Taf. 970, im Winter häufig bei 
Alexandrien. 

» gelastes, Lichtenst. oder X. Lambruschini Bonaparte Fauna 
Italica, Aves Taf. 21, ungemein häufig im Winter und 
Frühling auf den Wiesen bei Cairo, wosie Heuschrecken 
fängt. 


2) Scherenschnäbel. Rhynchopinae. 


510. Rhynchops (Linn.) flavirostris, Vieillot, Rüpp. Atlas Taf. 24 als 


R. orientalis, familienweise auf dem Nil in Nubien und 
Sennaar. 


3) Seeschwalben. Sterninae. 


511. Sterna (Linn.) hirundo, Linn., Buffon Taf. 987, sehr häufig an der 


512. 


513. 


egyptischen Küste des mittelländischen u. rothen Meeres. 
„»  nilotica, Linn. häufig in Egypten und Nubien auf dem Nil- 
strom. 
„ leucopareja, Natterer od. Hydrochelidon (Brehm) hybrida, 
Pallas, häufig in Unteregypten. 


514. Hydrochelidon (Boje) nigra oder St. nigra, Linn., häufig im Früh- 


ling an der arabischen Küste. 


515. Gelochelidon (Brehm) anglica oder Sterna anglica, Montague, 


Deseript. de l’Egypte Taf. 9, Fig. 2, häufig im Winter 
am rothen Meer. 


516. Sylochelidon (Brehm) caspia oder Sterna caspia, Pallas, Deseript. 


de l’Egypte Taf. 9, Fig. 1, sehr hänfig auf den Kanälen 
von Unteregypten. 


„ relor, Rüpp. Atlas Taf. 13, häufig auf den Inseln des rothen 


Meeres. 
affinis, Rüpp. Atlas Taf. 14, häufig auf den Inseln des ro- 


„ 


then Meeres. 


519. 


520 


621 


522 


523 


524 


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Thalassipora (Boje) infuscata oder Sterna infuscata, Lichtenstein, 


Doubletten-Verzeichniss, sehr häufig bei Tor am rothen 
Meer. 


. Megalopterus (Boje) tenuirostris oder Sterna tenuirostris, Temm. 


Taf. 205, einzeln auf dem rothen Meer. 


. Sternula (Boje) minuta oder Sterna minuta, Linn. Buffon Taf. 996, 


ziemlich häufig an den Küsten von Unteregypten. 


D. Unterabtheilung der Pelikane. Peiecanidae. 


. Plotus (Linn.) Levaillantü, Temminck Taf. 380, einzeln in Sennaar 


und Abyssinien. 


. Phaeton (Linn.) phoenicurus, Gmel. Buffon Taf. 979, nistet auf 


den Inseln in der südlichen Hälfte des rothen Meeres. 


. Dysporus (Illiger) brasiliensis? Buffon Taf. 973, häufig im ganzen 


rothen Meere. 


. Pelecanus (Linn.) onocrotalus, Linn., nicht selbst von mir einge- 


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sammelt, angeblich in Unteregypten. 

minor, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 49, häufig in Unter- 
egypten. 

crispus, Bruch, Brandt Icones animalium rossicorum, Aves 
Taf. 6, häufig in Egypten. 

rufescens, Latham, Rüpp. Atlas Taf. 21, einzeln in Nubien, 
häufig bei Massuna am rothen Meer. 


. Phalacrocorax (Brisson) africanus, Gmel. Descript. de l’Egypte 


Taf. 8, Fig. 2, häufig an den Nilufern. 
pygmacus, Pallas, einzeln in Egypten und Abyssinien. 
carbo, Linn. Buffon Taf. 927. ziemlich häufig in Egypten. 
lugubris, Rüpp. system. Uebersicht Taf. 50, häufig in Abys- 
sinien. 


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